Archiv der Kategorie: Lieblingsscheiben

Meine Lieblingsscheiben auf Vinyl

Besser spät als nie.

Hansonis, nicht Han Solo, obwohl das irgendwie ähnlich klingt. Wie komme ich auf diesen Musiker? Nun die Wege des Herren sind lang und verschlungen. Außerdem bin ich experimentierfreudig.

Akt 1:

Der samtstägliche Wochenendeinkauf mit Ehefrau #2 führte uns zu Netto. In der Krabbelkiste neben der Kasse lagen CDs. Nein, das wäre jetzt zu einfach oder? Es waren Hörbücher! Unter anderem ein 6! CD Paket vom Rolling Stone Talking Books. Einfach gesagt das Hörbuch „Unterwegs von Jack Kerouac“ für tata: 1,99. Klasse, perfekt für meine langen Fahrten im Außendienst. Gekauft.

Akt 2:

Das Hörbuch fesselte mich. Schön auch irgendwelche Musikstücke, nur kurz aber irgendwie spannend. Ein kurzer Blick ins Begeleitheft; aha die Songs stammen vom Vorleser selbst. Michael Hansonis, soso. Also mal gegoogelt was der Gute so alles gemacht hat außer vorlesen.  Die Infos reichten aus um mir die CD für einen schmalen Taler zu kaufen. Wer von T.Rex, John Lee Hooker und Dylan beeinflusst wurde  muss einfach gut sein.  Allerdings hielt sich der kommerzielle Erfolg bisher in Grenzen. Band wie Les immer Essen oder King Candy waren nie richtig populär. Aber spannend sind seine musikalischen Meilensteine allemal.

Akt3:

Die CD rotiert im Player. Der Titeltrack erinnert etwas an den Soundtrack von Twin Peaks. Die akustische Gitarre im Mittel gibt dem Song noch mehr Drive. Eine schöne Ballade.  Die Drums eröffnen den zweiten Song. Schöner Independent Pop mit einem durchaus tanzbaren Rhythmus. Eine augenzwinkernde Abrechnung mit dem kommerziellen Pop Business.

Man denkt, die Scheibe wird, bleibt eine entspannte Gitarrennummer, die so leicht folkig popig rüberkommt. Irgendwie plätschert das so dahin. Das ändert sich drastisch. Der vierte Track ist ein punkige wavige mit Wahwah Gitarren bestückte Instrumentalnummer. Third electricm der Beat erinnert an ein Stück von Extrabreit und geht dermaßen in die Beinen da schwindet glatt meine Arthrose. Protector nimmt das Ganze auf und rockt mächtig. Punkiger Rock Wave. Klassische Wave Gitarren Riffs .

La mer? Windgeräusche? Eine Ballade mit einem unwiderstehlichen rauen Gesang steigert sich und hat etwas episches Dramatisches. Gitarrensoli. erneute Temposteigerung, Der Song nimmt Tempo auf. Ich will ans Meer fahren und meine Sehnsucht in die wellen schreien und mitsingen La la la mer. Eine coole Version des Klassikers von Charles Trenent. Partygirl in the Underworld, die Stimme durch den Vocoder, dazu eine dominierende Bassline, bevor die Gitarren die Führung übernehmen. Groovige Nummer.

Strange Belivers ist wieder eine Liebesballade mit Untertönen die dem ganzen einen geisterhaften Touch verleihen. Street auf Fame ist dann wieder ein treibender Beat. Hier kommt doch deutlich der Einfluss von T,Rex durch, auch wenn das ganze etwas nach Grunge klingt. Decaved Stable ist wieder eine Ballade beendet das Album, das leider nur 10 Tracks lang ist. Am Ende klingt wieder das Gitarrenriff das an Twin Peaks erinnert.

Ein spannendes Album irgendwo zwischen Independet, Glamrock, Lou Reed, T.Rex mit Ausflügen in den Wave/Punk. Ein Bindeglied zwischen musikalischen Welten. Ich werde mich wohl mal mit den anderen Scheiben von Hansonis und seinen Projekten beschäftigen müssen. Mein Gott, warum habe ich nur 10 Jahre gebraucht dies Perle zu entdecken. Die CD Walk erschien bereits 2006, aber besser spät als nie!

Ewu Leba

Not the evil way!

Telefon!
„hi Uwe“!
„wer ist da“
„ Hier ist Carlos, ich habe die alte Gang zusammen getrommelt und eine neue Platte gemacht“!
„Cool! Welche Gang“?
„Die Band aus den Zeiten von Woodstock“!

Hätte dieses Gespräch wirklich stattgefunden, so wäre mir vermutlich der Hörer aus der Hand gefallen. Meine Woodstock Helden sind wieder am Start. Santana mit der Originalband (fast zumindest). IV heißt das Werk und das obwohl das schon der 24! Output von Carlos Santana ist. Halt die logische Fortsetzung von Santana III aus dem Jahre 1971 Eine abwechslungsreiche Geschichte hat der Carlos hinter sich, die aus meiner Sicht mit Supernatural 1999 ihren letzten Höhepunkt hatte. Aber wir wollen nicht über die Vergangenheit sinnieren. Wer jetzt immer noch weiß, was es mit Black Magic Women, Samba Pa Ti oder Evil Ways auf sich hat braucht gar nicht weiter zu lesen.

Zweimal 180 gr. Tiefschwarzes Vinyl in einem FOC. Vorne auf dem Cover eine Verbeugung vor dem Cover der ersten LP und nicht nur gedruckt, sondern geprägt. Edel die Aufmachung. Aber wie heißt es so schön, auf den Inhalt kommt es an und der hat es in sich.

Das Woodstock Feeling trifft Voodoo ist sofort da und groovt unwiderstehlich ins Gehirn. Schon die ersten Töne der Langrille beamen einen dahin wo Love and Peace herrschen. Yambu hat irgendwas Afrikanisches an sich Ethno Rock vom Feinsten mit einer Funky Guitar. Santana hält sich mit ausufernden Solis zurück und die Keyboards und der Rhythmus überwiegen. Shake it nimmt Fahrt auf Santanas Gitarre dominiert. Anywhere you want to go erinnert etwas an Evil Ways und etwas Corazon Espinado, aber wesentlich frischer und moderner. Auch hier treffsicher und wohl pointiert die Santanische Gitarre-  Die erste Lp Seite endet mit einer Hommage an das Filmore. Sphärisch spacig und einfach genial. Ein Highlight, eine hypnotische Nummer.

Seite 2 beginnt mit Songs, bei denen Roland Isley von den Isley Brothers das Mikro übernimmt. Love Makes the world go round und Freedom in your mind. Verheißungsvolle Texte und? Ich bin er Meinung ein anderer Sänger mit einer Bluesigen Stimme hätte teilweise besser gepasst. Aber die Musik reißt es wieder raus. Insgesamt zwei nette Nummern. Gerade Freedom mit seiner funky Einlage geht richtig gut ab. Hier passt dann auch die Stimmlage, die doch eher dem Soul zuzuordnen ist.  Die erste LP endet mit Choo Choo / All Aboard. Der Solopart mit Gitarre, dann Orgel und Bongo reißt einen richtig mit.

Die zweite LP öffnet mit Suenos, eine etwas schwülstige Ballade mit spanischer Gitarre. Der Entspannungsmoment. Mir persönlich etwas zu kitschig. Caminando wirkt etwas experimentell und im Vergleich zu den Songs vorher etwas hektisch und chaotisch. Wenn jetzt noch Dieter Meier singen würden, könnte am Anfang gerade als Nummer von Yello durchgehen. Wird dann aber doch eine klassische Latinorocknummer mit fetten Gitarren Solis vom Meister des Singenden Gitarrenriffs. Eigentlich war das der Moment, wo ich etwas genervt war. Manchmal ist Santana wie eine Überdosis oder wie ein zu voll gefüllter Teller beim Buffet. Blues Magic/Echizo ist aber wieder so beruhigend und abwechslungsreich und doch vertraut. So eine Prise Black Magic Women, Peter Green lässt grüßen. Im Mittelteil geht das Solo so richtig ab und lässt einen nicht mehr los. Dieses Doppelstück geht dann nahtlos in eine wilde Session über.

So schaffe ich also doch noch die letzte der 4 LP Seiten. Leave me alone ist für mich eine der schwächeren Nummern. Hätte vielleicht noch auf den Supernatural Album gepasst ist mir A) zu kommerziell arrangiert und zu poppig. You and I auch wieder etwas schnulzig und etwas zu schwülstig vielleicht für einen Liebesfilm geeignet, wirkt irgendwie zäh am Anfang um dann doch mit einem grandiosen Gitarrensoll dem Ende entgegen zu rennen. Zwiespältig, hach kann mich gar nicht entscheiden. Bei come as you are dachte ich natürlich an Nirvana. Eine fröhliche Karnevals Samba Nummer lustig und sorgt für gute Laune. Das hebt die letzte Nummer auf dem Album nochmal zusätzlich hervor. Foregiveness eröffnet melodramatisch, leicht düster und erzeugt am Anfang einen Spannungsbogen, der sich nach 1:40 löst aber bei weitem nicht auflöst. Ein fesselndes Solo vom Meister mit leichtem Schlagzeug im Hintergrund.

Der Altmeister hat sich selbst kopiert. Es ist aber nicht ein simple Kopie, keine Schatten seiner selbst, sondern die fantastische Fortsetzung der Woodstock Ära. Wiederkennungswert ohne Peinlichkeiten. Gemischt mit frischen Zutaten ist das kein Aufguss, sondern einfach eine Platte, die man im Schrank haben sollte. Leichte Abzüge gibt es für die Schnulze und bei den Stücken wo R. Isley singt. Die versauen das ganze zwar nicht. Hätte man diese weg gelassen und dafür die ein der andere Nummer etwas länger gestaltet, wäre das sicherlich ein absolutes Nummer 1 Album geworden.

RANDALE! mit Stefan, Kevin & Flo

Der alte Mann kennt die Jungs schon eine Weile. Der alte Mann ist mit The Clash, Ramones, Iggy Pop, Dead Kennedys, den Toten Hosen und den Ärzten musikalisch aufgewachsen. Punk war immer eine musikalische Farbe im leben des alten Mannes. Später entdeckte er Green Day, The Offspring und Bad Religion und war glücklich, dass Punk nicht tot ist. Okay Punk, Postpunk oder whatever, war nie gänzlich tot. Nun kommt der Punk endlich auch aus der Weltstadt am Rande des Dorfes mit Berlin. Falkensee, die Stadt wo der Bär steppt, musikalisch jedenfalls. Die Jungs, die ich die Ehre habe schon kennen zu lernen heißen Kevin, Stefan und Flo (ich denke er tötet mich wenn ich hier seinen Spitznamen und sein Hobby preisgebe). Ergänzt von nehme ich mal an von Fichte Radio Havanna, wer zur Höhle ist das? (Memo an mich selbst; Vor der nächsten Rezension besser recherchieren). Das ganze firmiert unter dem Namen Prototyp und kommen….m hatte ich schon erwähnt, das die Jungs aus Falkensee kommen?

 

Egal geschrieben habe ich schon öfters über die Herren. Grandios ihre erste Ep Kabelbruch, die es noch immer als Gartis Download auf Ihrer Website gibt. Live habe ich sie gesehen und finde, die haben’s drauf. Unterhaltsame Performance. Sollten unbedingt in der Nigelnagel neuen Stadthalle spielen, die kann dann gleich noch mal neu gebaut werden. Denn Prototyp machen Randale. Randale ist auch der Namen der ersten CD diem und das ist echt der einzige Minuspunkt nur knapp eine halbe Stunde lang ist. Aber was soll’s lieber eine halbe Stunde Musik, die brutal in den Beinen zeckt und zum Pogo auffordert als endlose langweilige Schlafmusik.

 

Nee Power haben die Jungs echt. Die Cd leitet mit einem epischen Intro ein um dann den Hörer an die Wand zu blasen, aber richtig, holla die Waldfee. Der alte Mann ist plötzlich wieder jung. Klar hört man die Vorbilder raus oder doch nicht. Hach Vergleiche sind doch sooooo gefährlich. Aber das klingt alles frisch, motiviert und lebendig. Prototyp ist ja auch kein Coverband, sondern schreiben eigene Texte und Songs. Eher an die frühen Hosen erinnern mich die Songs der eine oder andere Part könnte auch von den Ärzten kommen und the Offspring glaube ich auch als musikalische Wurzeln zu erkennen Was fehlt und das ist auch gut so, ist dieser arg poppige Punk, der dem Kommerz verfallen ist. Rotzfrech auch die Texte die an manchen Stellen mit unserer piefigen Gesellschaft abrechnen.

 

Nachbarschaft zum Bleistift, ein Song über die spießigen Nachbarn und die realen Flanders dieser Welt. Faster, harder Wann geht es los, der dritte Track äh ist das nen Banjo? Huch die Füße zucken. So geht es auch weiter, rauf auf die Tanzfläche, das ist was die Welt jetzt braucht. Song über oder gegen die Pessimisten dieser Welt. Hoffnung, Freiheit, Punk! Das ist was die Welt jetzt wirklich braucht. Randale gefolgt vom Club der Verlierer, jetzt wird’s wild. Der Aufstand der vermeintlichen Verlierer und wie. Einer meiner Lieblingssongs. Für mich am Punkrock der ersten Stunde.

 

Eulenschießen ist völlig unerwartet ja nu, Da treffen Fehlfarben auf die Ärzte. Das ist mal wieder was Neues. Wer bei dem Song im Sessel sitzen beleibt ist vermutlich DSDS geschädigt oder anderweitig schon tot. Monster, schnell dreckig lustiger Text. Gefolgt von der Fun Nummer Pirate in my Garden,

 

Wo ist Ingo, gute Frage, interessiert mich nicht wirklich Hauptsache ohohwoho. Lustig auch die Radioeinspielung. Hilft bestimmt auch gegen langweilige Geburtstagskaffeetafeln. Ingo ist in der (Punk)Disco. WWIDSVGT, tja das müsst ihr selber raus finden. Der Song macht da weiter, wo die Hosen, vor 15-20 Jahren aufgehört haben. Wartet nicht auf mich. Doch ich warte auf eine Fortsetzung. Wohhohohoho

Jungs, Prototyp: Es ist eine sehr gute CD geworden. Ich freu mich auf mehr. Dieses Tempo, diese Power und Spielfreude; Wow., weiter so. So ich mach jetzt Schluss und bin froh, dass mich keiner sehen kann, wie ich zu euerer Musik tanzend durch den Keller hopse.

Link zur Bandseite: prototyp-band.de

uwe abel

Jean Michel Jarre – Neuer Meilenstein!

Wenn einer meiner alten Helden eine neue Platte macht ist damit meistens eine gewisse Erwartungshaltung verbunden. Das geht vermutlich nicht nur mir so. Leider ist es dann meistens so, dass diese Erwartungen anscheinend nicht erfüllt werden. Solls nun sowie früher klingen? Oder doch lieber was Neues, Innovatives. Man kann es nicht allen Recht machen. Oft werden Bands auch abgefeiert, weil sie selbst neu sind und irgendwie wie Deep Purple oder Black Sabbath in den 70igern klingen. Manchmal gelingt aber auch einem Ex-Mitglied einer großen Band dieser Coup. Karl Bartos (Ex-Kraftwerk) zum Beispiel mit Off the Record, die Platte, die man von Kraftwerk erwartet hatte. Da wären wir beim Thema Elektronik und zwangsläufig bei Jean Michel Jarre. Sein Meisterwerk Oxygene liegt nun schon 39 Jahre zurück! Eine Scheibe, die ich immer wieder höre.

Das neue Werk ist Electronica: 1 Time Machine  betitelt. Für das Projekt hat sich JMJ für jeden Track einen Gastmusiker ausgesucht: Pete Townshend von The Who, Depeche-Mode-Gründer Vince Clarke, Moby, Massive Attack, Air, der Regisseur und Filmmusikkomponist John Carpenter oder der chinesische Starpianist Lang Lang. Diese Mischung macht schon neugierig. Vier Jahre hat der Maestro an dem Werk gebastelt. Aber genug des Vorspiels. Press Play:

Time Machine: Geht gleich nach vorne Hypnotischer Klangteppich und absolut tanzbar. JMJ ist der Godfather des Trance. Glory ist aus meiner Sicht der nächste Knaller. Etwas dramatischer, etwas poppiger, mit leichter Ohrwurmgefahr.

Bei Close wird JMJ von Air unterstützt. Soundtüftler treffen auf den Meister des Electronic Sounds. Sehr komplex und verspielt. Hat was von Equinoxe und Magnetic Fields.

Automatic Part 1&2, mit Vince Clark (Depeche Mode, Yazzo und Erasure). Die logische Fortsetzung von Magnetic Fields, aber ohne Altbacken oder angestaubt zu wirken. Zeitlos. Auch der Übergang von Part 1 zum 2. Teil ist sehr gut gelungen. Mit IF gibt es einen Break. Man muss sich schon umstellen. Kein durchgehender Klangteppiche eher Ethnopop der moderneren Art. Gute Laune Song aber warum auch nicht. Immortals mischt Industrial Sound Elements mit einem typischen spacigen Keyboardlauf im Hintergrund. Es stampft und quietscht und wird wieder von einer Melodie abgelöst, die einen Captain Future mäßig in die unendlichen Weiten des Weltenraumes entführt.

Moby, ich mag Moby und das Stück Suns have Gone ist Moby und auch JMJ. Eine geniale Zusammenarbeit. Seine Stimme sein Gesang passt perfekt zum musikalischen Soundteppich den JMJ hier auslegt, ergänzt mit einem Beat der jeden mitwippen lässt. Conquistador hielt ich zuerst für einen Ausreißer Doch beim zweiten Hören. Da steckt irgendwie Oxygen  drin, allerdings wie für das nächst Millennium komponiert. Das setzt sich mit Travelator 2 fort. Wobei die Stimme von Pete Townshend dem Ganzen eine rockige Note gibt. Zero Gravity wird zum Requiem für Edgar Froese und war vermutlich sein letzter Output R.I.P. Tangerine Dream ist durchaus erkennbar, faszinierend und fesselnd.

Teilweise so als würden zwei Tracks übereinander liegen, aber ohne Dissonanzen. Mystisch. Dann kommt Rely on me, mit der Avantgarde und Spoken Word Künstlerin Laurie Anderson. Für mich wieder ein Break, der nicht so ganz in das Gesamtkonzept passt, aber auch nicht wirklich stört. Stardust wieder etwas Techno und wieder etwas Oxygene. Watching You mit Massive Attack ist etwas düsterer als der Rest. Hier kommt offensichtlich auch wieder das Thermion zum Einsatz.

John Carpenter schenkte uns bereits tolle Filme und Soundtracks. JMJ Vater war ja auch Komponist und u.a. für Dr. Schiwago und die Blechtrommel verantwortlich. A Question of Blood ist das was es sein sollte ein Perfekter Soundtrack für einen Film, der unbedingt noch gedreht werden muss. Den Schlusspunkt setzt Lang Lang. Zwei grandiose Tastenkünstler treffen aufeinander. Das Album endet mit einem furiosen Höhepunkt. Wieder ist es das Schaffen der 7oiger, das JMJ mit neuen Takten unterlegt und umrahmen lässt von Lang Langs unvergleichlichem Klavierspiel.

Fazit: Öh ja, erst mal nicht. Die CD läuft noch das zweite Mal durch. Was ist mit meinen Erwartungen. Für mich ist die CD der fast perfekte Spagat zwischen dem klassischen JMJ und neuen Klängen. Altes Vertrautes manchmal auch nur aus dem Unterbewusstsein. Nein ein zweites Oxygene ist es nicht, muss es auch nicht sein. Es ist auch kein abgehalftertes Spätwerk. 2015 hat sich JMJ neu erfunden und eine neuen Meilenstein gesetzt, der Lust auf die Fortsetzung mach die im Frühjahr 2016 erscheinen wird. Dann sind weitere Unterstützer mit an Bord. Gary Numan, Hans Zimmer, Yello und David Lynch.

Traum aus Glas

Ihr kennt Das? Ihr sitzt mit eurer Liebsten im Restaurant und hebt euch das schönste Stück Fleisch bis zum Schluss auf und dann….“ Schatz kann ich mal von dir probieren“? Das war´s mit dem Genuss!

Zum Glück geht’s mir mit meinem Platten nicht ganz so. Manchmal hebe ich mir ein Stück des frisch erworbenen Vinyls bis zu einem besondern Moment auf. ´Die Gefahr da mir meine Frau den Spaß an dem oralen Genuss verdirbt ist relativ unwahrscheinlich; zu unterschiedlich sind die Geschmäcker. Sieht bei den Heavy Metal CDs schon anders aus. Da muss ich schon mal öfters im Zimmer der Töchter nachsehen. Der aktuelle Leckerbissen, den ich heute genieße will ist ein Second Hand Kauf. Blaues Label Amiga. Alles klar, Ostrock! Aber nicht irgendeiner, sondern City. Ach ja, Am Fenster, King vom Prenzlauer Berg. Das ist was der Wessi so kennt, jedenfalls, wenn er in der Nähe der Grenzanlagen gewohnt hat. Aber es gibt noch mehr was erwähnenswert ist.

Unter der Haut zum Beispiel. Das Cover ziert die Ostberliner U-Bahn im Tunnel dazwischen die Band. Was macht diese LP, die 1983 erschien zu etwas besonderem. Zwei Titel hauptsächlich, aber der Reihe nach.

Der Titeltrack kommt sehr poppig rüber. Man spürt die Einflüsse der New Wave Szene des Westens. Etwas spartanisch und nicht so schwülstig wie Karat ein simpler eingängiger Lovesong, der leider nicht so unter die Haut geht, aber tanzbar ist. Erinnert mich an die NDW Band Nichts.

Zuckersüß, da hätte ich auch etwas Poppiges erwartet. Wird es dann auch, also poppig, wavig. Stimmlagenwechsel a la Lene Lovic und Nina Hagen. Gesang Stakkatoartig. Netter Beat. Kritischer Song über die Filmindustrie.

Unser Schuldirektor? Tja, verfrickelte Gitarre zum Eingang. Kommt als Ballade. Bisher waren die Texte ganz nett. Der nervt einfach irgendwie. Zum Glück nicht sehr lang.

Sisyphus, da dachte ich erst jetzt kommen die Puhdys. Na, das hört sich doch nach Rockerrente an, das war aber ein Jahr später. Okay ist ganz nett.

Nur Rock n´ Roll, ja und ich mag es endlich knallen mal die Gitarren rein.

Nanu? Eye of the Tiger? Immer diese Intros. Das Riff läuft im Hintergrund die Stimme von Toni Krahl übernimmt die Führung. Nach der ersten Strophe setzen die Synthies ein und duellieren sich mit der Gitarre. Eine rockige Version von „Sag mir wo die Blumen sind“? Super Version, fast schon episch.

Kontra: Für viele der Schwachpunkt der LP. Textlich irgendwie mal wieder auch heute passend. Elektropopwave. Fehlt eigentlich die Düsternis, dann hätte der Song auch in jeder Gruftidisko laufen können. Nein, der Song ist einfach schlecht, fast so wie von ZaZa –  Zauberstab.

Was mich trägt. Netter Beat mit Gitarrensolo am Anfang. Sehr eingängige Melodie und ein zum ersten Mal auf der Platte kritischer Text. Die Zensoren haben es nicht bemerkt.

Glastraum. Definitiv das Highlight und der Hauptgrund für den Kauf. Die Message ist klar. Eingesperrt sein, wie kaum ich raus. In einem Haus aus Glas, renne ich gegen Glaswände. Sehr mutiger Text. Ein Song der sich entwickelt und eigentlich ein Kultstatus haben müsste wie am Fenster.

Ja, manchmal nervt die Stimme. Die Platte hat 2-3 Ausfälle, aber wegen dem Rest lohnt sich das Album auf jeden Fall.

Uwe „Ossi“ Abel