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Endlich Wieder! Für immer Punk!

Tja wie überlebt man in einem System, das mein eigentlich bekämpfen will? . Gerade als Punkband ist das nicht so einfach. Man spielt sich den Arsch ab hat eine solide Fanbase aber man will mehr Menschen erreichen. Erfolg hat man damit nur wenn man eine Plattenfirma hat und im Radio gespielt wird. Die Zeiten wo man mit seinem Demotape in den Radiosender stürmte und einen verständnisvollen Moderater wie John Peel traf sind vorbei. Nebenbei bemerkt, Bands wir Iron Maiden hätte es dann nicht gegeben. Heute wird alles analysiert und zerredet. Gerad die privaten Radiosender gucken nur aufs Geld. Vor dem Problem stand auch den Berliner Punkband „Betonkinder„. Seit 15 Jahren spielen die Jungs schon in der Berliner Clubszene eine Rolle. Weil man den Musikbusiness nicht länger in den Arsch kriechen wollte gründete Stefan „Misty“ Mißfeld mal kurz seine eigene Plattenfirma und brachte dann auch noch die erste LP seiner Band heraus. Diese wird direkt über die Website der Band vertrieben. Außerdem werden Plattenläden besucht und direkt dort verteilt, auf Vertrauensbasis. Damit wird denen, die nur an dem Vertrieb verdienen ein Schnippchen geschlagen werden.

Glücklicherweise landet auch ein Exemplar der Betonkinder bei Ralf Rachner vom Musicland. Dort wechselte es nach einer kurzen Anhörung in meinen Besitz über. Das Cover hat mich auch sofort angesprochen. Gezeigt wird die pure Apokalypse, die über Berlin hereinbricht während die Band gechillt in ihren Liegestühlen sitzt. Das erinnert an Supertramp mit Crisis! What Crisis? oder an meine Platte von der BBS mit Sound Desasters zum Nachvertonen von Filmen.

Vom Untergang zum Neuanfang so der Titel des Erstlings. Was erwartet den geneigten Hörer. Die Frage stellte ich mir auch. Na Punk halt aber welchen. Dies Frage beantwortet schon der erste Track Kaotikum. Das ist Anarchopunk, Hardcore, Old School. Ein absolut perfekte Mischung.

Da kommen wirklich Erinnerungen hoch. Dead Kennedys, The Ruts, The Exploited uvm. Nichts mit Fun Punk oder seichter Postpunk mit Popnote. Kick Ass vom ersten Ton an. Schnell, dreckig und gemein und ohne ein Blatt vor dem Mund zu nehmen. „Anarchie und Chaos fangen im Kinderzimmer an. Wir bauen etwas auf und zerstören es dann“ (Kaotikum). Auch der klassische Ohohoh Chor fehlt nicht, z.B. wie bei Maurermarmelade. Ach ja U.K. Subs und Slime lassen grüßen.

Die Songs sind so im Schnitt knapp 3 Minuten lang. Es geht aber auch mal kürzer, z.B. bei Feuer wo dann auch die Neonazis Punk gerecht ihr Fett wegkriegen. Das System ist auf dem rechten Augen blind. Der Gesang erinnert hier mal an Biafra von den Dead Kennedys. An anderer Stelle kommt beim Gesang so etwas Johnny Rotten durch. Die Vorbilder sind erkennbar, bleiben aber im Hintergrund. Die Jungs haben ihre ganz eigene Note. Bei Pussy wird die Braune Brut nochmal erwähnt und die Jungs aus Kreuzberg geben nicht wirklich überraschen ein klares Statement ab.“ Weil Nazis einfach Scheiße sind, bleibe ich Antifaschist“

Liebe, Schmutz Randale beginnt mit einem coolen Basslauf. Aufruf zur Revolution. Der Song könnte echt Ende der 70iger/Anfang der 80ziger entstanden sein. „Wir werden die Präsidenten aus ihren Palästen verjagen“. Auch englisch wird gesungen wie bei Rebellion Int. Das dürfte auch das Anglophile Publikum begeisterten.

Die Songtitel begeistern mit Wortwitz und Wortspielen wie bei Neoprofan, der vom Songwriting und Struktur etwas an Fehlfarben erinnert. Coole Nummer, für mich der anspruchsvollste und beste Track vom Album. Umweltkritik gibt es natürlich auch wie z.B. bei Ende Gelände.

Was gehört noch zu einem guten Punk Album. Etwas Selbstironie, wi z.B. bei Lebenslang Punk, der uns alternde Punks auf die Schippe nimmt und dazu noch ein Zitat der Band Morgenrot mit einbaut „Frank liegt krank im Schrank“. Außerdem werden noch mal die Helden aufgezählt, denen man sein Punksein verdankt. Auch ein Liebeslied darf nicht fehlen, äh naja. Orelie ist schon etwas speziell.

Kapitalismuskritik gibt es dann Bei Tote Präsidenten, eine leichte Verbeugung vor The Clash. Nochmal läutet der Bass einen Song ein, der dann ein Southern Blues Rock Riff mit einbaut, natürlich darf ein Sauf Lied nicht fehlen. Dichter in Berlin hat nichts aber auch gar nichts mit Literatur zu. Naja, der Song geht doch etwas weiter.

16 Tracks werden uns hier präsentiert. Die fast alle Themen abdecken, die auf eine gute Punkscheibe gehören. Rotzig, Frech und direkt wird das Establishment durch den Kakao oder knapp daran vorbei gezogen. Erscheinen die Titel mitunter etwas flach so sind doch die Texte durchaus tiefsinnig und intellektuell anspruchsvoll. Den Berliner ist es echt gelungen dem alten Punkgeist neues Leben einzuhauchen und eine Erfrischungskur zu verpassen. Die LP macht einfach Spaß, also schnell noch kaufen, ist auf 300 Stück limitiert.


What is Punk? ZSK – Ende der Welt.

Klar gibt es gute deutsche Punkbands. Prototyp (aus Falkensee) Tote Hosen, Die Ärzte, Slime usw. Und es gibt ZSK! ZSK hauen uns ihr neues Album „Ende der Welt“ um die Ohren. Aber was ist eigentlich Punk? Als Punk musste nicht studiert haben sondern einfach nur gesunden Menschenverstand haben und verstehen, das wir in einem Scheißsystem leben. Punk sein heißt ein System und eine Gesellschaft zu bekämpfen, in der man täglich überleben muss, irgendwie. Fuck the System. Das geht nur mit Ironie und Sarkasmus.

Das Cover der LP zeigt ein abstürzendes Flugzeug. Ein Bild mit Symbolcharakter. Gelingt uns noch die Notlandung? Das Album enthält 12 Tracks. Es gibt eine Textbeilage mit einem kritischen Kommentar zur aktuellen Lage. Ein Statement der Band. Ich habe mir das die Version „Red Splattered Vinyl“ bestellt. Die Pressung ist gut und gut abgemischt.

Was den geneigten Hörer erwartet ist das man erwartet. Musikalisch sicherlich nichts neues. Punk muss sich nicht neu erfinden. Er ist lebendig und das liegt einfach daran, das er sich mit aktuellen Themen beschäftigt und mit knallharten Riffs, schnellen Drums und rotzigen Gesang dem System in den Arsch tritt den das ist zynisch und krank. Auch ZSK rotzen mit dem System mitten ins Gesicht. Punk muss provozieren. Ob nun im musikalischen Sinne oder was noch wichtiger ist; aggressiv in den Texten. Eine Klatsche für die Spießer, damit sie sich darüber mit einem halbsteifen in der Hose aufregen können.

Ich feier euch geht schon mal ganz gut los. Die Welt ist scheiße, das Leben ist schön. Der Song gibt schon mal als Opener richtig Gas. Ein guter Einstieg. Dann folgt schon das erste Highlight die Kinder sind Okay. Angelehnt an The Who- The Kids are alright. Eine angemessen Würdigung an Greta, die Antifa, Ende Gelände, an die Aktivisten des Hambacher Forstes. Wir machen uns keine Sorgen, den DIE Kids sind okay. Scheiß was auf das was in der Zeitung steht. ZSK haben hier in 1:50 komprimiert was man eigentlich den ganzen Kritikern entgegenbrüllen möchte: „Wenn alte verbitterte Männer uns mir Hass und drohen, sagen wir fickt euch, wir sind hier noch länger und das was wir tun wird sich noch lohnen. Word!

Mach´s gut. Fun Punk mit einer Klaren Ansage an das deutsche Spießertum . Ende der Welt ist eine Abrechnung mit dem Kapitalismus und der elitären Gesellschaft Speedpunk mit einem melodiösen Riff.

Kein Talent rechnet mit dem Musikbusiness ab. Genial die Rap Einlage von Swiss. „Sag mir wie lange“ beschäftigt sich kurz gesagt mit dem Versagen des deutschen Rechtssystems bei rechtsextremen Straftaten. „Wer muss noch sterben“. Der Text beschreibt das Problem genau von „Hanau bis nach Halle, nur Einzelfälle“.

Natürlich hat so ein Punkalbum auch einen emotionalen Moment, einen weichen Song. Einen Song der sich mit dem Tod eines lieben Menschen beschäftigt. Stuttgart ist eine Punk Hymne an die Mutter. Ohne Pathos. Ich liebe es, wie am Anfang die Gitarren dominieren und dann das Schlagzeug dem Song den Drive gibt. Okay, ein bisschen Pippi im Auge hatte ich auch. „Wenn Du jetzt hier wärst……“

Die nächste Mitgröllhymne für die nächste Antifa Demo gibt es auch auf dem Album. Das nächste mal wenn die Salon Faschisten von der AFD hier irgendwo Alarm machen, gibt es „Alle meine Freunde……hassen die AFD. Oder doch besser No Justice? No Peace! No Racist Police. Geht auch gut ab. Passt immer

Klar darf das Corona Thema nicht fehlen. Über das worauf wir im Moment verzichten müssen handelt „Rumstehen“. Das ZSK den Drosten einen Song gewidmet habe ist hinlänglich bekannt und bedarf eigentlich keiner Erwähnung oder doch? Drosten hat diese Ehrung genauso verdient, wie die Corona Leugner mal einen kräftigen Arsch voll.

Die neue Scheibe von ZSK lebt davon, das sie die aktuellen Themen mit deftigen und kritischen Texten und klassischem Punk kombiniert. Obwohl musikalisch das nicht neu erscheint wirkt diese Kombination frisch und dynamisch. Das Ende der Welt betrifft nur die alten weißen Männer, Rassisten und sonstige Ewiggestrige. Mit deren Ende beginnt die Welt der Jungend, die sich für Umwelt und Toleranz und für eine bessere Welt für alle Menschen einsetzen. Hier beginnt die Zukunft ZSK dürften dafür einen teil des Soundtracks geliefert haben. Obwohl der Titel dystopisch anmutet, ist Ende der Welt doch voller Hoffnung.

Uwe „bis ans Ende der Welt“ Abel

In meiner Hose- Gratis

Punk? Was ist Punk? Post Punk Fun Punk oder Hardcore, die Schubladen der Post Punk Generation sind zahlreich, aber wenn interessiert ist. Punk ist hat eben nicht nur wütender Krach von mehr oder weniger talentierten Musikern, nein Punk ist ein Statement, eine Aussage und mitunter auch politisch. Punk ist auch, dem Musikestablishment den berüchtigten und berühmten Stinkefinger zu zeigen. Genau das haben die Falkenseer Jungs aus Falkensee getan. In einer Zeit, wo der Deutsch Punk fast nur noch von Plattenmillionären und den Radiostationen in die Charts gepusht werden, bringen sie Prototyp ihre EP als Gratis Download auf den Markt. Wie sangen die Ärzte, die anscheinend im Moment nicht mehr aktiv sind:“ Ist das noch Punkrock -Wenn euer Lieblingslied in den Charts ist“?

Nun in die Charts haben es die Jungs von Prototyp noch nicht geschafft, mit Betonung auf noch. Potential ist da vorhanden, auf jeden Fall. Aber zur EP. Die kommt als unplugged Version, also mit ohne Strom. Für viel ist das ja schon ein Widerspruch zur Punkattitüde. Für mich nicht. Wichtig ist für mich immer ein gewisser Widererkennungswert der Musik, aber ohne sich selbst zu kopieren. Diese Aufgabe hat Prototyp erfüllt. Es lässt sich zwar nicht verleugnen, dass die Jungs anscheinend zurzeit eine gewisse Vorliebe für die Ärzte haben, das wirkt sich aber positiv auf die Musik aus.
So benutzt Prototyp für das Intro einen witzigen Text und würzt den ersten Track mit Filmzitaten. Kontrolle stammt eigentlich von Ihrer ersten EP und wird hier in der Akustik Version präsentiert. Eingängiger Refrain, kraftvoll und der Song verliert bei angemessener Lautstärke nichts von seiner Dynamik. Empfohlene Lautstärke: Wohnzimmerlautstärke, d.h. so des es noch der Nachbar in seinem Wohnzimmer hören kann. Leichte Abzüge in der B Note gebe ich, weil…..nun ein Filmzitat weniger hätte es auch getan, aber das kann man getrost ignorieren.
Der Track Küss sie wird nur auf dieser EP zu finden sein und ist eine echte Rarität. Öh nö du, echt jetzt? Ein Liebeslied? Ja, die Jungs sind ja Gott sei Dank nicht Andrea Berg oder Helene Fischer, die ihren Liebeskummer vom Teleprompter ablesen um damit das Publikum anzuschnulzen. Küss sie geht ins Ohr und in die Gliedmaßen. Man muss einfach mitnicken und mitwippen. Eine Hymne für alle Schüchternen. Schöner Text, wirklich!
Der letzte Track ja, den hätte ich nun wirklich von den Ärzten erwartet. Prototyp machen hier den nächsten Schritt. Mit „Danke Merkel“ zeigt Prototyp den besorgten Bürgern, Pegida und AFD auf charmante Weise wie blöd sie sind. Bedauerlicherweise werden diese die feine Ironie und den unterschwelligen Sarkasmus nicht begreifen. Macht nichts, mir gefällst. Der Track wird auch auf der zukünftigen CD erscheinen. Ich freu mich auch darauf den mal Live zu hören und dann mit vollem Brett als mit Strom.
Prototypen haben sich weiterentwickelt, musikalisch, textlich und als Ganzes. Die EP ist ein Appetizer, der Lust auf noch mehr macht. Die abschließende Frage: „Ist das noch Punk Rock“? Kann und muss man mit einem klaren: “Ich denke schon“! beantworten.

Hier der Download Link. Ich empfehle die limitierte WAV Edition. http://prototyp-band.de/inmeinerhose/

Viva Zapata and the Electric Eeel Shock!

Das Café Zapata befand sich im Tacheles, das wiederum befand sich in der Oranienburger Straße. Hier traf sich eine bestimmte Szene was die bewegte Geschichte der Location, die nun leider wirklich Geschichte ist, belegt. Mein letztes Livekonzert im Zapata erlebte ich 2005. Die Band die dort spielte war mir bis Dato unbekannt.

Angekündigt war eine Band aus Japan mit dem wohlklingenden Namen Electric Eel Shock. Tja, was dann m vollbesetzten Zapata folgte war einfach unglaublich die drei Jungs schickten sich an den Rock n´Roll zu retten.  Das taten Sie auch und wie. Dabei störte auch das ungewöhnliche Outfit des Drummers nicht. Er trug nur eine Socke, sonst nichts! Wo er dieses wichtige Kleidungsstück trug überlasse ich eurer Phantasie. Jedenfalls war ich nun  überzeugt. Musik aus Japan ist durchaus hörbar. Ich kaufte mir die Vinylscheibe 15781716_1385785044788637_3860096830509352410_nGo Europe!, lies sie signieren und bekam noch einen zerfetzten Drumstick des Drummers. Ich sah die Jungs noch mal im SO 36 als Vorband von der Bloodhound Gang.  Eine Urgewalt. Zu Sylvester hatte ich Lust mal mit der Scheibe wieder meine Aggression abzubauen, also Klamotten aus und Socke an und den Lautstärkeregler ganz nach rechts.

Nettes FOC mit Texten. Vierzehn Tracks irgendwo zwischen  Trash, Garage Rock und Metall mit Punkeinflüssen.  Schon die erste Nummer Japanese Meets Chinese In U.S.A. ist eine beinharte Nummer, die unweigerlich zum headbangen und moschen auffordert, was für ein Brett. My Tiger und Do the Metall nehmen noch mal richtig Tempo auf und legen noch eine Schippe drauf. Harte schnelle Gitarre und ein präzises Druming.  Es geht einfach brutal weiter. Eine Urgewalt wie ich Sie schon lange nicht mehr gehört habe. Ohne Rücksicht auf Verluste und dem Bestreben irgendwie in die Charts zu kommen. Punctured hört sich an als hätten Metallica und Motörhead ihre ganze Energie und Wut  in den Song gesteckt.   Ob Lemmy die Jungs kannte. Suicide Rock’n’Roll ist  einfach guter brutaler Trash, wie in seinen Anfangszeiten, alles in Lofi Qualität.  Vegas Night dagegen nimmt etwas Temporaus, klingt etwas doomiger, man hört die Wurzeln, die anscheinend auch bei Black Sabbath liegen.  Rock ’n‘ Roll Can Rescue The World ist sicherlich einer der Höhepunkt der Scheibe, eindeutig sind hier die Punkeinflüsse zu hören. Eine Hommage an die Ramones. Das Riff von S.O.S. brennt sich ebenfalls ins Hirn und sorgt bei angemessener Lautstärke für Glücksgefühle.  Nothing lässt den Punkchorus im Refrain wieder raus.   Zombie Rock ‚N‘ Roll, würde ich dann wieder als Garage Hardcore Punk einordnen. Speedy Joe überrascht mit leichten Blues Zitaten und bei  I Wanna Be A Black Sabbath Guy, But I Should klärt sich die Frage wer zu den Helden der Band gehört.

Fazit: Schneller Gitarrenrock, die die Grenzen zwischen Grunge, Doom Punk, Speed Trash Metall verwischen lässt. Da schlagen Metallica, Motörhead und Hardcorpunkbands durch. Gewürzt mit einer Prise Doom Metall. Das Ganze ist nur noch durch die Live Performance zu toppen, an die ich mich gerne erinnere Viva Café Zapata and Electric Eel Shock.

Uwe „ich trage nur ´ne Socke“ Abel

Krishna becomes a Punk

Mitte der 90iger war bei mir  die Kohle knapp. Ich erholte mich immer noch von der Scheidung. Vinyl gab es da nur selten und nur vom Flohmarkt. Es war das Zeitalter der CD´s.  Ich hatte den Grunge , der mit Kurt Cobain 1994 gestorben ist entdeckt. Meine Crossover Phase war noch nicht abgeklungen. Clawfinger und Rage against the Machine liefen regelmäßig. Dann kam Dookie von Green Day, The Offspring usw. Skate Punk, California Punk, Melodic Hardore Punk. Ach Gott, so viele Schubladen. Egal es gefiel mir. Bei dem knappen Budget blieb natürlich so mancher Geheimtipp auf der Strecke. Inzwischen bin ich mutiger geworden, was daran liegt, das es wieder Vinyl zu erschwinglichen Preisen gibt.

Nun liegt sie also vor mir „Mantra“ von Shelter. Mit einem tiefen Oooooommmmmm,  packe ich die auf 500 Stück limitierte Scheibe aus, 180 gr. Red Marbel Vinyl. Ich habe die Nummer 309, inkl. Textbeilage. Hat ja nur 21 Jahre gedauert, bis sich die Scheibe in meinen Besitz befindet.

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, nun ja. Also beleuchten wir mal die musikalischen Aspekte. Bei Mantra denkt man ja nicht automatisch an knackigen Punkrock, sondern eher an irgendwelches Esoterik Gesäusel so ne Art Guruguru, Wischiwaschi, schawarama, als so ´ne Art Back Wahn. Ist auch so, immer wieder sind da so ein paar Zeilen eingestreut. Hare Krishna usw. Aber keine Angst die Scheibe wäscht euch nicht das Hirn, damit Ihr euer Vermögen irgendjemanden spendet, allerdings zwingt euch die Mucke zu heftigen Tanz ähnlichen Bewegungen. Die Musik geht direkt vom Ohr in sämtliche Gliedmaßen und führt zu unkontrollierbaren Zuckungen.

Message of the Bhagavat geht dann gleich Krischna mäßig los. Der Song ist ganz nahe daran an einer Crossover Nummer ala Rage against…, was eher am Raprhytmus des Gesangs liegt. Civilsation Man geht in die ähnliche Richtung mit politischem Text.

Here we go ist dann schon eher Fun Punk und passt gut zu The Offspring oder Greenday. Überzeugend die klassische Bassline. Appreciation drückt aufs Tempo und ist schon alte Punkschule Hardcore und ein sehr systemkritischer Song. Empathy – In my world where I’m the king I can’t tolerate anything. Schöner Melodic Punk, der zum Text passt. Es lebe die Abwechslung, Not the flesh, hört sich an als hätten sich Rage agains und die Dead Kennedys zusammen getan. Mann geht der Song in die Beine

Kaum hat man sich daran gewöhnt gibt’s den nächsten Tritt ,Chance, ist wieder härte schneller dreckiger mit epischen Refrain. Mantra, der Titeltrack versucht auch das Beste aus allen Punkwelten zu vereinen. Knackiger Bass mit epischen Refrain und ein Gitarre, die sich tief ins Innenohr schraubt.

Surrender to your T.V. beginnt wie eine Nummer von Jello Biafra und seinen Mannen. Eigentlich fehlt nur der typische Gesang und auch etwas Rauheit. Letter to a Friend ist etwas ruhiger und wieder melodiöser. Geil auch die Stelle mit der aus der aus dem Hintergrund kommenden Stimme. Reichlich Tempi Wechsel mit einem Reggae/ Wave Einschlag. Mit Metarmophis endet die Scheibe.

Eine abwechslungsreiche Scheibe. Passt gut in die Straight Edge Szene mit ihren Texten. Macht Spaß. Sollte man als Punk Fan unbedingt im Schrank stehen haben.