Anhang 1

Gut vorbereitet auf Flüchtlinge.

Die Aula der Kantschule war gut gefüllt. Politik, Willkommensinitiative, interessierte und auch vielleicht besorgte Bürger sind der Einladung gefolgt. Es ging um den Bau der zweiten Flüchtlingsunterkunft in Falkensee, die bereits im März 2016 eröffnet werden soll.

Als erstes informierte Herr Gall über die aktuelle Situation. Demnach sind insgesamt 46, Millionen Menschen auf der Flucht die meisten kommen aus Somalia uns Afghanistan. Von dieser Riesenanzahl kommen viel nicht einmal nach Europa. Der Libanon nimmt derzeit die meisten Flüchtlinge auf der Flüchtlingsanteil beträgt somit fast 25% der Bevölkerung. Nach Deutschland kamen 2014 lediglich 202.834 Flüchtlinge. Das sind gerade mal 0,25% der Bevölkerung. Wir werden in diesem Jahr mit einem Anstieg rechnen müssen. Die Anzahl wird sich verdoppeln. In 2014 hat das Havelland 485 Flüchtlinge aufgenommen. Im Jahr 2015 werden 1150 prognostiziert. Diese Zahl wird vielleicht den Einen oder Andern erschrecken, es werden nicht alle gleichzeitig kommen und auch gleich lange bleiben. Nach Falkensee werden 229 Personen kommen, die in zwei Unterkünften untergebracht werden. In Falkensee leben 42.178 Menschen, das ist ein gutes Verhältnis. Es gibt keinen Anlass zu Sorge.

Als nächstes wurde dann das Objekt selbst vorgestellt, das an der Panzerstraße hinter den Fliedner Werkstätten liegt. Der Bau wird als Modul in Form eines H´s erfolgen. Grün und Freiflächen soweit Spielflächen sind ebenfalls geplant. Das Gelände bekommt auch einen Zaun. Für die Betreuung ist ebenfalls gesorgt. Hinter dem Projekt steht ein klares Konzept.

Her Müller äußerte sich zufrieden über die bisherige Entwicklung und ist dankbar, das hier in Falkenseer offener mit dem Thema umgegangen wird. Dazu hat sicherlich auch die Willkommensinitiative beigetragen. In Falkensee leben bereits fast 100 verschieden Nationen und das gänzlich ohne Probleme.

Es folgten die Fragen derjenigen, die sich unmittelbar betroffen sehen und wie überall wo eine Flüchtlingsunterkunft entsteht, ihre Sorgen und Ängste haben. Weitgehend lief dies ruhig und sachlich ab. Die Fragestellungen zeigten aber leider, dass viele immer noch nicht gut informiert sind oder von Vorurteilen geprägt sind. Da helfen wirklich nur solche Veranstaltungen und der Dialog, de von Herrn Müller auch wieder angeboten wurde, in Form eines runden Tisches.

Es wurde unter anderem kritisiert, dass die Bürger nur aus der Zeitung erfahren, was geplant ist. Dies ist aber auch in diesem Fall schwierig, weil es keine direkten Nachbarn und Anwohner gibt, abgesehen von Gewerbe. Wie weit soll der Kreis gefasst werden? Da sind Presse und die Internetseiten der Stadt schon ein probates Mittel. Das war bei dem ersten Gebäude noch anders. Dort gibt es Nachbarn, die man auf anderem Weg hätte informieren können. Nach anfänglichem Protest hat sich hier die Lage auch weitgehend beruhigt.

Es sind dann leider auch immer wieder die gleichen diffusen Fragen, die eigentlich nicht klarstellen, welche konkreten Probleme die Fragesteller haben. Da ginge es um die Sauberkeit; die Anwohner sind selbst verantwortlich ein Reinigungsdienst ist vor Ort und die Heimleitung wacht über die Ordnung. Auch die Schulproblematik wurde angesprochen. Es wurde gefragt ob Kitas und Schulen unterstützt werden. Frau Jesse bestätigte, dass es hier ein konkretes Konzept gebe. Herr Müller betonte, dass dies unproblematisch ist und gerade Kinder sich sehr schnell eingewöhnen und voneinander lernen. Er verwies auf die Kantschule, wo Kinder mit Migrationshintergrund zu den Jahrgangsbesten gehören. Eine weiter Frag zielt auf die Nationalität und den Familienstand ab. Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen haben die meisten Kritiker Angst vor allein reisenden Männern. Auf beide Komponenten haben die Stadt und der Landkreis keinen Einfluss. Die Erfahrung zeigt aber, das es hier eine ausgewogene Mischung sowohl bei den Nationalitäten, als auch beim Familienstand gibt Es sind beileibe nicht wie vermutete nur einsame Männer.

Es gab auch Fragen, die auf eine steigende Kriminalität im Umfelde des Heimes und auf Konflikte innerhalb der Einrichtung abzielten. Keine Frage es gibt Konflikte unter Flüchtlingen, die gibt es jedoch auch unter andern Gruppen. Streit in der Nachbarschaft gibt es überall. Eine Häufung im Umkreis der Unterkünfte gibt es nicht, genauso wenig, wie eine Steigerung der Kriminalität zu verzeichne wäre. Sowohl seitens der Polizei als auch von Herrn Gall konnten die Fragen beantwortet werden und die Befürchtungen zerstreut werden. Es gibt keine Statistik, weil es nichts gibt, wofür sich eine Statistik zu führen lohnt. Vorkommnisse jeder arte werden sicherlich auch in Zukunft breit in der Presse veröffentlicht. Bisher gab es im Havelland noch keine negativen Schlagzeilen. Etwas peinlich war dann doch eine Frage einer Anwohnerin. Diese fragt ernsthaft, ob die Flüchtlinge denn das Gelände einfach so verlassen dürfen und sich in der Stadt frei bewegen dürfen. Ja natürlich wir bauen ja kein Gefängnis. Im Übrigen haben wir bereits erfolgreich syrische Flüchtlinge in Falkensee integriert. Auch bekommt Falkensee regelmäßig Besuch von Flüchtlingen aus andern Städten, die hier auch an Veranstaltung teilnehmen oder in Vereinen Sport machen. Das spricht doch für sich, dass dies bisher noch keinem negativ aufgefallen ist.

Insgesamt macht mir die Veranstaltung Mut. Verwaltung und Landkreis haben ein klares Konzept. Es wurde sachlich informiert. Wir haben eine starke Willkommensinitiative, die denen gegenübersteht, die sachlichen Argumenten nicht zugänglich sind und sich weiter von Vorurteilen leiten lassen. Dieser Konflikt lässt sich im Dialog lösen, aber nur wenn alle Parteien dazu auch bereit sind.

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