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Musik im Jahre des Herren 2018

Tja, erst mal habe ich die Kategorie geändert. Aus zwei mach eins und ich denke „Music was my first love“ passt ganz gut. Die

Natürlich habe ich meinen lokalen Plattendealer oft und intensiv besucht. Es geht also um die Musik aus der Konserve. Hier nun meine Highlights. Neuerworbenes und wieder entdecktes aus der Sammlung.

Da wäre zuerst mal Olaf Maske. Dieser trat im Rahmen eines Konzertes bei uns in der Elsterklause auf und rockte mächtig. interessanterweise ist Olaf auch der Gründer der Combo Fliegenpilz und hat schon in Gorleben gespielt. Kult also und deswegen rar sind auch die Originalscheiben. Olaf war aber recht dankbar für die Organisation des Konzertes und lud mich in sei Heim ein. Hatte er doch tatsächlich noch seine beiden Originalscheiben plus eine selbsproduzierte Liveaufnahme bei sich zu Hause stehen. Nach einem Gespräch, etwas fachsimpeln, verließ ich di3 ehemalige Bäckerei mit drei Schallplatten mehr unter dem Arm. Diese haben jetzt einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. 

Ebenfalls ein Highlight der Auftritt von Terence Hansen.  The Demon on two Necks hatte natürlich auf seiner Europatournee auch  seine neueste CD mit dabei. Instrumentaler Jazz und Fusion Rock auf allerhöchsten Niveau. Die CD heißt Baktune und ist genau richtig zum chillen auf dem Sofa. Auch Zappa Fans kommen bei den recht komplexen Kompositionen auf Ihre Kosten, aber keine Angst es wird nicht zu experimentell. Terence ist auch Gastmusiker auf dem Album Summerbeat von Isaiah Stewart. Da ist er in bester Gesellschaft hat Isaiah auf seinem Meisterstück  doch hochprofesionelle Musiker wie Randy Brecker und Eumir Deodato um sich geschart. Die CD lief im Sommer rauf und runter. Mal swingend, mal chillig dann wieder funky ist diese Musik ein perfekter Begleiter für einen Sommerabend auf der Terrasse.  Das waren meine besten CD Käufe. Leider gibt es diese Titel nicht auf Vinyl. Ich gebe zu, das ich eigentlich nur noch unter besonderen Umständen auf das Medium zurückgreife. Berit habe ich es hier nicht.

Auf der Vinylseite sind aber auch einige Highlights zu vermerken. Da wäre erst mal die Wilde Jagd. Die zweite Scheibe von Sebastian Lee Phillip. Uhrwald Orange ist eine Doppel LP, die einen vom ersten bis zum letzten Ton fesselt, ja schon fast hypnotisiert. Anspiel ist Flederboy oder 2000 Elefanten ein Ohrwurm, der nicht mehr aus meinen Synapsen verschwinden will. 

Die nächste Scheibe aus dem deutschsprachigen Raum  die mich begeistert haben Punk, also Elektropunk kommt da aus den Boxen. Live habe ich die beiden auch gesehen. Der totale Abriss, da bleibt nichts stehen eine Urgewalt, eine Mischung aus modernen Beats, Punk, New Wave, NDW Nina Hagen und Ideal, alle mit dabei. Die Scheibe kam in pinken Vinyl. Allerdings war die erste Pressung mies. musste ich umtauschen. 

Die weiteren Top Alben auf Vinyl sind ganz klar:
Greta van Fleet – Antem of the Peaceful Army.  Der Gesang, ein Hammer, die Musik, alles passt. Als hätte sich Led Zeppelin neu erfunden.  

Alternative, Prog Rock? Irgendwie mitten drin. Ein Monsteralbum von A Perfect circle- Eat an Elephant. Maynard James Keenan hat hier wirklich ein Meisterwerk geschaffen. Das hätte ich dem Tool Mastermind in dieser Form nicht zugetraut.

Dann wäre da noch die  Scheibe Hallo Hoffnung von ZSK. Punk at his Best und die neue von den Residents. Intruder ist durchaus auch für den Einsteiger in den Cosmos der Avantgarde Band leicht verdauliche Kost. 

Von den wieder veröffentlichten Scheiben ragt zweifellos Roger Taylor mit Fun in Space hervor. Alleine das Cover ist schon sehenswert. Musikalisch ist das guter Rock, der seine Queen Herkunft nie ganz verschweigen kann, muss er auch nicht. Letztendlich haben Mercury und May durchaus Schützenhilfe beim Debüt gegeben. Roger war ja auch für den Flash Gordon Soundtrack verantwortlich. Auch das hört man heraus. Ich könnte noch einiges aufzählen, aber wir wollen es nicht übertreiben Tom Waits Orphans Collection, Drei Doppel Lp, neu aufgelegt großartig. Gary Clark Jr, Live Gizmodrome (danke Thomas Böhme) Superband um Mark King, Stewart Copeland, Andrew Belew und Vittorio Cosmo oder der einmalige Guy Garvey- Courting the Squall  schon von 2015 jetzt erst entdeckt. Der Elbow Sänger hört sich wie Peter Gabriel an. 

Tja, wenn das Budget zu ende geht oder es einfach nichts Neues gibt was man sich zulegen kann, dann greift man auf seinen Bestand zurück und entdeckt lang nicht gehörtes wieder. Lasst euch inspirieren.
Zappa ist ja manchmal etwas schwierig.  Aber nach meiner Erkrankung hatte ich richtig Bock und konnte mich entspannt mit Burnt Weeny Sandwich und Uncle Meat beschäftigen. Dann habe ich noch 200 Motels genossen. Der Soundtrack zum Film, mit Ringo Starr in der Hauptrolle. Apropos Ringo auch das Solo Album Goodight Vienna kann man sich mal wieder entspannt anhören. Ist aus meiner Sicht völlig unterbewertet. Eine Klasse Live Aufnahme kann ich auch empfehlen B.B. King Live at the Regal, Mono von 1965 Blues und eine Livestimmung, großartig. Richtig Spass machen mir die alten Sachen von ZZ Top. Rio Grande Mud und Degüello sind genau richtig um den Kreislauf in Schwung zu bringen und um schlechte Laune zu vertreiben.  

Ach ja Musik ist doch reine Therapie. Mal sehen was 2019 bringt, was es Neues gibt oder was es wieder zu entdecken gibt. Wir lesen uns.

 

 

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Etwas vom Teufel?

Was zur Hölle? Ein bisschen Teufel? Ach fahrt doch alle zur Hölle. Zodiac ist am Start mit einer höllisch guten Scheibe. Der Besuch bei meinem lokalen Dealer hat sich gelohnt. Ralf vom Musicland hat Zodiac – A Bit of Devil bereits für mich beiseite gelegt. Schon beim ersten Probehören hat mich die Scheibe an die Wand gedrückt.

Problem: In welche Schublade stecken wir diese Band? Das Cover lässt auf die späten 60iger oder frühen 70iger schicken. Eine Band aus den Tiefen des Londoner Undergrounds, die es wage ein nackte Frau aufs Cover zu bringen. Das Internet sagt Hardrock? Aus Deutschland? Mit Blueseinflüssen? Uärgs geht doch gar nicht. Doch geht! Der Einfluss von Led Zeppelin, Pink Floyd Thin Lizzy und auch ZZ Top ist recht deutlich und rau zu hören. AM ehesten passt wohl die Bezeichnung Bluesrock der 70iger als Label. Ein ungeschliffener Diamant, der schöner strahlt als ein polierter Edelstein.

Es gibt reichlich solide Gitarrenarbeit. Die Drums sind präzise und bilden mit dem Bass ein gesunde Basis. Der Gesang nicht aufdringlich aber konsequent passend zu der Musik. Natürlich darf die gute alte Schweineorgel nicht fehlen. Die Scheibe groovt! Punkt!

Eigentlich hasse ich ja Coverversionen, wäre da nicht die Version des Blue Jeans Blues von ZZ-Top als dritter Titel auf der Platte zu hören. Was für eine Urgewalt. Schon vorher haben A Bit of Devil und Carnival gezeigt, das hier keinen halben Sachen gemacht werden den Schluss der ersten Seite beschließt Assembly Line, ein Knaller. Die Stille nach dem Song ist irgendwie beängstigend.

Horror Vision? Keine! Der erste Titel der zweiten Seite heißt aber halt so. Der Beat macht´s, schon fast Stoner Rock mit Fuzz Gitarrensolo. Es lebe der Verzerrer. Thunder fängt mit einem leicht verspielten Country Intro an. Countrlastig und eher ruhig bleibt es auch. Ghostriders in the Sky. Dreckig, aber gut. Bei Diamands Shoes musste ich gleich an T.Rex, Thin Lizzy oder andere Glam Rock Heroren denke. Wild und irgendwie verstörend. Den Abschluss bildet dann Coming Home. Was fehlte war ein langes Stück. Das beste kommt zum Schluss und ich liebe diese Schweineorgel. Fast schon episch. Ich bekomme selbst beim Dritten hören noch eine Gänsehaut.

Fazit: Die Platte ist leider gefühlt zu kurz. Aber es besteht ja die Hoffnung, das die Jungs nach diesem Erfolg und was anderes ist es nicht, nachlegen. Wieder mal ein Werk, das etwas Retro ist und die Sehnsucht nach den alten Helden der 70iger stillt ohne dabei peinlich zu werden oder sich zu wiederholen. Neue Einflüsse werden geschickt verwoben. Straighter, ehrlicher guter Rock. Da dulde ich keinen Widerspruch.

Uwe Abel

Zum Beweis ein paar Hörproben: