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Gegen das Vergessen

Die Grünen aus Falkensee und die lokale Agenda 21 organisiern eine Mahnwache. Ein Jahr nach Fukushima findet am 12.03.2012 in Falkensee vor dem Rathaus ein Treffen für alle interessierten und engagierten Bürger statt.

Wir wollen der Opfer gedenken und daran erinnern, dass es immer noch Risiken und Gefahren in Verbindung mit der Atomkraft gibt. Denken wir nur mal an das Thema Endlager und Castortransporte. Auch sind dei Folgen in Japan nicht absehbar. Die Menschen leiden. Es gibt Geisterstädte und die Strahlung ist noch sehr hoch. Tepco leitet immer noch radioaktives Wasser ein. Auch hier sind die Folgen nicht absehbar. Es gibt noch sehr viel zu tun.

Lasst uns daher ein Zeichen gegen Atomkraft setzen. Gedenkt mit uns gemeinsam der Opfer des Tsunamis und der Atomkatastrophe von Fukushima gedenken. Kommt alle zur Mahnwache

Gegen das Vergessen!

FALKENSEE Na schön, es war saukalt, aber es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Also habe ich meinen Allerwertesten doch noch von der Couch hoch bekommen und auf den Weg gemacht. Ziel: Der Platz vor dem Rathaus in Falkensee. Thema: Mahnwache für Fukushima.

Bald ist der Jahrestag der Katastrophe, die viele vermutlich schon aus ihrem Gedächtnis verdrängt haben. Um so wichtiger ist es die Erinnerung daran aufrecht erhalten wird. Informationen über den Status Quo um und in Fukushima sind in den Medien ja eher spärlich gesät. Was ist zum Beispiel aus den Arbeitern, geworden? Umso besser, das Bündnis90/Die Grünen und die lokale Agenda zur Mahnwache aufgerufen haben, die ja heute bundesweit auch in anderen Städten stattgefunden haben.

So wenig waren wir dann auch nicht. Die ca. 15 tapferen Atomkraft Gegner erregten sogar so viel Aufmerksamkeiten, dass sich auch die Presse, dick eingemummelt, die Mühe machte um über die Mahnwache zu berichten. Nach einer kurzen Begrüßung wurde eine Schweigeminute eingelegt. Es folgte ein kurzer Vortrag von Herrn Hans W. Jacobi, der uns noch einmal kurz das Geschehen vom letzten Jahr in Erinnerung brachte. Danach wurde besprochen, wie die Mahnwache für den 11.03.2012 geplante werden kann. Ursula Nonnemacher, Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende (Grüne/Bündnis90) wies auf die Wichtigkeit der Mahnwachen hin, betonte aber auch das wir uns verstärkt für eine konstruktive Umsetzung der Energiewende einsetzen müssen. Auch in Brandenburg liegt da einiges im Argen, weil die Regierung nicht handelt und die gesteckten Ziele nicht erreicht.

Zwischendurch kam sogar auch einmal die Sonne mit ihren wärmenden Strahlen raus. Eine Strahlung mit der wir gut leben können. Aber auch die Gemeinschaft und der Zusammenhalt wärmte uns. Ein durchaus positives Ereignis. Hinter sind einige auf einen Kaffee mit Frau Nonnemacher ins Bio Backhaus gegangen. Dort gab es ebenfalls noch einige interessante Diskussionen. Wir hoffen, das am 11.03. dann noch mehr zur Mahnwache kommen um der Opfer zu gedenken. Wir sollten nicht vergessen, wie auch Herr Jacobi feststellte,dass eine Katastrophe wie in Fukushima jederzeit auch in Europa, vielleicht sogar in Deutschland möglich ist.

Uwe Abel

Mahnwache Spezial

Seit der Katastrophe von Fukushima, haben wir uns jeden Montag zur Mahnwache vor dem Rathaus Falkensee. Zum Anfang waren wir viele, dann wurden es weniger. Trotz der langen Zeit treffen sich immer noch mehr als 10 Atomkraftgegner zur Mahnwache.

Wir haben in dieser Zeit eine Menge interessanter Beiträge zum Thema Atomkraft, Atomwaffen, Risiken und natürlich auch über die Alternativen gehört. Der Ausstieg, bzw. der Konsens ist aber für die meisten noch nicht genug. Also machen wir weiter. Sehr bewegend war auf der letzen Mahnwache der Brief von Frau Masako Hashimoto aus der Präfektur Fukushima. Der Brief zum nachlesen

Die nächste Mahnwache wird etwas ganz besonderes. Sebastian Pflugbeil wird uns besuchen und einen Vortrag halten. Wer ist das überhaupt.

Sebastian Pflugbeil ist Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. Er war nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ca. hundertmal in der Region, davon sechsmal im Kraftwerk selbst. Er gilt als einer der wenigen, die das Innere des Sarkophags inspiziert haben.

Der 63-Jährige hat an der Universität Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) Physik studiert. Wegen DDR-kritischer Äußerungen wurde seine Promotion erst nach der Wende anerkannt.

Im Jahr 1989 hat der Bürgerrechtler das Neue Forum mitbegründet. 1990 war er Minister ohne Geschäftsbereich unter Hans Modrow und stellte ein umfangreiches Dossier über die Atomkraftwerke der DDR für den Zentralen Runden Tisch zusammen.

Seit 1993 ist Pflugbeil Vorsitzender des Berliner Vereins Kinder von Tschernobyl.

Ich glaube das wird sehr interessant. Die Mahnwache wird daher vermutlich nicht auf der Wiese vor dem Rathaus stattfinden, sondern im Haus am Anger.

Uwe Abel

Dr. Sempf zum Thema Mahnwache

Herr Dr. Sempf war so nett meinen  Artikel  http://wp.me/pR9CJ-KO zu kommentieren. Er hat dies sachlich und freundlich getan und ich möchte daher den Lesern meines Blogs das Schreiben nicht vorenthalten. Ich bedanke mich auch für die aufmunternden Worte am Schluss des Schreibens.

Hier der Original-Text:

Sehr geehrter Herr Abel,

es ist stets erfreulich, wenn sich zivilgesellschaftliches Engagement in unserer Stadt regt: Ob beim Lokalen Bündnis für Familie, bei der Lokalen Agenda oder beim Gedenken der Opfer der Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan. Ihre Aufregung und auch Ihre Empörung sind mir jedoch unverständlich.

Auch wenn Sie jeden Tag Bahn oder Bus fahren, zeigen Sie dem Fahren oder Begleiter Ihren Fahrschein – selbst dann, wenn Sie persönlich bekannt sind. Auch ich habe alle Anwesenden persönlich bei Ihrer Demonstration freundlich mit Handschlag begrüßt. (Schade, dass Sie das nicht erwähnt haben.)

Die Überprüfung einer Genehmigung bei der Durchführung einer Demonstration folgt dem Opportunitätsprinzip. Es sichert die Legalität Ihres Handelns und zieht es nicht etwa in Zweifel. Darin unterscheidet sich mein Handeln nicht von dem eines Schaffners. Sie erwarten als Bürger zu Recht von mir – wie alle anderen Bürger der Stadt auch, dass die staatliche Verwaltung, jedwede Handlung unterbindet, die nicht gesetzlichen Vorgaben entspricht: Das kann die Fällung eines Baumes, das Parken auf einem Behindertenparkplatz oder eine politische Demonstration sein. In jedem Fall ist zu prüfen, ob eine Genehmigung vorliegt.

Die Verwaltung muss jede öffentliche Handlung (oder Handlung mit Wirkung für die Öffentlichkeit) ohne Ansehen der Person auf ihre Vereinbarkeit mit den Gesetzen oder anderen rechtlichen Normen prüfen (können und dürfen), so offensichtlich edel oder verständlich das Anliegen im Auge des Betrachters auch sein mag.

Ich wünsche Ihnen (erneut!) viel Zuspruch und Beteiligung bei Ihren zukünftigen Aktionen, um Mitgefühl und Solidarität für die japanischen Opfer der Tsunami-Katastrophe zu erreichen und zu verstärken. Freundliche Grüße

Ihr Dr. Harald Sempf

Mahnwache Falkensee

Falkensee Viele sind dem Aufruf gefolgt. Fast 300 Falkenseer hatten sich am 21.03.2011 um 18:00 Uhr pünktlich vor dem Rathaus in Falkensee eingefunden. Mit einer Mahnwache wurde den Opfern der Katastrophe in Japan gedacht. Es war aber auch ein Aufruf endlich den Atomwahnsinn zu beenden.

Um das zu unterstreichen gab es weiß Fähnchen mit dem Aufdruck abschalten. Teelichter wurden angezündet. Viele trugen Weiß, in Japan das Zeichen der Trauer. Geredet wurde auch. Sehr bewegend die Rede von Ursula Nonnemacher (Bündnis90/Grüne), nach einer Schweigeminute. Sie forderte einen vernünftigen Dialog zum Atomausstieg, ohne die Atomkraftbefürworter anzugreifen.

Mich hat dann auch der folgende Kanon bewegt, der von einem Teil des Gospelchors der Kirche Finkenkrug vorgetragen wurde

Friedenskanon
(Nach dieser Erde…)
Melodie (3-stimmiger Kanon)
(1) Nach dieser Erde wäre da keine, die eines Menschen Wohnung wär‘.
(2) Deshalb Menschen achtet und achtet, dass sie es bleibt!
(3) Wem denn wäre sie ein Denkmal, wenn sie still die Sonn‘ umtreibt?

Wie wahr und passend. Zum Abschluss dann noch der Aufruf der Lokalen Agenda und dem Büro, jeden Montag sich wieder zu treffen, bis der Atomausstieg endgültig ist. Das wird sicher die längste Montagsdemo. Der Weg zum endgültigen Ausstieg wird noch lang und schwer. Aber der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt und der wurde heute getan. Übrigens, der RBB hat ausführlich darüber berichtet.

Uwe Abel