Der Streit um das Hallenbad

Kein Thema bewegt die Falkenseer die Tage so sehr wie das Hallenbad. Es ist eine Geschichte über schlechte Kommunikation, Missverständnissen, Egoismus und politischen Taktikspielen. Die Stimmung kocht über. Der Bürger ist empört und schreckt auch nicht davor zurück bei einer Demonstration, die dann durch den RBB gesendet wird die Abgeordneten niederzuschreien. Das Verhalten der Schwimmbadbefürworter war beschämend. In diesem Klima hat sich kaum einer getraut kritische Anmerkungen zu machen. Wir sind am Ende, jedenfalls was den Umgang miteinander im Rahmen einer kritischen Diskussion angeht. Aber betrachten wir das doch noch mal. Was ist der eigentliche Auslöser für den vermeintlichen Skandal.

Möchte ich ein Schwimmbad? Naja wer nicht? In jedem von uns steckt ja auch ein Kind. Fragt man ein Kind ob es an der Kasse im Supermarkt einen Schokoriegel haben will, welches kleine Schleckermäulchen sagt da schon nein? Kommt dann Mami aber mit dem Argument, das es dann kein Taschengeld mehr gibt oder der Schokopudding nach dem Mittagessen gestrichen wird, wägen selbst die Kleinsten ab was Ihnen wirklich wichtig ist. Genau deshalb ist die durchgeführte Einwohnerbefragung keine verbindliche und rechtskräftige Aussage. Die Bürger hatten das aber anscheinend so verstanden. Ein großer Fehler der sich nun rächt. Man hat Ihnen unter anderem nicht gesagt welche Opfer sie eventuell bringen müssten. Dazu hat man tatsächlich auch Kleinkinder befragt. Die Kommunalaufsicht hat die Befragung als Entscheidungshilfe für rechtlich unzulässig erklärt und entschieden das diese nicht verwertet werden darf. Das wiederum interessierte Bürgermeister Müller nicht Zitat:“ ….wir haben eine andere Rechtsauffassung“. Die Ergebnisse wurde widerrechtlich veröffentlich und damit der Druck auf die Abgeordneten erhöht. Die anstehende Abstimmung zum Bau des Hallenbads verlief dann nicht wie geplant. Weil unter anderem die AFD für nein stimmte wurde der Bau erstmal abgelehnt. Es folgten Proteste und ein Aufschrei in der Bevölkerung.

Nun stellt sich die Gruppe von 16.760 Befürwortern vertreten durch 55 Demonstranten als Bevölkerung da, deren Wille ignoriert wird. Sorry, Kämpft für euer Schwimmbad, aber bleibt bei der Wahrheit. Nicht mal die Hälfte der Einwohner hat für ein Hallenbad gestimmt. Die Umfrage wurde vorzeitig abgebrochen. Zudem wurden auch die umliegenden Gemeinden befragt, die ja angeblich das Bad mit nutzen sollen. Die Umfrage wurde durch die SPD einseitig beworben und so richtig wurde über die Risiken und Kosten der Entscheidung Pro Hallenbad nicht informiert. Ich bezweifle auch, dass der allgemeine Bürger sich über die Tragweite der möglichen Kosten bewusst ist. Es bleiben viele Fragen offen. Wie geht es weiter?

Ich hoffe die Gemüter beruhigen und man denkt wirklich in Ruhe darüber nach. Der große Wunsch nach einem Hallenbad ist verständlich. Solange die Kostensituation nicht geklärt ist und wir uns nicht wissen, wieviel die Stadt jährlich subventionieren muss kann es keine Entscheidung geben. Herr Bathmann (FDP) hat es auf den Punkt gebracht: „Natürlich möchte ich, dass meine Kinder schwimmen lernen. Ich möchte aber auch, dass sie einen Kitaplatz haben und eine vernünftige Schulbildung bekommen ……“. Ja es gibt noch viele Baustellen und Themen in Falkensee für die auch noch Geld übrig bleiben muss. Immerhin fährt die Stadthalle auch noch Verluste ein. Ich finde es gut, das die Abgeordneten der SVV verantwortungsvoll handeln und sich die Entscheidung nicht einfach machen, nur um sich damit die Gunst der Wähler zu erkaufen.

Eine große Unbekannte beschäftigt mich auch noch und da ist die geplante Badelandschaft Karls Erdbeerhof. Sicherlich ein anderes Konzept, aber zieht das nicht doch mögliche Kunden aus Falkensee ab? Viele Fragen, die man vielleicht mit anderen Gemeinde gemeinsam klären könnte. Derzeit steht die sehr optimistische Kalkulation der Verwaltung auf wackeligen Beinen. Ob das so bleibt werden die folgenden Monate zeigen.

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Ein Gedanke zu „Der Streit um das Hallenbad“

  1. Lieber Uwe,
    ich bin eigentlich ein großer Fan Ihrer Beiträge, aber hier haben Sie ins Klo gegriffen. Sie sind der Ansicht, dass „weniger als die Hälfte der Falkenseer für das Bad gestimmt hat“, weil nicht sämtliche Falkenseer sich beteiligt haben? Haben Sie schon mal was von Demokratie, Wahlen und Mehrheiten gehört? Wenn hier deutlich über 75% der Teilnehmer dafür stimmen, dann ist das eine gewaltige Mehrheit. Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, alle (potentiellen) Nichtwähler waren dagegen? Nur dann würde Ihre Rechnung aufgehen.
    Was die Kosten angeht: Niemand kann verläßlich vorhersagen, was das Hallenbad wirklich kosten oder einbringen wird. Das kann man schätzen, aber ob das so oder anders wird, weiß niemand im Voraus, diese Kristallkugel gibt es nicht. Was man aber weiß ist, dass wir ein gewaltiges Einzugsgebiet von potentiellen Nutzern haben, und wenn das vernünftig gemacht wird, man sich um Zustrom und Akzeptanz keinen Kopf machen muss. Und dass eine Stadt von bald 50000 Einwohnern kein vernünftiges Bad hat, ist nicht akzeptabel. Wir brauchen ein Bad, sowohl für die Jugend, die vernüftig schwimmen lernen soll, als auch die Erwachsenen.
    Das einzige, was mich an der ganzen Diskussion und Verfahrensweise stört ist die Behauptung, dass eine Mehrheit für die Kegelbahn gewesen wäre. Das war schon nicht bei der ersten Vorstellung der Fall, wo deutlich über die Hälfte der Teilnehmer, die sich an der Aufstellung vor den einzelnen Alternativen beteiligten, eben nicht für die Kegelbahn waren. Dort sehe ich tatsächlich ein Defizit in der Befragung, in der einfach die drei Alterrnativen zur Wahl hätten gestellt werden sollen. Aber unabhängig davon: Falkensee ist groß und potent genug, um ein vernünftiges Hallenbad mit Sauna zu betreiben, so dass wir nicht mehr in der Weltgeschichte rumreisen müssen, um mal vernünftig schwimmen zu können.

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