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The Stones kill the Blues

Zum Jahresende, kurz vor Weihnachten werden A) von berühmten Bands und Musikern Alben auf den Markt geworfen und B) Irgendwelche Best of Listen kreiert. Warum auch nicht. Im Fall A geht’s meistens ums Geld und wenn es nur ein Best of Album mit einem!! Neuen Song ist. Und wenn man beides nicht bieten kann, dann mach man halte ein Coveralbum.

Machen wir es kurz, im Fall B) habe ich eine Liste der überflüssigsten Schallplatten dieses Jahres gekürt. Auf Platz 1:  Tatata die Rolling Stones mit Blue & Lonesome. Einer der Gründe für diese Entscheidung liegt im Punkt A) kurz vor Weihnachten schmeißen die Rocklegenden und Supermillionäre ein Album auf dem Markt, das 12 Coversongs von Blueslegenden auf den Markt. Nichts Eigenes und vor allem nichts Neues und das nach über 10 Jahren von The Bigger Bang.

Für mich enttäuschend. Stehen doch einige Klassiker der Stones bei mir im Schrank und ich gehöre zu Zunft, die auch Their Satanic Majesties Request etwas abgewinnen können. Was haben sich die Glimmer Twins (Richards/Jagger) nur dabei gedacht. Sie wollten zum Anfang zurück, zu Ihren Wurzeln, die im Blues liegen. Den Helden des Blues ein Denkmal setzen. Nun gut gedacht ist nicht immer getan.

Bevor ich mit dem Album beschäftigen wollte las ich die ersten Kritiken. Die Herren der Musikpresse überschlagen sich bei Superlativen und in der Bewertung des Stones Albums. Klar, die Scheibe ist perfekt produziert. Man spürt einerseits eine gewisse Spielfreude, die aber durch die Perfektion in den Hintergrund gedrängt wird. Viel zu glatt geschliffen. Man fragt sich, wie oft die Jungs ihre Parts eingespielt haben und wie viel nachgeholfen wurden, bis alles so perfekt sitzt. Irgendwei nicht überzeugend

Hört man sich dann mal die Originalaufnahmen von Little Walter, Howlin Wolf, Magic Sam und den anderen wird einem erst richtig bewusst, was die Stones getan haben. Sie haben den Blues getötet. Es fehlt die Emotion, die Rauheit und die Lebendigkeit, die trotz der Traurigkeit dem Blues anhaftet. Das Lebensgefühl des Blues, die Stones haben es wegproduziert. Es ist eine kalte Platte. Einige Songs wurden ja schon mal neu aufgenommen. Das Beispiel von Led Zeppelin, die Otis Rusch – I can´t quit you Baby aufgenommen zeigt, dass es besser geht. Dass man die Blues Klassiker neu interpretieren kann und trotzdem das Urfeeling  bewahren kann.

Bleibt zu hoffen, dass die Stones diese Schandtat nicht wiederholen. Das Album wird trotz meiner Kritik wie geschnitten Brot über den Tisch gehen. Der Kommerz gewinnt und der Blues stirbt, schade.

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