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Alles Kommerz?

The Residents sind schon eine schräge Truppe. Die Jungs sind immer noch auf Tour, hauen regelmäßig neue Alben raus und sind auch was Videotechnik und Multimedia angeht sehr kreativ. Wer hinter den Masken steckt? Nun wer weiß und ob es noch die Originalübersetzung ist. Die Band bietet Stoff für Spekulationen und Artikel ohne Ende.

Ich fand meinen Zugang zu dieser Musik relativ spät. Aber einmal wach geküsst lies mich die Avantgardeband mit ihrem Noiserock und was auch immer nicht mehr los. Besonders angetan hat es mir das Commercial Album von 1980. Das Album reduziert das Konzept und die Struktur eines durchschnittlichen kommerziellen Popsongs und reduziert es auf eine Minute, quasi eine Konsommee oder Essenz. Für das Album wurden Session Musiker eingeladen unter anderem Snakefinger!, Chris Cutler(Pere Ubu, Gong), Fred Frith, Don Preston (Zappa) sowie Lene Lovich und Andy Partridge (XTC). Diese bleiben aber auf der Platte anonym. Eine Mitwirkung von Brian Eno wurde nicht bestätigt. Die Gesichter auf dem Albumcover sollen John Travolta und Barbra Streisand darstellen.

Album Cover

Wie gesagt auf dem Album sind 40 Stücke in einer Länge von 1 Minute. Das Konzept besagte, so steht es in den Liner Notes, jeden Track dreimal zu wiederholen um einen Popsong zu bilden. Anscheinend hatten die Residents offensichtlich etwas Geld über und kauften 40! einstündige Werbeslots bei KFRC San Franzisco, einem der populärsten Top 40 Radiosender. Jeder Song des Albums wurde dann dreimal hintereinander gespielt. Billboard warf die Frage auf ob das Werbung sei oder doch schon Kunst. Genau diese Diskussion um kommerzielle Popmusik war von den Avantgardisten gewollt. Dadaismus der Moderne. Spannende Kapitalismuskritik und ein Seitenhieb auf die Musikindustrie.

Die Fangemeinde indes stellte sich auch etwas quer und kreierte ihre eigenen Songs. Es wurde angeregt 5 verschiedene Titel mit einander zu kombinieren. Da hat man was zu tun, das wären mindestens 1.086.008 Kombinationen. Für diese Zwecke empfehlen sich die CD und ein programmierbar CD Player. Oder man nutzt das MP3 Format. Da kann mann endlos puzzeln und seinen eigenen Pop Song kreieren.

Uwe „Eyeball“ Abel

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Musik im Jahre des Herren 2018

Tja, erst mal habe ich die Kategorie geändert. Aus zwei mach eins und ich denke „Music was my first love“ passt ganz gut. Die

Natürlich habe ich meinen lokalen Plattendealer oft und intensiv besucht. Es geht also um die Musik aus der Konserve. Hier nun meine Highlights. Neuerworbenes und wieder entdecktes aus der Sammlung.

Da wäre zuerst mal Olaf Maske. Dieser trat im Rahmen eines Konzertes bei uns in der Elsterklause auf und rockte mächtig. interessanterweise ist Olaf auch der Gründer der Combo Fliegenpilz und hat schon in Gorleben gespielt. Kult also und deswegen rar sind auch die Originalscheiben. Olaf war aber recht dankbar für die Organisation des Konzertes und lud mich in sei Heim ein. Hatte er doch tatsächlich noch seine beiden Originalscheiben plus eine selbsproduzierte Liveaufnahme bei sich zu Hause stehen. Nach einem Gespräch, etwas fachsimpeln, verließ ich di3 ehemalige Bäckerei mit drei Schallplatten mehr unter dem Arm. Diese haben jetzt einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. 

Ebenfalls ein Highlight der Auftritt von Terence Hansen.  The Demon on two Necks hatte natürlich auf seiner Europatournee auch  seine neueste CD mit dabei. Instrumentaler Jazz und Fusion Rock auf allerhöchsten Niveau. Die CD heißt Baktune und ist genau richtig zum chillen auf dem Sofa. Auch Zappa Fans kommen bei den recht komplexen Kompositionen auf Ihre Kosten, aber keine Angst es wird nicht zu experimentell. Terence ist auch Gastmusiker auf dem Album Summerbeat von Isaiah Stewart. Da ist er in bester Gesellschaft hat Isaiah auf seinem Meisterstück  doch hochprofesionelle Musiker wie Randy Brecker und Eumir Deodato um sich geschart. Die CD lief im Sommer rauf und runter. Mal swingend, mal chillig dann wieder funky ist diese Musik ein perfekter Begleiter für einen Sommerabend auf der Terrasse.  Das waren meine besten CD Käufe. Leider gibt es diese Titel nicht auf Vinyl. Ich gebe zu, das ich eigentlich nur noch unter besonderen Umständen auf das Medium zurückgreife. Berit habe ich es hier nicht.

Auf der Vinylseite sind aber auch einige Highlights zu vermerken. Da wäre erst mal die Wilde Jagd. Die zweite Scheibe von Sebastian Lee Phillip. Uhrwald Orange ist eine Doppel LP, die einen vom ersten bis zum letzten Ton fesselt, ja schon fast hypnotisiert. Anspiel ist Flederboy oder 2000 Elefanten ein Ohrwurm, der nicht mehr aus meinen Synapsen verschwinden will. 

Die nächste Scheibe aus dem deutschsprachigen Raum  die mich begeistert haben Punk, also Elektropunk kommt da aus den Boxen. Live habe ich die beiden auch gesehen. Der totale Abriss, da bleibt nichts stehen eine Urgewalt, eine Mischung aus modernen Beats, Punk, New Wave, NDW Nina Hagen und Ideal, alle mit dabei. Die Scheibe kam in pinken Vinyl. Allerdings war die erste Pressung mies. musste ich umtauschen. 

Die weiteren Top Alben auf Vinyl sind ganz klar:
Greta van Fleet – Antem of the Peaceful Army.  Der Gesang, ein Hammer, die Musik, alles passt. Als hätte sich Led Zeppelin neu erfunden.  

Alternative, Prog Rock? Irgendwie mitten drin. Ein Monsteralbum von A Perfect circle- Eat an Elephant. Maynard James Keenan hat hier wirklich ein Meisterwerk geschaffen. Das hätte ich dem Tool Mastermind in dieser Form nicht zugetraut.

Dann wäre da noch die  Scheibe Hallo Hoffnung von ZSK. Punk at his Best und die neue von den Residents. Intruder ist durchaus auch für den Einsteiger in den Cosmos der Avantgarde Band leicht verdauliche Kost. 

Von den wieder veröffentlichten Scheiben ragt zweifellos Roger Taylor mit Fun in Space hervor. Alleine das Cover ist schon sehenswert. Musikalisch ist das guter Rock, der seine Queen Herkunft nie ganz verschweigen kann, muss er auch nicht. Letztendlich haben Mercury und May durchaus Schützenhilfe beim Debüt gegeben. Roger war ja auch für den Flash Gordon Soundtrack verantwortlich. Auch das hört man heraus. Ich könnte noch einiges aufzählen, aber wir wollen es nicht übertreiben Tom Waits Orphans Collection, Drei Doppel Lp, neu aufgelegt großartig. Gary Clark Jr, Live Gizmodrome (danke Thomas Böhme) Superband um Mark King, Stewart Copeland, Andrew Belew und Vittorio Cosmo oder der einmalige Guy Garvey- Courting the Squall  schon von 2015 jetzt erst entdeckt. Der Elbow Sänger hört sich wie Peter Gabriel an. 

Tja, wenn das Budget zu ende geht oder es einfach nichts Neues gibt was man sich zulegen kann, dann greift man auf seinen Bestand zurück und entdeckt lang nicht gehörtes wieder. Lasst euch inspirieren.
Zappa ist ja manchmal etwas schwierig.  Aber nach meiner Erkrankung hatte ich richtig Bock und konnte mich entspannt mit Burnt Weeny Sandwich und Uncle Meat beschäftigen. Dann habe ich noch 200 Motels genossen. Der Soundtrack zum Film, mit Ringo Starr in der Hauptrolle. Apropos Ringo auch das Solo Album Goodight Vienna kann man sich mal wieder entspannt anhören. Ist aus meiner Sicht völlig unterbewertet. Eine Klasse Live Aufnahme kann ich auch empfehlen B.B. King Live at the Regal, Mono von 1965 Blues und eine Livestimmung, großartig. Richtig Spass machen mir die alten Sachen von ZZ Top. Rio Grande Mud und Degüello sind genau richtig um den Kreislauf in Schwung zu bringen und um schlechte Laune zu vertreiben.  

Ach ja Musik ist doch reine Therapie. Mal sehen was 2019 bringt, was es Neues gibt oder was es wieder zu entdecken gibt. Wir lesen uns.

 

 

The Commercial Album

Avantgarde? Mann nehme 40 in Worten vierzig Werbejingels. Bitte genau auf eine Minute, in Zahlen 60 Sekunden kürzen. Dazu nehme man noch die typische abstrakte uns surrealistische Art Musik der Band und schon hat man einen der Meilensteine der Musikgeschichte. Da das ganze leider nicht Mainstream ist, bekommt das kaum einer mit.  Avantgarde-Performance-Group wäre eine möglich Bezeichnung für die Herren, die auch eine Zeit lang gemeinsame Sache mit einem gewissen „Snakefinger“machten, ein begnadeter Gitarrist.

Naja , es gibt ja immerhin eine Elite, die sich neuen und schrägen Tönen öffnen will und kann. Die Fangemeinde der Residents ist auch nicht unbedingt klein. Die Jungs, die ihr Image hinter riesigen Augäpfeln verstecken haben schon eine ganze Menge gemacht. Ein Besuch bei Wikipedia, You Tube usw. trägt bestimmt zur Horizonterweiterung bei. Man wird dabei auf einige Skandalalben wie The Third Reich Rock n´Roll (nein es sind keine Nazis)  und auf Pionierarbeiten zum Thema Multimedia oder CD-Roms stoßen.

Wie gesagt das 1980 erschienen Commercial Album bestätigt, das ein Popsong auf Refrain und Strophe reduziert wirklich nur als Werbjingle taugt, schon mal in letzter Zeit Werbung geschaut? Dort werden tagtäglich ehemalige Meilensteine der Pop und Rock Geschichte zu einminütigen Werbspots verwurstet. Traurig.  So und jetzt viel Spass bei den Residents mit ein paar Hörproben aus dem Commercial Album. Aber vorsichtig,  „It´s schräg man..!“