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Flohmarkthunter

Lange ist es her, sehr lange. Also so mindestens 15 Jahre, das ist auf der Jagd war. Meine letzten Erfahrungen auf den Flohmärkten waren nicht so positiv. Ich wäre wohl auch nicht gegangen, wenn meine Tochter mich nicht dazu animiert hätte.

Akt 1:
Wir besuchten den Flohmarkt in Dallgow im Havelpark. Meine Güte war der voll. Ich war guter Hoffnung vielleicht die eine oder andere Schallplatte zu erstehen, wogegen mein Tochter sich auf Videogames konzentrierte. Es gab offensichtlich viele gewerbliche Händler und wenig private Verkäufer. Mit Schallplatten waren gar nicht so viele vor Ort. Die gewerblichen Schallplattenhändler erkennt man daran, dass die Platten alphabetisch oder nach Rubriken sortiert sind und meistens in Plastikhüllen stecken. Die Herrschaften wissen natürlich auch was sie für Schätze haben und was diese wert sind. Dafür kann man sich dann aber auch in der Regel auf eine gute Qualität freuen. Für mich nur interessant, wenn ich was ganz bestimmtes suche.

In der Regel liebe ich aber das Risiko und möchte echt ein Schnäppchen machen. Was mir aber dort begegnete war echt das Grauen. Wie die Herrn mit dem schwarzen Gold umgehen, fruchtbar. So sahen die Scheiben auch aus. Echt nicht zu empfehlen. Ich wollte schon resignieren, aber einen Stand habe ich dann doch noch gefunden. Am bunten Produktportofolio war zu erkennen, dass es sich um einen Hobbyverkäufer handelt. Zwei Kisten mit Schallplatten standen auf dem Tisch, zwischen allerlei Krimskram. Wie zu erwarten, war erst mal nichts Besonderes in der Kiste, hauptsächlich Massenware, bis auf….

…..tja bis auf eine Werbeschallplatte von Bayer Organica. Künstler der leider verstorbene Tomita. Mag jetzt nicht so spannend klingen, aber das Teile ist limitiert. Hinten auf dem Cover stand halt die Nummer 176, mein persönliches Exemplar. Genau MEINS! Denn für nur 4 Euro konnte ich die Rarität erstehen. Gehandelt wird das Exemplar noch nicht sehr hoch, aber was nicht ist kann noch werden. Es wird auch nicht den Status der Oxygene / Dräger Werbegeschenkplatte erreichen, aber dafür ist die Qualität neuwertig.

2. Akt:
Diesmal war ich zuerst auf dem 17.Juni. Kannste vergessen. Nur Profis, die teilweise völlig überzogene Preise haben. Der Einzige der anscheinend privat da war, hatte nur zerkratzte Scheiben oder Mondpreise. Also nächster Markt. Der Flohmarkt in Siemensstadt ist für Plattensammler wie mich gar keine Reise wert. Da gibt es weniger als Nichts, nämlich gar Nichts. Auf dem Rückweg kamen wir noch an der Trödelhalle vorbei. Diese hat fast ständig auf und hat am Wochenende noch einen klein Flohmarkt vor der Tür. Also rein da.
Mein Gott. Was für ein Gerümpel und so staubig. Trotzdem wanderten wir einmal durch und stießen doch tatsächlich auf ein paar Kisten mit Schallplatten. Beim Verkäufer war ich mir nicht so sicher ob er Ahnung hatte oder nicht. Immerhin sauber sortiert, wenn auch nur nach Stilrichtung. Hauptsächlich wieder Massenware. Dann zog ich das Debüt von Latin Quarter aus der Kiste. Die LP mit dem Hit Radio Africa wollte ich schon immer haben. Bloß…., welcher Idiot hat da was auf die Hülle geschrieben? Sah wie ein Widmung aus, so ein Dankeschön Geschenk quasi. Damit lag ich nicht so ganz falsch. Ich entzifferte zwei Unterschriften und googgelte sie. Das Ergebnis beschleunigte meinen Puls. Die LP war eindeutig von allen Original Bandmitgliedern signiert. Endgültige Klarheit brachte ein beiliegendes Schreiben von Herrn Rahtje von RCA, das besagte LP ein Dankeschön der Band an das Management wäre. Zusätzlich enthielt diese Promoscheibe noch Textkomentare und ein Tourzine. Wie sich herausstellte wusste der Händler nicht, was er da vor sich hatte. Für nur 6,00 Euro wechselte diese LP mit Wertsteigerungspotential den Besitzer. Geht doch.

Stöbern auf dem Flohmarkt lohnt sich doch. Mein Jagdtrieb ist wieder voll erwacht.

Uwe „The Hunter“ Abel

Lokaltermin in Nauen mit Gary Koch.

Es war höchste Zeit. Bisher hatten wir nur per E-Mail Kontakt. Heute habe ich mich mit Gary Koch persönlich getroffen. Wir hatten uns auf dem von ihm veranstalteten Flohmarkt verabredet.

Beim Eintreffen auf dem doch beeindruckenden Gelände wurde ich zünftig über das Mikro begrüßt. Das Gelände ist gigantisch. Etwa 300 Verkäufer haben ihre Waren angeboten. Es war ziemlich voll.

In der Halle haben wir uns dann nett unterhalten und ich durfte seine nette Frau kennen lernen, eine engagierte Tierschützerin. Gary Koch selber ist einfach sympathisch und ihn springt der Schalk und die Lebensfreude förmlich aus den Augen. Sein Stimme und Art zu reden erinnert mich etwas an den Comedian Johann König, das ist keinesfalls abwertend gemeint.

Worüber haben wir gesprochen? Natürlich über unsere unterschiedliche Auffassung zu den im Marktschreier verfassten Artikeln, da haben wir haben einen Konsens gefunden. Gary Koch ist durchaus für konstruktive Kritik offen. Unsere Intention ist ja gleich. Der etablierten Politik im Havelland die Grenzen aufzeigen. Gegen den Filz, die mangelnde Transparenz angehen. Das Angebot von ihm, auf dem Markt mal einen Infostand der Piratenpartei einzurichten ist großzügig und werden wir sicher annehmen.

Herr Koch berichtete mir auch, wir er zu dem Gelände gekommen ist und wir er angefeindet wurde, weil er unter anderem nicht an die Havellandklinik verkaufen wollte. Daraus resultierte die Aktion mit der Moschee und der Koranschule, die bei der Bevölkerung, der Presse und Politik Verwirrung und Empörung auslösten. Eine wahre Eulenspiegelei, bei der am Ende Politik und Presse bloßgestellt waren. Sein Frau berichtet über Tiermisshandlungen, die geduldet werden, weil da alte Seilschaften zwischen den Beteiligten bestünden. Auch kamen wir auf die SVV Nauen zu sprechen, dort sind anscheinend Fragen, z.B zu Bauanträgen nicht gewünscht. Das schreit ja geradezu nach einem Besuch von Pirat Rincewind. Die Themen, die wir besprochen haben reichen für viel Blogs. Wir haben vereinbart in Zukunft zusammen zu arbeiten und uns zu unterstützen. Vielleicht gelingt es uns ja den Marktschreier wieder zu beleben. Unser Ziel ist klar, man wird von uns hören!

Uwe Abel