Archiv der Kategorie: Satire und Spaß

Aal grün im Fiat 500

Der 1. Mai des Jahrs 1964 muss ein schöner Tag gewesen sein. Es war ein Freitag ein wunderbares und schönes Wochenende lag vor meinem Vater und seiner hochschwangeren Frau.  Mein Vater war ein Gentleman, manchmal jedenfalls. Für den Feiertag hatte er sich für die junge Mutter etwas ganz Besonderes ausgedacht. Meine Mutter liebte Fisch. Ihre Lieblingsspeise war Aal grün.

Also lud mein Vater meine zukünftige Mutter;  erwähnte ich bereits,  dass sie hochschwanger war? Also  er verlud sie in den Beiwagen seines BMW  Motorrades R60 und man knatterte die Havelchaussee runter zum Wirtshaus Nikolskoe, direkt am Wannsee  gegenüber der Pfaueninsel. Dort verzehrte mein Mutter zwei Portionen Aal grün.  Die Bestellung der zweiten Portion quittierte die Bedienung mit der Bemerkung: „ Na, se müsse ja och für zwee Personen futtern“! Was mein Vater aß ist leider nicht überliefert aber ich tippe mal auf Haxe oder Eisbein. Dazu einige Bier um den Mordsappetit meiner Mutter zu verarbeiten.

Gut gesättigt und zufrieden machte man sich am frühen Abend auf dem Rückweg um den Abend gemeinsam vor dem alten Saba Schwarz-Weiß Fernseher zu beschließen.  Es war ein Fernsehschrank mit Türen.  Meine Recherchen haben ergeben, dass man sich vor dem Zu Bett gehen noch die Sendung Musikauktion, u. a. mit Heinz Ehrhardt angeschaut hat, die an diesem Abend das erste Mal ausgestrahlt wurde. Danach ging man zu Bett. Die Nacht war aber sehr kurz. Mitten in der Nacht ging es meiner Mutter gar nicht gut. Auf allen vieren kletterte Sie aus dem Bett, weil sie heftige Bauchschmerzen hatte. Nach gefüllten Stunden des Schmerzes, Übelkeit und anderer unappetitlicher Dinge entschloss sich mein Erzeuger doch ins Krankenhaus zu fahren. Hatte er doch neulich erst einen Bericht über das Thema Fischvergiftung gelesen und vermutete das Schlimmste.

Das Motorrad viel aus. Das Licht war kaputt und das Auto war ja eh bequemer. Naja der alte Fiat 500 war nicht gerade eine Luxuskarosse. Das Highlight waren die sogenannten Selbstmördertüren, die sich nach hinten öffneten und so auf er Autobahn als Bremsklappen wirkten und das bei der Mörder Geschwindigkeit von 105 km/h.  Ungefähr auf der Hälfte der Fahrtstrecke zum Westendkrankenhaus musste mein Vater umdisponieren. Obwohl er nie Medizin studiert hatte, konnte er auf der Nonnendammallee eine neue eindeutige Diagnose stellen. Anders gesagt eine Fischvergiftung konnte er nun als Ursache für die Magenkrämpfe ausschließen. Die Fruchtblase meiner Mutter war nämlich bei meiner Mutter geplatzt und heftige Wehen kündigten mein Erscheinen auf dieser schönen Erde an.  Der Gedanke an einer Geburt im Auto setze in meinem Vater und bei dem Motor des Fiat, der immerhin 21 PS hatte neue Kräfte frei  Also ging es nicht zum Westendkrankenhaus, sondern mit quietschenden Reifen in die Klinik in der Pulsstraße.

Wenige Minuten danach, meine Eltern schafften es gerade noch so in die Klinik, erblickte ich dann das Licht der Welt. Naja, genauer gesagt  im Flur der Patientenaufnahme. Der Kriessal war noch gute 20 Meter entfernt, als ich meinen Kopf rausstreckte.

Bis heute habe ich diese Ereignisse nicht verarbeitet. Okay, ich bin physisch und psychisch gesund (okay meistens zumindest), auch mein Kindheit und Jugend war nicht so übel. Aus mir ist ein vernünftiger Mensch geworden. Nur eins geht bis heute nicht. Ich kann keinen Fisch essen. Also zumindest keinen gekochten oder so. Schon bei Aal Grün oder Karpfen blau  wird mir kotzübel und das obwohl das so gesund ist. Merkwürdigerweise esse ich aber gern Sushi. Obwohl es hätte auch schlimmer kommen können. Stellt euch mal vor meine Mutter wäre Vegetariern gewesen oder noch schlimmer sie hätte vor meiner Geburt zwei Portionen feines Rindersteak vernichtet.

Uwe (The Fish) Abel

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Knut, der Baum, ein Nachruf und eine Einladung zur Einäscherung

Viel zu früh hat uns ein lieb gewonnener Freund wieder verlassen. Ja, er war nur kurz bei uns. Wir hatten eine schöne Zeit mit ihm. Er hatte sich extra für uns in Schale geworfen und für leuchten Augen bei unsern Besucher und den Kinder gesorgt. Nun hat er sein Leben ausgehaucht. In der ersten Woche des neuen Jahres hat es ihm sprichwörtlich die Nadeln aus der Tanne gehauen.

Es geht um unsern Weihnachtsbaum. Es war Liebe auf den ersten Blick. Wir fuhren auf den Parkplatz des Weihnachtsbaum Vermittlungsservice um einen Baum zu adoptieren. Wir parkten und sahen direkt auf den Baumbestand. Eine Nordmanntanne lächelte uns an und rief: “nehmt mich“! Taten wir auch. Anstandshalber haben wir uns noch ein paar minder bemittelte Bäumchen angesehen aber unsere Entscheidung stand bereits fest. Noch nie hatten wir so schnell eine Baum ausgesucht.

WN2014-0013Da stand er nun bunt geschmückt und seine Lampen erhellten unser Wohnzimmer. Wenig später versammelte er die Weihnachtsgeschenke unter seinen Ästen. Seufz, ja er sorgte für eine gemütliche und friedliche Atmosphäre. So stand er noch zu Sylvester in voller Pracht.  Der angenehme Geruch, seien Ausstrahlung, sie wird uns fehlen. Nie klagte er über sein Schicksal, das ihn an seinen Ständer fesselte.

Dann plötzlich in der ersten Januarwoche begann er seine ersten Äste hängen zu lassen. Die schönen goldenen Kugeln hatten plötzlich Bodenkontakt, anstelle frei in der Luft zu schwingen. Die Zeit des Abschieds nahte. Wenn man weiß, das man von jemanden Abschied nehmen muss, sollte man sich darüber Gedanken machen, wie es ein würdiger Abschied wird.

Ein stilles Begräbnis? Einfach anonym in den Wald bringen und dort der Natur ihren Lauf lassen. Oder so als Organspender, verfüttern an die Ziegen. Üblich ist ja die Massenbestattung, also die Abholung  durch die Stadtreinigung. Da weiß man ja nicht wo der Verblichene bleibt. Welche Folgen diese lieblose Arte der Bestattung hat sah man jetzt beim Sturm. Die toten Bäume flogen durch die Gegend und lagen überall herum; ein Bild des Schreckens. Besonders hart ist das Schicksal der nicht verkauften Weihnachtsbäume. Diese werden an die Elefanten im Berliner Zoo verfüttert. Bestialisch. Nein das kommt für uns nicht in Frage. Für unseren Weihnachtsbaum haben wir uns was Besonderes ausgedacht. Er sollte einen ehrenvollen bombastischen Abgang bekommen, genau wie sein Vorgänger.

Als Bestattungsinstitut fungiert hier die freiwillige Feuerwehr Falkensee. Das Bestattungsritual nennt sich Knut. Ein schwedischer Brauch um sich vom Weihnachtsbaum zu verabschieden. Hierbei wird der sterbliche Überrest dem Feuer überantwortet. Hier kann er noch einmal  zum Abschluss etwas Atmosphäre verbreiten. So werden wir ihn immer in bester Erinnerung behalten. Angenehmer Nebeneffekt für uns als trauernde Familie: Wir sind nicht allein. Viele Falkensee´r nehme inzwischen auf Gleiche Art und Weise Abschied. Damit der Abschied noch leichter fällt, gibt es leckere Speisen und Getränke. Ein würdiger Abschluss.

baum-0021So wickelten wir unsern Baum in sein rotes mit Sternen verziertes Leichentuch ein  um ihn zu Ruhe zu Betten. Das war gestern, der 10.01.2015. Leider konnten wir dann gestern doch nicht Abschied nehmen. Auf Grund des Sturmes und der erhöhten Einsatzbereitschaft der Feuerwehr viel das Wikingerbegräbnis aus. So liegt unser Baum nun aufgebahrt mit vielen, vielen anderen auf dem Platz der Feuerwehr und wartet auf seine Einäscherung am 17.01.2015. Wer möchte kann mit uns gemeinsam Abschied nehmen. Die feierliche Einäscherung findet ab 16:00 bei der Freiwilligen Feuerwehr Falkensee statt.

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Uwe „hat nicht mehr alle Nadeln an der Tanne“ Abel

Smoke on the Ladefläche!

Meine Nachbarn haben beim 7:1 gegen Bröselsinien oder so ähnlich nicht nur ihren gesamten Böllervorrat verballert sondern auch ein beachtliches Echo in meinen Kühlschrank getrunken. Ergo, der Alk ist alle und das kurz vor dem Finale. Also musste Ersatz beschafft werden. Der Besuch im Keller zeigte mir dann die ganze Dramatik: Kein Bier, Bionade oder Selter. Alles Alle; Mist!

Also schnell das Leergut in den Kombi geworfen, kurz nachgerechnet und dann los, den Nachschub sicherstellen. Dank des recht umfangenreichen Leerguts würden sich die Ausgaben in Grenze halten, Leergut ist auch eine Form von Alterssicherung. Allerdings war der Kofferraum sehr voll, vielleicht hätte ich vorher Werkzeug und so weiter rausräumen sollen? Nö, keine Lust. Oh weh tanken muss ich auch noch. Das hat jetzt zwar nicht wirklich was mit der Geschichte zu tun aber irgendwie muss ich ja die Zeilen voll kriegen.

Ich fahr ja immer Schleichwege, in diesem Fall die Radelandstr. runter. Schöne laute Rockmucke und Fenster runter. An einer Baustellenampel musste ich stoppen. Zwei Sachen fielen mir gleichzeitig auf. Mein Duftbäumchen; komisch dachte ich, schon zwei Jahre alt und riecht immer noch intensiv nach Vanille und das obwohl Pinie auf dem Duftspender steht. Ja ja die modernen Aromastoffe. Außerdem viel mir das Hupkonzert, die Lichthupen und die wild gestikulierenden Personen in den Autos hinter mir auf. Auch die entgegenkommenden Autofahrer machten ein entsetztes Gesicht. War die Musik zu laut? Erst der erneute Blick in den Rückspiegel offenbarte mir, was ich im ersten Moment übersehen hatte. Der Kofferraum rauchte! Aber wie, da war Fog der Nebel des Grauens noch klar gegen. Klar wir Kloßbrühe.

Wieso, warum brennt mein Auto? Habe ich eigentlich einen Feuerlöscher? Ab welcher Temperatur explodiert der Tank und gibt es ein Leben nach dem Tod? Typische Fragen in solchen Situationen halt. Die Ampel wurde grün und ich konnte die Baustelle passieren, fuhr rechts ran und öffnete vorsichtig die Heckklappe. Ich bekam die volle Ladung ab und zwar Cockpitspray Duftrichtung, na erraten? Richtig Vanille! Ich hatte nämlich in meiner Eile eine leere Bierkiste genau auf den Sprühkopf des Cockpitsprays gestellt, was wiederum dazuführte, das sich der Doseninhalt an der Innenseite der Heckklappe entlud und das mit einem heftigem Sprühnebel. Etwas erleichtert war ich schon, wenn bloß dieser eklige Vanillegeruch gewesen wäre, der bei der Wärme überhaupt nicht angenehm war. Aber vielleicht hätte ich die Putzmittelkiste doch vorher ausräumen sollen.

Alles lüften half bisher Nichts, vermutlich wird die Karre noch bis zu ihrer Verschrottung weiter müffeln. Als ich nach Hause kam fragte die Meisterin des Haushalts, ob ich in der Drogerie alle Deos ausprobiert hätte, ich würde riechen wie eine Chemiefabrik in Bophal. So gescholten zog ich mich mit Motörhead in den Keller zurück um diese Kolumne zu schreiben. Vorher habe ich mich noch mit einem Sandstrahlgerät geduscht und meine Klamotten verbrannt. Sehe jetzt zwar etwas rot aus und habe einen leicht brennenden Schmerz am ganzen Körper, aber wenigstens rieche ich nicht mehr nach Cockpit Spray.

 

Uwe Abel

Autofahrer verklagen die NPD

Bei den Polizeidienststellen gingen gestern mehrere Anzeigen  ein. Einige Autofahrer haben Anzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen die NPD erstattet. Auch der ADAC erstattete stellvertretend für alle Verkehrsteilnehmer Anzeige. In der Begründung und Erklärung heißt es:

„… die Plakate der NPD hängen so hoch und sich nicht erkennen. Die Verkehrsteilnehmer nehmen nur einen Schatten war. Es kommt zu einer ruckartigen Kopfbewegung um nach oben zu schauen, weil der Schatten eine Gefahr darstellen könnten. Durch diese ruckartige Kopfbewegung kommt es zu einer Zerrung der Nackenmuskulatur. Sobald der Fahrer erkannt hat, dass es sich um die braune Gefahr in Form der NPD handelt fällt der Kopf wieder nach vorne, ruckartig. Im Nachgang erleidet der Autofahrer ein Schleudertrauma, weil er dann noch über die dummen Aussagen der NPD heftig den Kopf schütteln muss. Mitunter kommt es auch zum Brechanfällen…..“

Weiter heißt es in der Stellungnahme „…..Die Behandlung des Schleudertraumas dauert und ist sehr schmerzhaft. Die Reinigung des Autos ist sehr aufwendig. Jeder weiß, wie lange sich der Geruch des Erbrochenen im Auto halten kann.“

Völlig H. Ohl, Sprecher der Propanzgandabteilung der NPD war zu einer Stellungnahme nicht bereit, er lies lediglich über seinen Stellvertreter D. Umbatz verlauten:“…. Wir wollten Aufmerksamkeit erzeugen, das uns die Leute zum Kotzen finden, nehmen wir ja täglich in Kauf.“

Die Staatsanwaltschaft wird nun wohl die NPD auffordern ihre Plakate auf die vorgeschriebene Höhe zu hängen. Sollte dies wegen anderer Plakate  nicht möglich sein müsse diese entfernt werden. Ob dies Auswirkung auf das bestehende Verbotsverfahren haben wird ist nicht bekannt. Auf jeden Fall werden die Kosten, die NPD an den Rand des Ruins bringen.

Uwe Abel

Ein Schritt weiter

Erst war es Rincewinds Logbuch, dann der Falkenseer Beoabachter. Jetzt der nächste Schritt. Ich darf eine Kolumne schreiben. Ich war schon etwas überrascht, als mich Carsten Scheibe von Falkensee aktuell fragte, ob ich Lust hätte. Natürrlich hatte ich.

Falkensee aktuell ist, und jetzt muss ich mich doch etwas zurückhalten sonst riecht das zu sehr nach Eigenlob, Eine monatliche Erscheinende Zeitschrift mit einer Auflage von über 35.500 Exemplaren. Da dieses Zeitschrift kostenlos zu bekommen ist, wird sie durch Werbung finanziert. Trotzdem enthält sie halt nicht nur Werbung und dazu passende Artikel, sondern viel Informationen über Falkensee und dir umliegenden Gemeinden. So wie ich gehört habe wird Sie neben der wöchentlich erscheinenden BRAWO recht gern gelesen. Das Falkensee aktuell eine Erfolgsgeschichte ist belegen die ständig steigende Auflage und die zunehmende Seitenzahl .

Er sich in Zukunft auch für meine Kolumne interessiert und mal in das Heft reinschauen möchte findet hier in Zukunft einen Link. zum aktuellen Heft. Die Links sind auf der linken Seite des Blogs zu finden. Derzeit gibt es dort Verweise auf die beiden letzen Ausgaben von Falkensee aktuell.

Es gab auch schon Reaktionen auf die erste Kolumne. Ich bedanke mich für die positive Reaktionen und die Kritik. Natürlich beantworte ich auch in Zukunft Leserbriefe. Wer mir direkt etwas schreiben möchten kann dies gerne unter ufalke64@gmx.de per Mail machen.

Übrigens hatte ich schon erwähnt? Falkensee aktuell enthält noch viel mehr und ist auf jedenfalls lesenswert.

So jetzt ist aber Schluss mit der Eigenwerbung. Viel Spaß beim Lesen.

Uwe Abel