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Gegen das Vergessen

Die Grünen aus Falkensee und die lokale Agenda 21 organisiern eine Mahnwache. Ein Jahr nach Fukushima findet am 12.03.2012 in Falkensee vor dem Rathaus ein Treffen für alle interessierten und engagierten Bürger statt.

Wir wollen der Opfer gedenken und daran erinnern, dass es immer noch Risiken und Gefahren in Verbindung mit der Atomkraft gibt. Denken wir nur mal an das Thema Endlager und Castortransporte. Auch sind dei Folgen in Japan nicht absehbar. Die Menschen leiden. Es gibt Geisterstädte und die Strahlung ist noch sehr hoch. Tepco leitet immer noch radioaktives Wasser ein. Auch hier sind die Folgen nicht absehbar. Es gibt noch sehr viel zu tun.

Lasst uns daher ein Zeichen gegen Atomkraft setzen. Gedenkt mit uns gemeinsam der Opfer des Tsunamis und der Atomkatastrophe von Fukushima gedenken. Kommt alle zur Mahnwache

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Dr. Sempf zum Thema Mahnwache

Herr Dr. Sempf war so nett meinen  Artikel  http://wp.me/pR9CJ-KO zu kommentieren. Er hat dies sachlich und freundlich getan und ich möchte daher den Lesern meines Blogs das Schreiben nicht vorenthalten. Ich bedanke mich auch für die aufmunternden Worte am Schluss des Schreibens.

Hier der Original-Text:

Sehr geehrter Herr Abel,

es ist stets erfreulich, wenn sich zivilgesellschaftliches Engagement in unserer Stadt regt: Ob beim Lokalen Bündnis für Familie, bei der Lokalen Agenda oder beim Gedenken der Opfer der Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan. Ihre Aufregung und auch Ihre Empörung sind mir jedoch unverständlich.

Auch wenn Sie jeden Tag Bahn oder Bus fahren, zeigen Sie dem Fahren oder Begleiter Ihren Fahrschein – selbst dann, wenn Sie persönlich bekannt sind. Auch ich habe alle Anwesenden persönlich bei Ihrer Demonstration freundlich mit Handschlag begrüßt. (Schade, dass Sie das nicht erwähnt haben.)

Die Überprüfung einer Genehmigung bei der Durchführung einer Demonstration folgt dem Opportunitätsprinzip. Es sichert die Legalität Ihres Handelns und zieht es nicht etwa in Zweifel. Darin unterscheidet sich mein Handeln nicht von dem eines Schaffners. Sie erwarten als Bürger zu Recht von mir – wie alle anderen Bürger der Stadt auch, dass die staatliche Verwaltung, jedwede Handlung unterbindet, die nicht gesetzlichen Vorgaben entspricht: Das kann die Fällung eines Baumes, das Parken auf einem Behindertenparkplatz oder eine politische Demonstration sein. In jedem Fall ist zu prüfen, ob eine Genehmigung vorliegt.

Die Verwaltung muss jede öffentliche Handlung (oder Handlung mit Wirkung für die Öffentlichkeit) ohne Ansehen der Person auf ihre Vereinbarkeit mit den Gesetzen oder anderen rechtlichen Normen prüfen (können und dürfen), so offensichtlich edel oder verständlich das Anliegen im Auge des Betrachters auch sein mag.

Ich wünsche Ihnen (erneut!) viel Zuspruch und Beteiligung bei Ihren zukünftigen Aktionen, um Mitgefühl und Solidarität für die japanischen Opfer der Tsunami-Katastrophe zu erreichen und zu verstärken. Freundliche Grüße

Ihr Dr. Harald Sempf

Protest gegen Atomkraft? Die Papiere bitte.

Was soll man bloß davon halten? Wir standen also im Regen, genauer gesagt im Hagelregen. Die Transparente waren gespannt. Der Mahnwache für Tsunami – Opfer und für Atomausstieg vor dem Falkenseer Rathaus stand eigentlich nichts im Wege. Eigentlich.

Als ich in Richtung Rathaus blickt, stürzte gerade jemand in unserer Richtung. Mit großer Eile kam er auf uns zu. Oh, dachte ich, hoher Besuch. Kein geringerer als Dr. Harald Sempf beehrt uns mit seinen Besuch. Wollte er sich gar an der Mahnwache beteiligen? Ich hätte es besser wissen müssen.
Auftritt Dr. Sempf:
„Wer ist der Veranstalter?“ „Haben Sie eine Genehmigung?“ Kann ich die bitte mal sehen“. Irgendetwas hat er dann noch weiter genuschelt. Auf jeden Fall hat er dann das Dokument genu geprüft. Auf den Gesichtern der bereits Anwesenden sah ich nur Unverständnis. Allgemeines Kopfschütteln. Ich dachte ich bin im falschen Film. Da stellen sich engagierte Bürger bei Wind und Wetter vom dem Rathaus auf um gegen den Atomwahnsinn zu demonstrieren und um Ihre Solidarität mit Japan zu bezeugen und der Mann hat nichts besseres zu tun als die Legitimität der Veranstaltung in Frage zu stellen. Als ob die Lokale Agenda einfach wild demonstieren würde. Dabei hätte er nur mal auf dem Veranstaltungskalendar des Rathauses schauen brauchen und er wäre informiert gewesen. Die Mahnwache findet jeden Montag statt. Bis zum Ende des Atomwahnsinns.

Was also sollt die Aktion? Schikane oder nur Wichtigmacherei? Oder wollte er nur mal sehen wer da von den Bürgern und Abgeordneten so mit dabei ist. Ich fand den Auftritt wirklich überflüssig und fast schon peinlich. Die Krönung, bei seinem Abgang zertrampelte der Gute noch die letzten Blumen auf dem Rasen. Einen Sympathiepreis gewinnt der Mann bei mir sicherlich nicht. Immerhin, der neuen Chefin des SPD Ortsvereins Frau Winkler blieb der Auftritt des Parteifreundes erspart, sie kam etwas später, nahm aber an der Mahnwache teil. Respekt!

Uwe Abel

Mahnwache Falkensee

Falkensee Viele sind dem Aufruf gefolgt. Fast 300 Falkenseer hatten sich am 21.03.2011 um 18:00 Uhr pünktlich vor dem Rathaus in Falkensee eingefunden. Mit einer Mahnwache wurde den Opfern der Katastrophe in Japan gedacht. Es war aber auch ein Aufruf endlich den Atomwahnsinn zu beenden.

Um das zu unterstreichen gab es weiß Fähnchen mit dem Aufdruck abschalten. Teelichter wurden angezündet. Viele trugen Weiß, in Japan das Zeichen der Trauer. Geredet wurde auch. Sehr bewegend die Rede von Ursula Nonnemacher (Bündnis90/Grüne), nach einer Schweigeminute. Sie forderte einen vernünftigen Dialog zum Atomausstieg, ohne die Atomkraftbefürworter anzugreifen.

Mich hat dann auch der folgende Kanon bewegt, der von einem Teil des Gospelchors der Kirche Finkenkrug vorgetragen wurde

Friedenskanon
(Nach dieser Erde…)
Melodie (3-stimmiger Kanon)
(1) Nach dieser Erde wäre da keine, die eines Menschen Wohnung wär‘.
(2) Deshalb Menschen achtet und achtet, dass sie es bleibt!
(3) Wem denn wäre sie ein Denkmal, wenn sie still die Sonn‘ umtreibt?

Wie wahr und passend. Zum Abschluss dann noch der Aufruf der Lokalen Agenda und dem Büro, jeden Montag sich wieder zu treffen, bis der Atomausstieg endgültig ist. Das wird sicher die längste Montagsdemo. Der Weg zum endgültigen Ausstieg wird noch lang und schwer. Aber der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt und der wurde heute getan. Übrigens, der RBB hat ausführlich darüber berichtet.

Uwe Abel

Die Geister die ich rief…..

Als ich den Artikel anfing, wusste ich nicht was ich eigentlich schreiben wollte. In meinem Kopf schwirrte ein abstruser Gedankencocktail.

Die Ereignisse in Japan, die Bilder vom zerstörten Kernkraftwerk Fukushima machen einen sprachlos, lähmen. Das ist ein Szenario, das man sich bisher nicht vorstellen konnte oder wollte. Die Nachrichten werden auch nicht besser. Der Ausgang der Katastrophe ist immer noch ungewiss. Sicher ist nur, ein Happy End, wie im Hollywood Blockbuster Katastrophen Film wird es nicht geben.  Im Gegenteil es wird kein Leben nach Fukushima geben, sondern nur ein Leben und, ich fürchte, sterben mit Fukushima.  So ähnlich wie damals in Tschernobyl.

Fukushima klingt wie Hiroshima und reiht sich nahtlos in die Liste der AKW Katastrophen ein, die einige anscheinend schon aus dem Gedächtnis verdrängt haben Sellafield, Harrisburg, Tschernobyl, Hiroshima, Fukushima.

Sieht man die Bilder  und den anscheinend vergeblichen Kampf gegen den drohenden GAU, fällt einen auch zwangsläufig Goethes, der Zauberlehrling ein  „…Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.“  In unserm Fall hilft uns aber kein Alter Meister, der dieser Entwicklung Einhalt gebietet. Kein “ In die Ecke,Besen, Besen! Seids gewesen“ wird uns retten. Wir spielen mit einer Technik, die wir nicht kontrollieren können.

Tanzt unsere Welt mit sich selbst schon im Fieber?
Liegt unser Glück nur im Spiel der Neutronen?

…….

Uns hilft kein Gott uns´re Welt zu erhalten.   (Karat. Der blaue Planet – 1982)

Das trifft es wohl ziemlich genau. Die einzige Lösung unser Probleme ist der komplette Ausstieg. Wann werden wir endlich lernen, das man mit der Atomkraft nicht spielen darf und das wir nur eine Welt haben, die wir für unsere Kinder erhalten müssen.  STOPPT RADIOAKTIVITÄT!

Uwe Abel