Archiv der Kategorie: Lieblingsscheiben

Meine Lieblingsscheiben auf Vinyl

Jean Michel Jarre – Neuer Meilenstein!

Wenn einer meiner alten Helden eine neue Platte macht ist damit meistens eine gewisse Erwartungshaltung verbunden. Das geht vermutlich nicht nur mir so. Leider ist es dann meistens so, dass diese Erwartungen anscheinend nicht erfüllt werden. Solls nun sowie früher klingen? Oder doch lieber was Neues, Innovatives. Man kann es nicht allen Recht machen. Oft werden Bands auch abgefeiert, weil sie selbst neu sind und irgendwie wie Deep Purple oder Black Sabbath in den 70igern klingen. Manchmal gelingt aber auch einem Ex-Mitglied einer großen Band dieser Coup. Karl Bartos (Ex-Kraftwerk) zum Beispiel mit Off the Record, die Platte, die man von Kraftwerk erwartet hatte. Da wären wir beim Thema Elektronik und zwangsläufig bei Jean Michel Jarre. Sein Meisterwerk Oxygene liegt nun schon 39 Jahre zurück! Eine Scheibe, die ich immer wieder höre.

Das neue Werk ist Electronica: 1 Time Machine  betitelt. Für das Projekt hat sich JMJ für jeden Track einen Gastmusiker ausgesucht: Pete Townshend von The Who, Depeche-Mode-Gründer Vince Clarke, Moby, Massive Attack, Air, der Regisseur und Filmmusikkomponist John Carpenter oder der chinesische Starpianist Lang Lang. Diese Mischung macht schon neugierig. Vier Jahre hat der Maestro an dem Werk gebastelt. Aber genug des Vorspiels. Press Play:

Time Machine: Geht gleich nach vorne Hypnotischer Klangteppich und absolut tanzbar. JMJ ist der Godfather des Trance. Glory ist aus meiner Sicht der nächste Knaller. Etwas dramatischer, etwas poppiger, mit leichter Ohrwurmgefahr.

Bei Close wird JMJ von Air unterstützt. Soundtüftler treffen auf den Meister des Electronic Sounds. Sehr komplex und verspielt. Hat was von Equinoxe und Magnetic Fields.

Automatic Part 1&2, mit Vince Clark (Depeche Mode, Yazzo und Erasure). Die logische Fortsetzung von Magnetic Fields, aber ohne Altbacken oder angestaubt zu wirken. Zeitlos. Auch der Übergang von Part 1 zum 2. Teil ist sehr gut gelungen. Mit IF gibt es einen Break. Man muss sich schon umstellen. Kein durchgehender Klangteppiche eher Ethnopop der moderneren Art. Gute Laune Song aber warum auch nicht. Immortals mischt Industrial Sound Elements mit einem typischen spacigen Keyboardlauf im Hintergrund. Es stampft und quietscht und wird wieder von einer Melodie abgelöst, die einen Captain Future mäßig in die unendlichen Weiten des Weltenraumes entführt.

Moby, ich mag Moby und das Stück Suns have Gone ist Moby und auch JMJ. Eine geniale Zusammenarbeit. Seine Stimme sein Gesang passt perfekt zum musikalischen Soundteppich den JMJ hier auslegt, ergänzt mit einem Beat der jeden mitwippen lässt. Conquistador hielt ich zuerst für einen Ausreißer Doch beim zweiten Hören. Da steckt irgendwie Oxygen  drin, allerdings wie für das nächst Millennium komponiert. Das setzt sich mit Travelator 2 fort. Wobei die Stimme von Pete Townshend dem Ganzen eine rockige Note gibt. Zero Gravity wird zum Requiem für Edgar Froese und war vermutlich sein letzter Output R.I.P. Tangerine Dream ist durchaus erkennbar, faszinierend und fesselnd.

Teilweise so als würden zwei Tracks übereinander liegen, aber ohne Dissonanzen. Mystisch. Dann kommt Rely on me, mit der Avantgarde und Spoken Word Künstlerin Laurie Anderson. Für mich wieder ein Break, der nicht so ganz in das Gesamtkonzept passt, aber auch nicht wirklich stört. Stardust wieder etwas Techno und wieder etwas Oxygene. Watching You mit Massive Attack ist etwas düsterer als der Rest. Hier kommt offensichtlich auch wieder das Thermion zum Einsatz.

John Carpenter schenkte uns bereits tolle Filme und Soundtracks. JMJ Vater war ja auch Komponist und u.a. für Dr. Schiwago und die Blechtrommel verantwortlich. A Question of Blood ist das was es sein sollte ein Perfekter Soundtrack für einen Film, der unbedingt noch gedreht werden muss. Den Schlusspunkt setzt Lang Lang. Zwei grandiose Tastenkünstler treffen aufeinander. Das Album endet mit einem furiosen Höhepunkt. Wieder ist es das Schaffen der 7oiger, das JMJ mit neuen Takten unterlegt und umrahmen lässt von Lang Langs unvergleichlichem Klavierspiel.

Fazit: Öh ja, erst mal nicht. Die CD läuft noch das zweite Mal durch. Was ist mit meinen Erwartungen. Für mich ist die CD der fast perfekte Spagat zwischen dem klassischen JMJ und neuen Klängen. Altes Vertrautes manchmal auch nur aus dem Unterbewusstsein. Nein ein zweites Oxygene ist es nicht, muss es auch nicht sein. Es ist auch kein abgehalftertes Spätwerk. 2015 hat sich JMJ neu erfunden und eine neuen Meilenstein gesetzt, der Lust auf die Fortsetzung mach die im Frühjahr 2016 erscheinen wird. Dann sind weitere Unterstützer mit an Bord. Gary Numan, Hans Zimmer, Yello und David Lynch.

Traum aus Glas

Ihr kennt Das? Ihr sitzt mit eurer Liebsten im Restaurant und hebt euch das schönste Stück Fleisch bis zum Schluss auf und dann….“ Schatz kann ich mal von dir probieren“? Das war´s mit dem Genuss!

Zum Glück geht’s mir mit meinem Platten nicht ganz so. Manchmal hebe ich mir ein Stück des frisch erworbenen Vinyls bis zu einem besondern Moment auf. ´Die Gefahr da mir meine Frau den Spaß an dem oralen Genuss verdirbt ist relativ unwahrscheinlich; zu unterschiedlich sind die Geschmäcker. Sieht bei den Heavy Metal CDs schon anders aus. Da muss ich schon mal öfters im Zimmer der Töchter nachsehen. Der aktuelle Leckerbissen, den ich heute genieße will ist ein Second Hand Kauf. Blaues Label Amiga. Alles klar, Ostrock! Aber nicht irgendeiner, sondern City. Ach ja, Am Fenster, King vom Prenzlauer Berg. Das ist was der Wessi so kennt, jedenfalls, wenn er in der Nähe der Grenzanlagen gewohnt hat. Aber es gibt noch mehr was erwähnenswert ist.

Unter der Haut zum Beispiel. Das Cover ziert die Ostberliner U-Bahn im Tunnel dazwischen die Band. Was macht diese LP, die 1983 erschien zu etwas besonderem. Zwei Titel hauptsächlich, aber der Reihe nach.

Der Titeltrack kommt sehr poppig rüber. Man spürt die Einflüsse der New Wave Szene des Westens. Etwas spartanisch und nicht so schwülstig wie Karat ein simpler eingängiger Lovesong, der leider nicht so unter die Haut geht, aber tanzbar ist. Erinnert mich an die NDW Band Nichts.

Zuckersüß, da hätte ich auch etwas Poppiges erwartet. Wird es dann auch, also poppig, wavig. Stimmlagenwechsel a la Lene Lovic und Nina Hagen. Gesang Stakkatoartig. Netter Beat. Kritischer Song über die Filmindustrie.

Unser Schuldirektor? Tja, verfrickelte Gitarre zum Eingang. Kommt als Ballade. Bisher waren die Texte ganz nett. Der nervt einfach irgendwie. Zum Glück nicht sehr lang.

Sisyphus, da dachte ich erst jetzt kommen die Puhdys. Na, das hört sich doch nach Rockerrente an, das war aber ein Jahr später. Okay ist ganz nett.

Nur Rock n´ Roll, ja und ich mag es endlich knallen mal die Gitarren rein.

Nanu? Eye of the Tiger? Immer diese Intros. Das Riff läuft im Hintergrund die Stimme von Toni Krahl übernimmt die Führung. Nach der ersten Strophe setzen die Synthies ein und duellieren sich mit der Gitarre. Eine rockige Version von „Sag mir wo die Blumen sind“? Super Version, fast schon episch.

Kontra: Für viele der Schwachpunkt der LP. Textlich irgendwie mal wieder auch heute passend. Elektropopwave. Fehlt eigentlich die Düsternis, dann hätte der Song auch in jeder Gruftidisko laufen können. Nein, der Song ist einfach schlecht, fast so wie von ZaZa –  Zauberstab.

Was mich trägt. Netter Beat mit Gitarrensolo am Anfang. Sehr eingängige Melodie und ein zum ersten Mal auf der Platte kritischer Text. Die Zensoren haben es nicht bemerkt.

Glastraum. Definitiv das Highlight und der Hauptgrund für den Kauf. Die Message ist klar. Eingesperrt sein, wie kaum ich raus. In einem Haus aus Glas, renne ich gegen Glaswände. Sehr mutiger Text. Ein Song der sich entwickelt und eigentlich ein Kultstatus haben müsste wie am Fenster.

Ja, manchmal nervt die Stimme. Die Platte hat 2-3 Ausfälle, aber wegen dem Rest lohnt sich das Album auf jeden Fall.

Uwe „Ossi“ Abel

Das ist Punkrock! Aus Falkensee

Stefan, Kevin, Florian harmlos klingende Namen. Hach das sind doch so nette Jungs. Sind sie auch, aber auch wieder nicht. Denn sie machen Musik. Laut, hart, frech, respektlos und kritisch, Punkrock eben und der kommt auch noch aus der Boomtown Brandenburgs. Genauer gesagt aus dem Osthavelland, aus Falkensee kommt er der Punkrock von Prototyp und er kommt gewaltig um ihren Vorbildern in den Allerwertesten zu treten.

Prototyp heißt: Vorabexemplar einer späteren Serienfertigung. Die alten Serien sind aus. Die Hosen zu kommerziell, die Ärzte zu poppig usw. Ist das noch Punkrock? Ich denke nicht. Und Prototyp, ein Vorabexemplar? Vielleicht, aber es geht natürlich ohne die Vorbilder, die ja vermutlich auch im Plattenschrank stehen und als Inspiration dienen.

Nun liegt die erste EP vor, als Gratis Download. Ein echtes Statement gegen die kommerzielle Musikindustrie. Kabelbruch heißt die EP und ist hier zu haben. Gibt’s auch als Karoke Version http://kabelbruch.de.to/

Die Songs sind Klasse und geben einen Eindruck von dem was die Jungs haben. Talent und Spaß an der Musik.

V wie Intro und Vendetta (Intro + Song 1). Schon diese Wortschelmerei gibt plus Punkte. Hört sich frisch und frech an wie die frühen Toten Hosen als sie noch echte Punkrocker waren. Nett auch der englisch gesungene Part.

Zum echten Punkrocker gehört auch ein Song über das (un)kontrollierte Trinken. Prototyp besingen das Thema ohne jegliches Klischee, dreckig, hart und selbstkritisch. Kontrolle, hab ich auch nicht mehr die Füße zappeln und der Kopf fängt an zu nicken. Held ist noch ein Tick schneller. Mein Lieblingstrack bleibt Nazi an der Wand. Textlich voll ins Schwarze. Dumm ist dann nur das Ende. Nein der letzte Track heißt so. Kommt sehr gut Akustisch rüber, mit einem leichten Augenzwinkern.

Wirklich tolle Songs. So richtig passen die Jungs in keine Schublade. Klar hört man da die Toten Hosen, Green Day, Offspring, Rise against oder Bad Religion raus. Aber ich glaube auch die Punkhelden meiner Zeit wie Ramones, Clash oder The Ruts sind den Jungs nicht unbekannt.

Auch Live funktioniert die Musik. Das zeigen ihre Auftritte bei der Open Stage, bei der Fete de la Musique in Falkensee und bei diversen Bandcontests. Sie wirken Cool und professionell und bringen das Publikum schnell auf Betriebstemperatur. Das nächste Mal sind sie im Rahmen der Open Stage in Falkensee am 05.02.2015 zu sehen.
Punker Uwe „Kruste“ Abel

Wolfenstein – How to kill Nazis

Die 90iger waren so na ja, irgendwie nicht mein Ding. Es gab nur wenige Highlights, während ich eine Umschulung mitmachte, damit aus mir doch noch was Anständiges wird, wie man sieht ohne großen Erfolg. Musikalisch stand ich auf Nirvana und Metallica, was in den Charts lief war eh nur Müll Auto: Alter Granada Kombi nur mit Rostschutzfarbe gestrichen, ein Seelenverkäufer. Aber ich schweife ab. Mein erster richtiger? PC stand bei mir im Zimmer, Rechner von Escom unter anderem noch mit 5 ¼ Floppy Disc und 21 MB Festplatte. Ein guter Freund hatte mir eine Diskette kopiert. Darauf enthalten der erste richtige Ego Shooter Wolfenstein 3D. Das spiel machte irgendwie Spaß, wenn auch moralische zweifelhaft. Das mit den Nazis killen und Adolf abmurksen; okay. Aber warum zur Hölle musste man den die ganzen Schäferhunde killen? Die hatten wengistens etwas menschliches

Na ja das Thema Egoshooter hat mich nicht zum Massenmörder gemacht. Gespielt habe schon lange nicht mehr. Meine Antiaggressionstherapie war erfolgreich. Inzwischen gibt es ein neues Wolfenstein; New Order. Spielt merkwürdigerweise im Jahre 1960. ein amerikanischer Soldat wacht in einer Welt auf, in der die Nazis weiter die Macht haben. Ein furchtbarer Gedanke. Erinnert mich etwas an den Roman „Vaterland“ von Robert Harris.

Meine Verwunderung steigerte sich, als mir meine Tochter einen Youtube Link schickte und mir erklärte, dass dieses witzige Stück aus dem Soundtrack des Spiels stammte. Da wurde ich neugierig. Nun liegt tatsächlich rotes Vinyl auf dem Plattenteller. Limitiert auf 500 Stück. Ich habe die Nummer 99. Der Plattentitel ist nicht ganz ernst zu nehmen – Neumond Classics. Untertitel: „Die einzigartige Sammlung mit den größten Gassenhauern der 1960iger“. Ein gelber Stern verkündet: “Zum ersten Mal weltweit erhältlich“. Auch die Rückseite ist retrostyle und zeigt die Cover der vermeintlichen Singles.

Los geht´s: Berlin Boys und Stuttgart Girls. Swinging Sixties Nummer mit DooWoop. Von Viktor und die Vokalisten. Die nächst Nummer ist eine deutsche Version von House of the Rising. Klassische Volksmusik von Wilbert Eckart und seine Volksmusik-Stars. Das Haus Abendrot in Neuberlin. Schon witzig umgesetzt.

Schwarz-Rote Welle singt ich bin überall. Etwas Psycheldelic, etwas Sitar. Lila Morgen, das Tier mit den roten Augen schräger Text, dann schräge Schweineorgel. Erinnert mich irgendwie an die Deutsche Krautrockphase mit den Kosmischen Kurieren. Total Gaga. Den Abschluss bildet Hans, der seinen kleinen VW besingt. Duane  Eddy? Rock n´Roll.? Hat was von Summertime Blues.

Die zweite Seite beginnt mit einer Band die sich “Die Käfer” Mond, Mond, Ja, Ja. Na ja, wieder ein absolute Verarsche deutscher Volksmusik, gefällt mir. Karl und Karla, kommen mit einer Paul Anka Persiflage. Schunkelschnulze, aber lustig; „Mein kleine Liebling“

The Bunkers singen Toe the Line. Garage Rock at his Best. Erinnert etwas an Ballerspiel von den Abgehörten Telefonaten (auch aus einem Videospiel). Der Titel Wetraumsurfen sagt schon alles. The Comet Tails machen beste Surfermucke a la die Quitsch äh ´tschuldigung Beach Boys.

Den Abschluss bilden die Schäferhunde mit Zug nach Hamburg, bluesige Swinging Sixties Nummer.

Ich hatte erst Sorge, dass die Texte vielleicht doch in die rechte Richtung gehen. Tun Sie nicht, sondern nehmen den Größenwahn der Nationalsozialisten richtig auf die Schippe. Der größenwahnsinnige österreichische Malergeselle mit dem furchtbaren Bart, hätte die Musik sofort verboten. Ein musikalische Satireplatte, die Spaß macht. Vielleicht spiel ich doch noch mal eine Runde Wolfenstein 3D. Ach so auf You Tube gibt’s ne Hörprobe.

 

Uwe Abel

Requiem für Johnny Winter

Ironie? Tragik? Die Veröffentlichung seines letzten Werkes konnte er mehr auf dieser Erde verfolgen. Angekündigt ja, aber die Früchte ernten nun Andere. So erschien nun das Letzte Album von Johnny Winter Posthum. Auch der Titel birgt eine gewisse Ironie „Step Back“ auf Deutsch zurücktreten. Sicherlich anders gemeint tritt Johnny Winter von seinem Job als genialer Blues Musiker zurück und gleich auch vom irdischen Leben.

Die Liste der Gastmusiker auf diesem Album liest sich wie ein Auszug aus der Top Twenty der Blues und Gitarrengötter. So wird dieses Album ungewollt, aber durchaus verdient zu einem epischen Requiem. Ben Harper, Billy Gibbons, Brian Setzer, Erik Clapton, Leslie West, Dr. John usw. Dem entsprechend hoch waren die Erwartungen als ich die LP aus rotem Vinyl auf den Plattendreher legte. Die Platte ist chuckberrybloodred.

Unchain my heart, ein softer Einstieg mit viel Bläser und Frauenchor. Könnte auch im nächsten Blues Brother Film auftauchen. Dann geht es ab. Jetzt wird’s dreckig Bluesrock mit Ben Harper, geniales Soli bei Can´t Hold out. Bei Don´t want no women hört man sofort Claptons virtuoses Gitarren Spiel heraus. Dazu Johnny´s Stimme, perfekt.

Who do you love. Johnny völlig alleine geile Riffs und Slides. Mein Lieblinsstück mit Pianosolo. Die erste Seite der LP neigt sich dem Ende, vorletztes Stück; instrumental, Okie Dokie Stomp, it´s Boogie Time. Unverkennbar, hier ist Brian Setzer von den Stray Cats mit am Werk. Den Schlusspunkt bildet Where can you be, auch hier zu erkennen wer mit am Werk ist. Ja, hört sich nach ZZ Top an. Gibbons, der Langbärtige gibt alles.
Zwei Götter Winter und Joe Bonamassa. Ich erstarre. Sweet Sixteen ist so slow und voller Dampf, das mir der Alk in der Ader gefriert. Johnny gesanglich auf dem Höhepunkt. So kann man nur spielen und singen, wenn man fast 70 Jahren den Blues gelebt und gelitten hat.

Auch Dobro kann er, geniale Old School Blues Nummer Death Leader. Auch Joe Perry von Aerosmith lässt sich nicht lumpen Mojo Hand ist eines der schönsten Stücke. Diese Soli….woah  Erpelpelle, Blue Monday mit Dr. John, ein würdiges Ende.

Der Schwanengesang des Johny Winter ist ein würdiger. Ich hoffe die gierigen Hände des Business lassen Johnny in Frieden ruhen und kramen nicht wieder alles raus, was sie noch so finden. Für Step Back gilt: Wer Bluesexperte sein will muss die Scheibe im Schrank haben.

Uwe Abel