Archiv der Kategorie: Music was my first love

NiX Sweet Home Alabama!

Wirklich? Dachte ich zumindest. Southern Rock in der Stadthalle, dazu noch eine Band, von der ich nie was gehört habe? Wieder zum tausendsten Mal „Sweet Home Alabahma“? Schon wieder eine Cover oder Tribute Band? Tja, erst Stunden später erfuhr ich die Wahrheit und wusste was ich versäumt hätte.

Torsten „Spreewilder“ Starke organisiert seid fast 2 Jahren die Konzerte im Foyer der Stadthalle. Hier stimmt wenigstens die Akustik und die Bands, die er bucht sind durch die Bank alle großartig. Man bekommt für den Preis fast 4 Stunden gute Musik geboten. Qualität und Quantität stimmen einfach.

Florian Lohoff eröffnete mit seiner Band den Abend. Modern Blues Rock. Bis auf eine Coverversion von Aretha Franklin hat er hauptsächlich eigene Stück gespielt. Das war wirklich erfrischend. Handwerklich, absolute Spitzenklasse. Was Florian, trotz zerschnittenen Fingers aus seiner Gitarre herausholte. Dazu mal eine richtig fette Orgel, mitunter erinnerte mich der fette Sound an Procol Harum oder Vanilla Fudge, John Lord hätte seine Freude gehabt. Die Rhythmusfraktion an Drums und Bass stand dem in nichts nah, was Qualität und Spielfreude angeht. Florian versprühte Gute Laune und die steckte an. Okay es wurde nicht ganz so psychedelisch, wie bei andern Größe dieses Genres. Der Sound war klar und rockig. Ich könnte mir Florian Lohoff aber gut im Vorprogramm von Bands wie Wolfmother oder Greta van Fleet vorstellen. Florian Lohoff baut zusätzlich noch Funkelement in sein Stücke ein, die zwangsläufig dazu führen, das man den eigenen morschen Körper in Bewegung setzen. Das hat mich dann unter anderem an Eric Burdon und War erinnert. Wie auch immer, wenn die Band irgendwann mal wieder spielt, bin ich dabei.

Lizard sollte den Abend vollenden. Der erste Titel hat mich nicht so vom Hocker gehauen. Doch Lizard nahmen Fahrt auf und es wurde richtig Klasse. Eigene Songs gemischt mit Songs der Größen des Southern Rock. Die Mischung aus Blues, Rock n´ Roll, Country passte mit hoher Spielfreude und mit 30ig jähriger Erfahrung wurde akustisch und optisch eine Klasse Show geboten.

Songs von oder die zumindest an die Marchall Tucker Band, Little Feat, Molly Hatchet, Blaackfoot Black Oak Arkansas erinnerten begeisterten das tanzfreudig Publikum. Die Solis der Musiker begeisterten nicht nur mich und ließen den einen oder anderen in Ehrfurcht erstarren, Auch das Zusammenspiel war perfekt.

Auf Sweet Home Alabahma wartete man vergeblich, zum Glück. Der Song wurde von so vielen Coverbands tot gedudelt Und seitdem Kid Rock das Riff n einem seiner Songs vergewaltigt hat bluten mir dabei die Ohren. Dafür gab es Simple Man, das neben Doc Holiday´s Lonsome Guitar und Whipping Post von den Allmann Brothers Band, für mich zu den Höhepunkten des Abend zählen.

Wieder mal ein gelungener Abend. Da freut man sich schon auf dei Fortsetzung der Konzertreihe. Der Musik Fan aus Falkensee und dem Umland sollte sich da merken und sich einfach mal trauen.Die Mischung aus eigene Songs, Tributesongs und Coverversionen passt einfach.

Uwe „The Outlaw“ Abel.

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Alles Kommerz?

The Residents sind schon eine schräge Truppe. Die Jungs sind immer noch auf Tour, hauen regelmäßig neue Alben raus und sind auch was Videotechnik und Multimedia angeht sehr kreativ. Wer hinter den Masken steckt? Nun wer weiß und ob es noch die Originalübersetzung ist. Die Band bietet Stoff für Spekulationen und Artikel ohne Ende.

Ich fand meinen Zugang zu dieser Musik relativ spät. Aber einmal wach geküsst lies mich die Avantgardeband mit ihrem Noiserock und was auch immer nicht mehr los. Besonders angetan hat es mir das Commercial Album von 1980. Das Album reduziert das Konzept und die Struktur eines durchschnittlichen kommerziellen Popsongs und reduziert es auf eine Minute, quasi eine Konsommee oder Essenz. Für das Album wurden Session Musiker eingeladen unter anderem Snakefinger!, Chris Cutler(Pere Ubu, Gong), Fred Frith, Don Preston (Zappa) sowie Lene Lovich und Andy Partridge (XTC). Diese bleiben aber auf der Platte anonym. Eine Mitwirkung von Brian Eno wurde nicht bestätigt. Die Gesichter auf dem Albumcover sollen John Travolta und Barbra Streisand darstellen.

Album Cover

Wie gesagt auf dem Album sind 40 Stücke in einer Länge von 1 Minute. Das Konzept besagte, so steht es in den Liner Notes, jeden Track dreimal zu wiederholen um einen Popsong zu bilden. Anscheinend hatten die Residents offensichtlich etwas Geld über und kauften 40! einstündige Werbeslots bei KFRC San Franzisco, einem der populärsten Top 40 Radiosender. Jeder Song des Albums wurde dann dreimal hintereinander gespielt. Billboard warf die Frage auf ob das Werbung sei oder doch schon Kunst. Genau diese Diskussion um kommerzielle Popmusik war von den Avantgardisten gewollt. Dadaismus der Moderne. Spannende Kapitalismuskritik und ein Seitenhieb auf die Musikindustrie.

Die Fangemeinde indes stellte sich auch etwas quer und kreierte ihre eigenen Songs. Es wurde angeregt 5 verschiedene Titel mit einander zu kombinieren. Da hat man was zu tun, das wären mindestens 1.086.008 Kombinationen. Für diese Zwecke empfehlen sich die CD und ein programmierbar CD Player. Oder man nutzt das MP3 Format. Da kann mann endlos puzzeln und seinen eigenen Pop Song kreieren.

Uwe „Eyeball“ Abel

Musik im Jahre des Herren 2018

Tja, erst mal habe ich die Kategorie geändert. Aus zwei mach eins und ich denke „Music was my first love“ passt ganz gut. Die

Natürlich habe ich meinen lokalen Plattendealer oft und intensiv besucht. Es geht also um die Musik aus der Konserve. Hier nun meine Highlights. Neuerworbenes und wieder entdecktes aus der Sammlung.

Da wäre zuerst mal Olaf Maske. Dieser trat im Rahmen eines Konzertes bei uns in der Elsterklause auf und rockte mächtig. interessanterweise ist Olaf auch der Gründer der Combo Fliegenpilz und hat schon in Gorleben gespielt. Kult also und deswegen rar sind auch die Originalscheiben. Olaf war aber recht dankbar für die Organisation des Konzertes und lud mich in sei Heim ein. Hatte er doch tatsächlich noch seine beiden Originalscheiben plus eine selbsproduzierte Liveaufnahme bei sich zu Hause stehen. Nach einem Gespräch, etwas fachsimpeln, verließ ich di3 ehemalige Bäckerei mit drei Schallplatten mehr unter dem Arm. Diese haben jetzt einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. 

Ebenfalls ein Highlight der Auftritt von Terence Hansen.  The Demon on two Necks hatte natürlich auf seiner Europatournee auch  seine neueste CD mit dabei. Instrumentaler Jazz und Fusion Rock auf allerhöchsten Niveau. Die CD heißt Baktune und ist genau richtig zum chillen auf dem Sofa. Auch Zappa Fans kommen bei den recht komplexen Kompositionen auf Ihre Kosten, aber keine Angst es wird nicht zu experimentell. Terence ist auch Gastmusiker auf dem Album Summerbeat von Isaiah Stewart. Da ist er in bester Gesellschaft hat Isaiah auf seinem Meisterstück  doch hochprofesionelle Musiker wie Randy Brecker und Eumir Deodato um sich geschart. Die CD lief im Sommer rauf und runter. Mal swingend, mal chillig dann wieder funky ist diese Musik ein perfekter Begleiter für einen Sommerabend auf der Terrasse.  Das waren meine besten CD Käufe. Leider gibt es diese Titel nicht auf Vinyl. Ich gebe zu, das ich eigentlich nur noch unter besonderen Umständen auf das Medium zurückgreife. Berit habe ich es hier nicht.

Auf der Vinylseite sind aber auch einige Highlights zu vermerken. Da wäre erst mal die Wilde Jagd. Die zweite Scheibe von Sebastian Lee Phillip. Uhrwald Orange ist eine Doppel LP, die einen vom ersten bis zum letzten Ton fesselt, ja schon fast hypnotisiert. Anspiel ist Flederboy oder 2000 Elefanten ein Ohrwurm, der nicht mehr aus meinen Synapsen verschwinden will. 

Die nächste Scheibe aus dem deutschsprachigen Raum  die mich begeistert haben Punk, also Elektropunk kommt da aus den Boxen. Live habe ich die beiden auch gesehen. Der totale Abriss, da bleibt nichts stehen eine Urgewalt, eine Mischung aus modernen Beats, Punk, New Wave, NDW Nina Hagen und Ideal, alle mit dabei. Die Scheibe kam in pinken Vinyl. Allerdings war die erste Pressung mies. musste ich umtauschen. 

Die weiteren Top Alben auf Vinyl sind ganz klar:
Greta van Fleet – Antem of the Peaceful Army.  Der Gesang, ein Hammer, die Musik, alles passt. Als hätte sich Led Zeppelin neu erfunden.  

Alternative, Prog Rock? Irgendwie mitten drin. Ein Monsteralbum von A Perfect circle- Eat an Elephant. Maynard James Keenan hat hier wirklich ein Meisterwerk geschaffen. Das hätte ich dem Tool Mastermind in dieser Form nicht zugetraut.

Dann wäre da noch die  Scheibe Hallo Hoffnung von ZSK. Punk at his Best und die neue von den Residents. Intruder ist durchaus auch für den Einsteiger in den Cosmos der Avantgarde Band leicht verdauliche Kost. 

Von den wieder veröffentlichten Scheiben ragt zweifellos Roger Taylor mit Fun in Space hervor. Alleine das Cover ist schon sehenswert. Musikalisch ist das guter Rock, der seine Queen Herkunft nie ganz verschweigen kann, muss er auch nicht. Letztendlich haben Mercury und May durchaus Schützenhilfe beim Debüt gegeben. Roger war ja auch für den Flash Gordon Soundtrack verantwortlich. Auch das hört man heraus. Ich könnte noch einiges aufzählen, aber wir wollen es nicht übertreiben Tom Waits Orphans Collection, Drei Doppel Lp, neu aufgelegt großartig. Gary Clark Jr, Live Gizmodrome (danke Thomas Böhme) Superband um Mark King, Stewart Copeland, Andrew Belew und Vittorio Cosmo oder der einmalige Guy Garvey- Courting the Squall  schon von 2015 jetzt erst entdeckt. Der Elbow Sänger hört sich wie Peter Gabriel an. 

Tja, wenn das Budget zu ende geht oder es einfach nichts Neues gibt was man sich zulegen kann, dann greift man auf seinen Bestand zurück und entdeckt lang nicht gehörtes wieder. Lasst euch inspirieren.
Zappa ist ja manchmal etwas schwierig.  Aber nach meiner Erkrankung hatte ich richtig Bock und konnte mich entspannt mit Burnt Weeny Sandwich und Uncle Meat beschäftigen. Dann habe ich noch 200 Motels genossen. Der Soundtrack zum Film, mit Ringo Starr in der Hauptrolle. Apropos Ringo auch das Solo Album Goodight Vienna kann man sich mal wieder entspannt anhören. Ist aus meiner Sicht völlig unterbewertet. Eine Klasse Live Aufnahme kann ich auch empfehlen B.B. King Live at the Regal, Mono von 1965 Blues und eine Livestimmung, großartig. Richtig Spass machen mir die alten Sachen von ZZ Top. Rio Grande Mud und Degüello sind genau richtig um den Kreislauf in Schwung zu bringen und um schlechte Laune zu vertreiben.  

Ach ja Musik ist doch reine Therapie. Mal sehen was 2019 bringt, was es Neues gibt oder was es wieder zu entdecken gibt. Wir lesen uns.

 

 

Der Uhrwald lebt! Auf zur wilden Jagd

Vor gut zwei Jahren stand ich im Lido und wartete auf die Fehlfarben. Vorher musste man sich aber erst noch die Vorband antun. Da war ich Vorfeld etwas skeptisch. Naja lange Rede und überhaupt kein Sinn. Die Kapelle hat michdermaßen beeindruckt, dass ich mir sofort den aktuellen Long Player, noch vor Ort zugelegt habe. Die Wilde Jagd hat mich nachhaltig beeindruckt und so wartete ich sehr sehnsüchtig auf den nächsten Output von Sebastian Lee Phillip und Ralf Beck. Der liegt nun vor mir und dreht auf dem Project III seine Runden.

Da man inzwischen ja nicht ohne Schubladen auskommt hat die Musikwelt der wilden Jagd das Label Neo-Krautrock Psychedelisch aufgedrückt. Nur diese Schubladen gehen nicht zu. Das Werk passt nur teilweise in die Schublade. Uhrwald Orange (Nettes Wortspiel)nennt sich die Doppel-LP, die im Gegensatz zum ersten Werk doch tatsächlich Stücke von 10 Minuten und länger enthält.  Nun gut Krautrock war ein Oberbegriff, wie seinerzeit die NDW, unter der sich viele Musikstile versammelten, auch wenn die Protagonisten es selbst nicht wollten. Die wilde Jagd passt am ehesten in den Bereich der Düsseldorfer Schule. Musik als Riechmann, Neu und LA Düsseldorf. Aber auch Kraftwerk, Amon Düül , Can, Faust. Man spürt den Einfluss, hört und sieht ihn aber nicht immer direkt. Es ist als würde unter der Oberfläche ein musikalischer Kosmos existieren, der sich erst beim intensiven oder mehrmaligem Hören wirklich entfaltet.

Schon der erst Track zieht einen unwillkürlich in seinen Bann. Flederboy. Der Loop ist alles ohne Loop ist alles nichts. Minimalistisch, instrumental und herrlich tanzbar. Horden von Batmans tanzen im Disco Nebel. Eine homogene Masse. Morgen höre ich das mal auf der langen Fahrt im Auto, der Track treibt einen zum Ziel. Hmm, Sex. ´Ja Sex könnt man(n) oder Frau auch dazu haben.  Schon fast hypnotisierend.  Schlappe 15:36 läuft das Teil.

Der zweite Track 2000 Elefanten ist einer von Drei nicht rein instrumentalen Titeln.  Die Texte sind echt stark. Lyrik, surreal poetisch auf hohem Niveau „Gellend in die Nacht hinein, Schlägt ein Herz aus Elfenbein. Es verrät dem Heer aus Sand, Was der Mann im Mondfeld fand“. Textlich lohnt sich das genaue Hinhören.  Auch der Track groovt, Die Gitarre dominiert zum Anfang bis der Beat wabernd in deinen Gehörgang strömt und das träge Blut zum blubbern bringt. Dazu eine Priese orientalische Folklore, passt!

Stangentanz ist etwas experimenteller und enthält verschieden  Phasen  die anschwellen und wieder absteigen.  Dem schließt sich fremde Welt fast nahtlos an. Monotoner Anfangsbeat mit sphärischem ansteigendem Raunen. Es knarzt und wabert. War es Noch so dass man am Anfang an La Düsseldorf erinnert wurde fühlt man  sich hier in den Cosimos von Can und Amon Düül versetzt.  Dann klingelt der Wecker Zwischenspiel wird eingeleitet nun endgültig der experimentelle und spannend Höhepunkt dieser LP Seite.

Mystisch geht es weiter. Der Eingang in den Kreuzgang beginnt Folkig. Dieser Track hat eine Dramaturgie, der man sich nur schwer entziehen kann. Die wilde Jagd malt Bilder mit ihrem Sound, die einen fesseln, weil mir im nächsten Moment schon wieder ein mystisches, gespenstisches Detail entdeckt. Bei Kreuzgang wartet man  auf den Moment wo man den Mittelpunkterreicht und alles im grellen Licht explodiert. Quasi den multiplen Auralen Orgasmus.  Und dann hört man den Chor und denkt man ist im Himmel. Zeitlos, raumlos unglaublich.

Ginsterblut ist dann wieder textlich untermalt. Die Musik rückt etwas nach hinten.  Leichter Folk mit Mittelalterflair. Minnegesang in modernem Gewand. Säuregäule läutet die Letze Runde ein. Inzwischen sind wir bei dem von Tangerine Dream und Klaus Schulze beeinflusstem Sound angekommen. Der Kreis schließt sich. Treibend groovend.  Der Titeltrack rundet das Album ab. Ich war’s haucht es in den Uhrwald. Der Elektrodschungel lebt. Noch einmal ziehen hier die Wilde Jagd alle Register und verströmen Ihre Kreativität.  Es ist wie etwas zum Leben erwacht und dann? Ein Liebeslied?  Spoken Word: „ Warst Du der Donner  der mich weckte und der Regen der mich nährte“?  was für ein epischer Abschluss.

Die wilde Jagd nimmt uns mit auf eine Bilderreise. Gemalte Fantasien mit Musik. Mystisch, gespenstisch, geheimnisvoll Klangfarben und Szenarien, die sich einfach unwiderstehlich ins Bewusstsein drängen. Die einen fordern und fesseln.  Einen auch in Bewegung setzen oder zum Nachdenken anregen. Textlich irgendwo zwischen Theodor Storm Hölderlin und Hermann Hesse. Davon könnte es ruhig mehr geben. Das ist die logische Fortsetzung dessen was als Krautrock in den 1970igern entstand.

 

 

Uwe „The Hunter“  Abel

Ja der Franz, Ferdinand kanns

Im Jahre 2004 erschien das Debutalbum von Franz Ferdinand. Nicht nur die Single Auskoppelung Take me out begeisterte mich und die Musikwelt. Das aufgedrückte Label Brit Pop passt so gar nicht, das war mehr, neu und  Innovativ. Der Sound der Post Punk Ära schwang genauso mit wie etwas Disco, Soul und New Wave. Es ist ein Album für die Ewigkeit und belegt dort Platz 24 der Liste vom Magazin Vision.  Tja, nach dem zweiten Album habe ich die Band aus den Augen verloren. Irgendwie waren die folgenden Werke nicht mehr so spannend.

Erst 2015 hörte ich wieder mal bei der Band rein. FFS nannte sich das Projekt und war eine Zusammenarbeit mit den von mir sehr verehren Sparks.  Es sah so aus als würde die Band in neuer Besetzung neue Wege gehen. Die Platte steht auf jeden falls noch auf dem Wunschzettel. Es sollte aber nochmal drei Jahre bis Franz Ferdinand ein neues Album auf den Markt bringen sollte.

Jetzt liegt mir also Always Ascending vor. Eine limitierte Edition in blue/white  Marble inklusive einer Tasche, Poster, Download Code, einer aufwendigen Textbeilage  und signiertem Fotoprint. Sehr edel  und liebevoll gestaltet. Aber es kommt ja auf die inneren Wert an.  Halten die 10 Stücke das was Sie versprechen?

Ein klares Jain! Der Titeltrack war mir am Anfang zu elektropoppig. Der zündet nicht so richtig. In mir wuchsen Befürchtungen, dass ich hier einen ähnlichen Totalausfall wie die letzten U2 Alben oder das letzte Fallout Boy Album auf dem (Platten)Teller hatte.  Meine Gefühlslage ändert sich schlagartig mit Lazy Boy. Spannender Song mit 2:59 auf das wesentliche reduziert, mit einem an Funkytown erinnernden Gitarrenriff  im Take me Out Gewand.

Paper Cages setzt diesen Stil fort. Einprägsame Melodie, eindringlicher Gesang,  Talking Heads, Cure, eine Verbeugung vor den Helden der Postpunk Ära.  Wie alle Songs von FF lebt auch Finaly vom Wechsel. Soft, fast schon atmosphärischer Lyrik mit rockigem Breaks. Nicht das stärkste Stück aber überraschend.

Dann wird es Balladesk, The Academy Award, vorgetragen mit dunkler Stimme, fast schon zärtlich, übergehend in einen schon fast epischen Refrain. Okay, hier ist deutlich der Einfluss der Sparks zu hören. Fehlt nur noch der Gesang von Ron Mael. Lois Lane hat mich schon wegen des Titels neugierig gemacht. Der Song hat etwas von Spandau Ballett und irgendwie geht mir hier nicht das Bild eines jungen Brian Ferry von Roxy Music aus dem Kopf. Etwas zu viel Pop für meinen Geschmack, aber die die Melodie geht mir nicht mehr aus der Hirnrinde.

Dafür entschädigt mich Huck und  Jim.  Der rock wirklich. Gitarren verzerrte Gitarrenriffs. Kritischer Text und  emotionaler Refrain. Die Wechsel  im Rhythmus, der wechselnde Gesang. Sehr kreativ.  Bei Glimpse of Love übernehmen die analogen Synthis wieder die Führung. Alles untermalt vom typischen FF Beat und dem eindringlichen Gesang.

Ebenso bei Feel the Love Go. Eingängige Melodie, wieder ein Gitarrenriff das leicht funky angehaucht ist und ja, man hat hier schon das Gefühl, das sich Franz Ferdinand hier wiederholen, sich selbst zitieren. Slow Don´t kill mir slow ist dann wieder eine völlige Überraschung. Eine Nummer, die durchaus auch von Morrisey hätte kommen können.  Da kann man sich schon mit geschlossenen Augen wo anders hinträumen.

Fazit:

Always Ascending von Franz Ferdinand bekommt von mir 4 von 5 Sternen. Fängt etwas zu Electropoppig an. Manchmal, fühlt man sich an das Debut erinnert. Vielleicht zitieren sich FF an der einen oder anderen Stelle zu oft selbst. Das garantiert aber auch einen hohen Wiedererkennungswert. Das Album enthält aber durchaus überraschendes Bereit. Die  Helden der New Wave Zeit,  an Talking Heads, Morrisey, Spandau Ballet usw. Lazy Boy, mit dem Funkytown Riff hat mich völlig überrascht.  Der Einfluss von den Sparks ist nicht zu aufdringlich aber hat Franz Ferdinand gut getan. Always Ascending wird sicherlich kein Album für die Ewigkeit, wird aber noch öfter auf dem Plattenteller landen. Ich bin sicher, dass sich die ganze Bandbreite erst nach mehrmaligem Hören erschließt.