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Öhem Özil!? Der Versuch einer Differenzierung.

Hätte er besser geschwiegen? Nein, ich denke nicht. Zeitpunkt und Form und die Vermischung verschiedener Problematiken machen es schwer Özil nun zu verdammen oder  in Schutz zu nehmen. Die Wahrheit liegt diesmal nicht auf dem (Fußball)Platz, sondern in einer verschlossenen Spielerkabine.

Erstmal das sportliche. Mal ehrlich würden wir darüber überhaupt noch reden, wenn wir erfolgreicher  gewesen wären, vielleicht sogar den Titel geholt hätten? Vermutlich nicht. Dann wäre ja alles wieder gut gewesen. Ist es aber nicht. Wir haben schlecht gespielt. Am Misserfolg ist nicht nur Özil Schuld, sondern wie der Erfolg viele Väter hat, so ist auch eine Niederlage, ein Scheitern Familiensache. Da Thema um das es eigentlich geht, nämlich das Foto mit Herrn Erdogan, taugt weder als Schuldzuweisung  noch als Entschuldigung.

Herr Özil hat nun versucht, vermutlich auf Druck von Herrn Grindel, sich für das Foto zu rechtfertigen und beklagt sich über den Umgang mit seiner Person.  Man kann ihm und anderen nicht absprechen, das er auf seine Wurzeln stolz ist. Es ist auch legitim sich mit dem Land wo die Eltern herstammen zu identifizieren. Auch dem Staatsoberhaupt seine Aufwartung zu machen sollte man gelten lassen. Es sei denn der Führer dieses Landes, ist eher ein Diktator, der Regimekritiker verfolgen und verhaften lässt, der auch nicht viel von Pressefreiheit hält. Ein Erdogan halt.  Dafür wird Özil kritisiert, diese Kritik hat in der Form nichts mit Rassismus zu tun. Auch die sachliche Kritik an seiner sportlichen Leistung ist nicht rassistisch. Hier stellt man zu Recht das Demokratieverständnis in Frage. Mich würde wirklich interessieren, wie Özil darüber denkt. Ist ihm klar, das für viele Außenstehende es so aussieht, als würde er die Angriffe auf die demokratischen Grundwerte, und nichts anderes macht Erdogan, gutheißen.

Aus meiner Sicht hat Özil ein falsches Signal gesetzt und gießt nun mächtig Öl in das Feuer von AFD und Co. Alle die sich für die Integration stark gemacht haben, sind entsetzt. Wie kann man sich nur so widersprüchlich verhalten. In einem Land leben wo Demokratische Wert, wie die Pressfreiheit hoch geschätzt und verteidigt werden und einen politischen Führer ehren, der diese Werte mit Füßen tritt. Sorry, Mesut Özil man kann seine Wurzeln auch anders ehren, zum Beispiel sich mit der Opposition zu solidarisieren. Man hat immer die Wahl. So aber ist die Verbrüderung ein Schlag in das Gesicht der in der Türkei der verfolgten und inhaftierten Demokraten.

Wenn man sich aber mit der Stellungnahme von Özil beschäftigt kann und darf man die andere Seite nicht ausblenden. Die heißt Rassismus und es ergibt sich hieraus Klärungsbedarf. Was wurde nun wirklich gesagt und wer hat sich wie nun verhalten? Anscheinend gibt es sogenannte, nein Fans kann man die nun wirklich nicht mehr nennen, die Spieler der Nationalmannschaft rassistisch beleidigen, so wohl auch Özil. Oft hängt das anscheinen mit Sieg oder Niederlage zusammen. So wurde nach dem 0:1 gegen Mexico geschrieben:“ …..die waren noch geschwächt vom Ramadan…“ und das ist noch harmlos. Wen das was Özil beschreibt den Tatsachen entspricht, dann hat der DFB versagt und es muss personelle Konsequenzen geben.  Angeblich soll Grindel 2004gesagt haben: „Multikulti ist Kuddelmuddel und Lebenslüge“. Wenn das war ist, kann dieser Mann nicht länger DFB Chef bleiben.

Wir sollten mal einen Blick auf unsere Nachbarn werfen. Frankreich, Holland Schweiz, Belgien etc. Es lebe die Vielfalt! Es kann und darf nicht sein, das für eine Multikulturelle positive Entwicklung von Sieg oder Niederlage abhängig machen. Es kann nicht sein das mit den Spielern so umgegangen wird und Beleidigungen und rassistische Entgleisungen vom DFB widerspruchslos hingenommen werden.

Ich hätte es geschickter von Özil gefunden, auf eine erneute Rechtfertigung seines Erdogan Besuchs zu verzichten und die Probleme und seine Empfindungen auf einer anderen Ebene zu diskutieren. Ich denke, das Thema wird uns noch weiter beschäftigen und vielleicht werden wir unseren Standpunkt nochmal überarbeiten müssen. Einen Gewinner wird es in dem Fall nicht geben, nur Verlierer.

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Ich steh im schönen ohne Wald?

Manche Ortsnamen im Havelland beziehen sich auf die dort vorhandene Natur. Schönwalde zum Beispiel. Wer den Namen hört denkt sofort an? Klar an ein malerisches Dorf gelegen in oder an einem schönen Wald. Wer nun aber die politischen Verhältnisse und die Projekte, die der dort ansässige Bürgermeister immer wieder vorantreibt weiß, das der schöne Wald nicht unbedingt Priorität hat.

Das neueste Projekt betrifft den Bebauungsplan „Strandbad Schönwalde“, genauer den dort liegenden Spotplatz.  Jetzt liegt die zweite Änderung des Planes aus, damit die Bürger dazu Einwendungen schreiben können. Die Auslegung erfolgte, so muss man sagen, mal wieder über die Feiertage. Bei der Fristberechung wurden die Weihnachtsfeiertage nicht berücksichtigt. Auch sind natürlich viele Schönwalder in den Weihnachtsferien. Auf die Problematik wurden der Bürgermeister und seine Verwaltung schon öfters hingewiesen. Das dies aber immer wieder ignoriert wird, lässt vermuten; entweder ist die Verwaltung sehr vergesslich oder es steckt ein Plan dahinter. Dass Herr Oehme und die CDU geführte Verwaltung gerne mal alle Tricks und Kniffe ansetzt um „ihre“ Projekte durch zubringen, wird von Teilen der Bevölkerung schon lange vermutet.

Aber zurück zum Sportplatz. Was ist denn jetzt eigentlich das Problem?  Wir sprachen vom Wald. Der soll nämlich weichen. Insgesamt 3.498 m² Wald sollen der Kettensäge zum Opfer fallen, darunter ca. 70 – 90 schützenswerte Bäume mit hohem Alter. Die Bäume sind laut Aussage der Anwohner sogar schon markiert. In den Unterlagen ist noch keine Ersatzpflanzung vermerkt. Die wäre auch ein schwacher Trost. Hinzu kommen noch andere Auswirkungen, wie z.B. 3.718m² wegfallende Grundwasserausbildung durch versiegelte Flächen. Warum dieser doch recht massive Eingriff. Im Planungsgebiet liegt unter anderem ein geschütztes Biotop!

Geplant sind unter anderem ein Kinderspielplatz, Vergrößerung des Kleinfeldplatzes für Jugendmannschaften inkl. Sicherheitszonen, Wohnungen für Personen, die der Gaststätte zugeordnet sind und eine Zuschauertribüne in einer Breite von 7 Metern. Spätestens beim letzen Punkt horcht man auf. Wie so brauchen die Provinzkicker eine Tribüne?  Diese Frage stellen sich viele Anwohner.

Nun der Schönwalder SV 53 spielt immerhin in der Landesliga Nord in Brandenburg und steht da auf einem guten 8.Platz. Trotzdem sei die Frage erlaubt, ob dieser Umbau wirklich notwendig ist. Laut Aussagen spielen beim Verein kaum noch Schönwalder Eigengewächse und insgesamt beklagen sie Schönwalder Vereine rückläufige Zahlen. Mit den öffentlichen Toiletten gibt es bereits Konflikte mit den Anwohnern, die darin münden, dass die neuen Toiletten wohl verschlossen bleiben. Bisher hat laut Auskunft der Anwohner der Sportplatz ausgereicht. Warum nun alles vergrößert werden muss versteht keiner schon gar nicht, warum dafür wertvoller Waldbestand geopfert werden muss. Auf Wiedersehen in Schönohnewalde.

Uwe Abel

Mein Status Quo? Traurig, manchmal

Status Quo? Ja wie war meine aktueller Zustand 1979? Was bedeutet Status Quo eigentlich genau? Er bezeichnet den gegenwärtigen Zustand einer Sache, der in der Regel zwar problembehaftet ist, bei dem aber die bekannten Möglichkeiten zur Auflösung der Probleme ebenfalls problembehaftet sind. Das passt wie Arsch auf Eimer. Es ist das Jahr gewesen in dem meine Mutter gestorben ist. Sie wurde nur 56 Jahre alt. Das Auto war schneller und stärker als sie. Ich war 15. keine leichte Nummer so als Teeni in der Pubertät………..

Eigentlich hatte alles ganz gut angefangen. Dank Taschengelderhöhung konnte ich meine Plattensammlung ausbauen. Tubeway Army, The Police, The Strangelers konnte ich mein Sammlung hinzufügen, Blond war dabei und Queen Lives. Andere, wie B´52 , Zappa und The Residents hatte ich damals noch nicht auf dem Schirm. Beide ließen sich unendlich fortsetzen. Aus dem Radio quoll der übliche Disco Chart Müll, den ich mir in den Ferien auch gefallen lassen musste. Schließlich wollte ich ja was von der hübschen Tochter des Hoteliers in Bayern. Es war unser letzter gemeinsamer Urlaub in Höslwang am Pelhamer See. Immerhin mit I was made for Lovin you von Kiss kam ich bei dem Traum meiner schlaflosen Nächte zum Erfolg.

Ich verdränge das genaue Datum, irgendwo in der Schublade liegt noch der Zeitungsartikel mit der genauen Beschreibung. Nur das es ein Montag war, i don´t like Mondays, ging mir nie aus dem Kopf. Die Koch AG Schule fuhr zur GASAG Schulküche, meine Mutter wollte mit. Also wartete ich nach der Schule vor Hertie in Siemensstadt. Ich wartete ziemlich lange. Zu dieser Zeit war meine Mutter schon auf dem Weg ins Krankenhaus Lynarstraße/Spandau verstorben. Als es dunkel war fuhr ich mit dem Fahrrad nach Hause, nicht einen Gedanken verschwendet, dass etwas wirklich Schlimmes passiert sein könnte. Das änderte sich, als ich den Polizeiwagen vor der Tür sah und mir ein Beamter die Tür öffnete.

Zur Beerdigung wurde ich von meinem Vater ins Fußballcamp abgeschoben um mich abzulenken. Ich weiß bis heute nicht, ob ich nicht doch lieber bei der Beerdigung dabei gewesen wäre. Wir hatten mehre Trainingseinheiten, Spiel gegen regionale Verein, die wir alle ziemlich deutlich verloren und natürlich Abendprogramm. Nach dem letzten Spiel, das ich zwar mit einem Tor, aber auch mit einer roten Karte beendete ging es in die Dorfdisco. Da lief dann; genau Whatever you Want, der Titeltrack der 1979iger LP von Status Quo fängt an wie ein Stück von Nazareth, aber dran gibt es Status Quo. Gefiel mir! Die ganze Scheibe ist einfach Musik die ins Blut geht. Also vor der Abfahrt noch schnell in de n örtlichen Plattenladen und wirklich, die hatte so viele, das sie welcher verkauften mussten.

Neben dem Titeltrack sollte man sich noch Who asked you, Your smiling Face anhören und dan wäre da noch Living on an Island die zweite Singel Auskoppelung, etws softer.Auf der zweiten LP Seite heiß es Come Rock with me, komm lass uns tanzen. Die ganze Scheibe rockt. Runaway gibt richtig Gas.

Jedes Mal wenn ich die Scheibe im Regal sehe, mit dem Pinguin in Strapsen auf der Rückseite muss ich schmunzeln. Vorne sind Hollywoodstars zu sehen, als Reporter würde sicherlich auch als Klappcover gut aussehen. Das Lächeln verfliegt schnell, denn die Erinnerung an den Verlust kommt dann auch wieder hoch. Mann muss sich damit abfinden, andere hat es noch schlimmer getroffen. Das Leben ist eine Reise die nach Hause führt. Ich hätte allerdings gewünscht, dass meine Mutter nicht so überstürzt abreist. Whatever I want……..

Berliner Kurier – Gipfel der Geschmacklosigkeit.

„Der Begriff Mohr ist eine seit dem Mittelalter verwendete deutschsprachige Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe, zum Beispiel historisch in Bezug auf Kuschiter und Mauren  oder später allgemeiner für Schwarzafrikaner. Er wird nur noch selten gebraucht und heute – wegen seiner kolonialen und teilweise rassistischen Verwendung – häufig als negativ empfunden“.

Genau deswegen wird der Begriff ja nicht mehr verwendet, sollte mal meinen. Man sagt ja nicht mal mehr Mohrenkopf oder so.

Der Berliner Kurier nun hat zum 50zigsten Geburtstag lustige Fußballmannschaften zusammengestellt. Unter anderem auch eine „Farbige Mannschaft. Da tauchen lustige Namen wie Weiß, Schwarz, Weißbrodt, Braun, Roth und Goldbeak. Eigenartig finde ich, dass man auch den Begriff „Mohr“ in der Mannschaft findet.  Mohr= Farbe Schwarz? Also für mich ist das keine Farbe sondern ein alter Begriff, dem ein gewisse Symbolik für die Unterdrückung und Sklaverei der Afrikaner anhaftet.

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Ich finde das ist eine ziemlich peinliche Entgleisung. Im günstigsten Fall ist das eine Geschmacklosigkeit und Entgleisung. Im schlimmsten Fall ein Rückfall in die Zeit, als Deutschland und andere, Afrikaner unterdrückt haben und für mich Rassismus. Übrigens nicht die einzigen Entgleisungen der Presse. Wer ds nochmal der bei der Einwechslungen eines afrikanischen Spielers meint: „Jetzt kommt Farbe ins Spiel“ Darüber kann ich nicht mehr lachen.

Uwe Abel

Kein Wunder von Potsdam

Falkensee / Potsdam Die Falkenseer bekamen heut ein ganz besonderes Ereignis geboten. Das Pokalspiel SV Falkensee-Finkenkrug vs. VFB Stuttgart oder anders gesagt. Preußen Bollwerk trifft Schwabenexpress. Obwohl das Ergebnis für viele schon vorher klar war hofften auch einige auf eine Überraschung. Die blieb aber im Potsdamer Karl Liebknecht Stadion leider aus.

Der Schwabenexpress wurde aber eher ein Bummelzug und biss sich am Preußenbollwerk die sprichwörtlichen Zähne aus. Die ersten 29 Minuten rannten die Stuttgarter vergebens gegen die gut aufgestellte Abwehr an. Mehrmals vereitelte Demuth mit Glanzparaden die Führung der Stuttgarter. Doch dann mussten sich die tapferen Falkenseer geschlagen geben. Aus dem Getümmel erzielte Ibisevic das glückliche 1:0. Die Stuttgarter rannten weiter verzweifelt gegen das Falkenseer Tor an. Demuth du bist ein Teufelskerl. Jede erfolgreiche Abwehraktion wurde bejubelt und beklatscht. Dann Harnik, der bisher nur dadurch auffiel, weiler kurz vorher aus Frust eine Bande zertreten hatte, mit dem 2:0. Ich bin sicher die Bande wird ihm noch in Rechnung gestellt.

Nach der Halbzeitpause fielen erst mal die Stuttgarter Fans auf, mit Rauchbomben. Leider mussten einige Falkenseer Deppen beweisen, dass diese Blödheit nicht nur auf die 1.Liga beschränkt ist und machten es den Stuttgartern in der 70. Minute nach.

Die Falkenseer wehrten sich weiter gegen die Stuttgarter und hatten sogar ei eine oder andere Kontermöglichkeit. Leider fehlte ihnen die nötige Fortune um erfolgreich zum Abschluss zu kommen. Erst als die Kräfte der Falkenseer schwanden gelangen Harnik, Torun und Okazaki weitere Tore. Am Ende hieß es 5:0 für Stuttgart. Der sieg war zu erwarten aber die mitgereisten Stuttgarter Fans warteten vergeblich auf ein Schützenfest.

Wir können stolz sein auf unsere Mannschaft, die ihre Haut sehr teuer verkauft hat und erhobnen Hauptes vom Platz gehen konnte. Nicht aber ohne sich vorher bei den Fans zu bedanken. Die Fans feierten bis zum Schluss dieses einzigartige Erlebnis. Obwohl man soll ja nie Nie sagen.

Auf jeden Fall haben wir den Stuttgartern gezeigt, was eine Harke ist!

Uwe Abel