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Thema verfehlt? Zu wenig Jarre, zuviel Techno!

Sparen wir uns das Gedöns und Geseiere um Pop- und Rockgrößen, die vor ca. 35 Jahren einen Meilenstein abgeliefert haben und jetzt nichts mehr reißen. Hören wir auf zu Jammern, das sie diesen Erfolg nicht wiederholen konnten, oder bei dem Versuch dieses zu tun einfach in die Bedeutungslosigkeit abdriften. Schluss mit der überzogenen Erwartungshaltung an diese Künstler, zu denen auch Jean Michel Jarre gehört. Es wird kein zweites Oxygene geben. Ich glaube das wäre auch zu langweilig oder. Nun im November 2015 lag J.M. Jarres Electronica im Player und strafte mich etwas Lügen. Time Machine vereinte Neues mit Altem. Hatte aber auch seine Schwächen. Daher waren meine Erwartungen an den zweiten Teil „Heart of Noise“ nicht besonders hoch.

Das CD Cover verfügt über ein Lasche und durch zusammen stecken und Klappen wird aus den zwei Einzel CDs ein Doppel CD. Nett und die Musik?

Der Meister eröffnet mit dem Titeltrack recht düster und dramatisch und unterstützt von Rone einem französischem D-Jay. Am Anfang ehe der klassische frühe JMJ. Im zweiten Teil geht’s dann in die Richtung Trance. Der Einfluss von JMJ auf die D-Jay Szene wird mehr als deutlich tanzbar und Club tauglich.

Was folgt ist ein Who is Who der Pop-Elektronik Musik. Leider aus meiner Sicht nicht immer gelungen oder stimmig. Ich brauchte auch mehrer Anlauf mich hineinzuhören. Brick England ist ein einprägsamer Beat. Ist aber halt mehr Pet Shop Boys als JMJ. Die sphärischen Klänge und der Feenhafte Gesang von Julia Holter bei Little Creatures ist dann schon eher mein Fall.

As One mit Primal Scream geht dann wieder in die Moderne und ist für mich einfach zu viel Euro Disco im Malle Stil. Gefällt mir überhaupt nicht, Viel zu Einfallslos! Ich fand die 90iger schon früher Scheiße. Here for You mit Gary Numan, den ich auch sehr mag. Das Stück passt sicherlich zu Numan, aber wo bleibt hier die typische Jarre Note?

Electrees ich sicherlich ein Highlight dieser CD. Hans Zimmer und JMJ harmonieren perfekt, Sicherlich haben auch die Parts von Jarre, die an Oxygene 2 erinnern ihren Anteil daran. Am Ende des Stückes die Frage, was bekommt man heraus, wenn man Hans Zimmer mit JMJ kreuzt? Ganz klar: Vangelis, hat mich schon etwas überrascht ist aber gut gelungen.

Edward Snowden mischt auch mit Exit ist ein harte schnelle Nummer mit Spoken Word des eben genannten. Mehr ein politisches Statement aus dem elektronischen Chaos. Nervt leider irgendwie. Leider macht JMJ in diesem Stil weiter mit Peaches und What you want. Hier habe ich das erste Mal abgebrochen. Gisele geht da schon wieder etwas besser ab. Sebastian Tellier ist nicht so aufdringlich und die Präsenz von JMJ ist deutlich spürbarer als bei den beiden Tracks davor. The Orb mochte ich schon immer etwas, z.B. bei Ihrer Kooperation mit David Gilmore. Switch on Leon ist sehr experimentell und spannend. Hier setzt JMJ das Theremin geschickt ein schaurig schön.

Eine Überraschung ist die Zusammenarbeit mit Moritz Friedrich aus Berlin, besser bekannt als Sirius Mo. Fetzige Nummer mit Anklängen an Barock und Rokoko. Haut rein. Darauf folgt Yello, die Schweizer Elektropioniere. Dieter Meiers Gesang und die Klänge aus JMJ Synthesizers sind eine perfekte Symbiose. Der Kinderchor erinnert etwas an Scala passt aber zu dieser Nummer. Ein weiteres Highlight. Why This, why That, Why? Gute Frage. Weil Sie es können.

Oops was jetzt Intro von Money. Kommt jetzt Pink Floyd um die Ecke? Nein nur Jeff Mills mit Architecture. Geht so,  ist aber nicht so aufregend. Liegt vielleicht daran, das mich Techno D-jays nicht wirklich vom Hocker reißen. Ist mir einfach zu langweilig und auf dieser CD definitiv zu viel davon. Mag sein das JMJ die Herren beeinflusst hat, aber aus meiner Sicht haben einige Stücke wie auch das von Mills hier nichts verloren.

Komischerweise spricht mich Swipe to the right mit Cindy Lauper eher an. Nette Nummer. Aber auch hier fehlt mir was. Walking the Mile mit Christophe, Hier habe ich wieder das Gefühl, das passt, Hypnotische Nummer finde ich.

JMJ beendet das Album mit Falling und Heart of Noise mit versöhnlichen und vertrauten Klängen.

Ich möchte nicht sagen, das ich enttäuscht bin, aber über zeugt hat mich der Zweite Teil des Electronica Projekts nicht. Zu viel harte moderne Klänge, zuwenig gewohntes von Jean Michel Jarre. Irgendwie Thema verfehlt 6 setzen? Nicht ganz aber fast.

Verflucht sei das digitale Medium. Frei nach dem Motto, weil 74 min. rauf passen knallen wir auch 74 min drauf. Masse statt Klasse? Da lob ich mir die LP. Da wirkt das doch viel komprimierter bei ca., 45 min. Ich glaube nicht, das Oxygene ein Knaller geworden wäre wenn das Werk länger gewesen wäre. So hätte Jarre vielleicht auf den zweiten Teil des Electronica Projekts verzichten sollen.

Uwe „Oxygene“ Abel

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