Wiederentdeckt die Erste – Simple Minds

Wir sind mal wieder bei dem überstrapazierten Begriff Postpunkära. Das weißt doch meine Sammlung erhebliche Lücken auf. Das Problem nicht jedes der für mich interessanten Werke wird auf Vinyl wieder aufgelegt und CD will ich nicht. Also Second Hand kaufen, zum Glück gibt es Ralfs Musicland. Da bekommt man gepflegte Second Hand Schallplatten.

Das Objekt meiner Begierde: Reel To Real Cacophony von den Simple Minds aus dem Jahre 1979. Lange vor dem kommerziellen Alive and Kicking, Belfast Child und Don´t you…. Nein wirklich, die haben mal wirklich innovative coole Mucke gemacht. Das Debüt war noch reiner Punk, der doch sehr an die Vorbilder erinnerte aber halt von den Kritikern geliebt wurde und als Erfolg zu werten war. Wie so oft kam das Nachfolgewerk Reel to Real Cacophony nicht so gut weg. Aus meiner Sicht völlig unterbewertet. Das Album ist innovativ und experimentell. Es war seiner Zeit irgendwie weit voraus. Man nehme etwas The Cure, Bauhaus und späte Depeche Mode, rührt noch etwas Gary Numann und OMD rein und fertig ist ein einzigartiges Album, das sich zu hören mal wieder lohnt. Es ist eine Entdeckungsreise.

Reel to Real: Schon der erste Track erinnert mit seinem düsterem langsamen Beat an eine Mischung aus Gary Numan und Depeche Mode mit etwas Synthigezwitscher. Sollte auf jeder Dark Wave Party laufen. Bei Naked Eye hört sich vom Gesang her etwas nach Mr. Smith von The Cure an und wirkt auch fast so hektisch paranoid. Citizen ist schon waviger.

Carnival, der Name sagt schon alles Rummelplatzmusik mit einem langsamen Wave Beat unterlegt. Wechselnder Gesang. Irgendwie einzigartig. Die Zwischenstücke vom Synthie könnten auch gut von einem  OMD Album stammen. Factory ist da schon wieder etwas dramatischer und düsterer.

Cacophony und Veldt sind sehr experimentell und würden den Residents zur Ehre gereichen. Könnte aber auch aus den  70igern von  einer experimentellen Krautrockband stammen. Hat was von einer Soundcollage. Schräg, da muss man sich für öffnen.

Premontion ist ein weiteres Highlight, dieses Stück dürfte Bands wie Propaganda inspiriert haben. Vielleicht die poppigste Nummer des Albums. Changeling öffnet mit einem Gitarrenriff was an Beat und verzerrten Gitarren und Gesang folgt ist gewaltig. Ein Soundteppich. Hat sich hier Gary Numan zu Cars inspirieren lassen. Doch definitiv, das steck auch etwas vom ersten Album der Tubeway Army drin.

Film Theme? Moment mal haben sich hier die Gorillaz bedient? Egal, ein kurzes Stück bestens geeignet für einen Mystery Film. Calling your Name ist eine rockigere Nummer, wieder mit einem schrägen Uptempo Riff.  Den Abschluss bildet Scar, eine Nummer mit einer Tremolo Gitarre, die nach jedem Akkord nachhallt und ausklingt. Darunter gelegt ein geisterhafter Keyboardlauf.

Ein geniales Frühwerk der Simple Minds, ohne Pathos und Bombast. Musikalisch das fehlende Verbindungsstück zwischen Punk und Wave. Das Missing Link zwischen The Cure und Depeche Mode, Bauhaus und späteren Helden der Post Punk Wave Ära.

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