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THE FRIENDS OF MR. ENDERLEIN

Hm Enderlein? Der Name hat schon etwas, was einen neugierig macht. Kennen gelernt habe ich den jungen Mann anlässlich einer Open Stage in der Elsterklause. Es war im Oktober oder November. Meine Stimmung war melancholisch. Die Bands vorher waren ehre rockig, aber dann trat Enderlein auf. Er spielte Gitarre und sang Folk, leise sanft bewegend, irgendwie dramatisch. Sehr emotional auch sein Stück, für das er sich an das Stage Piano setze. Eigentlich nicht meine Musik aber es gefiel mir und anscheinend auch den Rest der Elsterklause. Es war schlagartig still im Saal. Ich folgte in Zukunft Enderlein, der mit Vornamen Christoph heißt, im sozialen Netzwerk. Ich war überrascht und erfreut das er eine CD herausbringen wollte, die ich gleich vorbestellte und die heute hier mein Thema ist.

Die CD heißt „My Friend“ und das Cover ziert ein Elefant. Im Nebel? Oder im Wasser? Sehr mystisch, warum ein Elefant? Das klärt sich aber auf, als ich mich mit dem Booklet beschäftige. Die CD ist Edgar Ott gewidmet. Der war unter anderem Synchronsprecher und Hörspiel Charakter. Er hat Benjamin Blümchen gesprochen, ein Held und Liebling meiner Kinder und offensichtlich auch der von Enderlein, der sogar extra das Grab von Ott besuchte. Aber auch mich holt Christoph Enderlein ins Boot für seine musikalische Reise, denn Ott hat auch den Balou im Dschungelbuch gesprochen und auch den Obelix synchronisiert. Jetzt bin ich richtig neugierig auf diese Songs die Enderlein aus verschiedenen Sichtweisen, seiner eigenen und der der von Ott erzählt sowie von Ereignissen aus den Hörspielen Benjamin Blümchens spricht. Mal etwas anderes als über Beziehungen, Sex Drugs and Rock n Roll oder den eigenen Weltschmerz zu singen. Okay also rein in das Laserabspielgerät mit der Scheibe

Die ersten Töne…., nein so geht das wirklich nicht. Ich mache die CD wieder aus. Geht gar nicht. Die muss ich in Ruhe hören. Nebenan kreischen die Kinder der Nachbar mäht Rasen. Für diese Musik brauch ich Atmosphäre. Die gibt’s bei mir im Keller, also Stellungswechsel. Schnell das geheime Ritual. Jetzt kann ich die CD genießen.

„Waited For You“. Gesang und Gitarre. Sehr sanft, dann setzt dezent das Banjo ein und der Song nimmt noch etwas Fahrt auf. Wie wenn als man aus einer trüben Nacht auf einmal in den Sonnenaufgang fährt. Für „Arouse me“ setzt sich Enderlein das erste Mal an die Tasten. Ein wunderbar melancholisches Lied.

Der Übergang zu „Devil´s Oak“ wird mit Geräuschen unterlegt. Was dem Ganzen eine spannende Note gibt. Gesang und Gitarre, mit 06:48 eines der längeren Stücke auf dem Album. Plätschert gemächlich vor sich hin. Hat etwas Mantra artiges, Beruhigendes ist aber überhaupt nicht langweilig, weil die Stimme immer wieder eine Steigerung bringt, ein Background Chor sorgt für eine zusätzliche Verdichtung. Als nach 4:30 die Stimme von Enderlein zerbrechlich wird gibt es den Break. Melodiewechsel. Vom Träumen zum mitwippen. Das Finale hat etwas Episches.

Der Anfang von „Fly with me“ erinnert mich etwas an Simon and Garfunkel. Tolle Lyrik, einfach mal genau hinhören und wieder ändert der Song etwas die Richtung. Das macht die CD so spannend. Was kommt jetzt? Bei „Steady like you“ kommt das Piano wieder zum Einsatz. Die Stimme von Enderlein übernimmt die Führung. Ich finde diese dramatische Phase zum Ende des Songs großartig.

Mit „Deep Blue Water“ zeigt Enderlein, welche Bandbreite seine Stimme hat. „Summer Swing“ ist mein Favorit. Vogelgezwitscher und das Piano. Großartig der Chor im Refrain. Zum Schluss setzt Enderlein wieder Geräusche ein, Höre ich da einen Flieger? Sollte wirklich mal im Radio laufen.

„Leila“ eindeutig ein Liebeslied oder auch nicht? An irgendwas erinnert mich die Melodie, aber ei Schublade im meinem Kopf geht nicht auf. Dieser Song nimmt auch im letzten Drittel eine ganz andere Richtung und wird intensiver und kräftiger. Das Banjo läutet das Finale ein. „Guide us home“ schließt das Album und mir fehlen die Worte.

Auch nach dem x-ten Hören der CD fällt es mir schwer Vergleiche zu finden. Da höre ich Simon und Garfunkel, glaube etwas James Blunt oder The Beautiful South zu hören und denke gleich werde ich Clannad und die Stimme von Enya hören. Enderlein hat eine einzigartige Stimme und schreibt fantastische Texte. Die Songs sind eine Mischung aus Melancholie und hoffnungsvollen Phasen, mit einer Prise Dramatik. Dramatisch gefühlvoll und immer bewegend. Dazu noch perfekt produziert. Aufgenommen nicht etwa in einem Studio, sondern im heimischen Schlafzimmer. Ich denke mehr Kompliment geht nicht. Zwei Wermutstropfen. Ich hätte mir noch eine Nummer wie Summer Swing gewünscht und außerdem hätte ich gern die Schallplatte, von der hat Enderlein nur 5 Stück machen lassen. Macht aber nichts. Ich hoffe es gibt eine Fortsetzung, es wäre wirklich schade, wenn die CD, die mich wirklich tief berührt hat, ein Einzelkind bliebe.

Uwe Abel
Enderlein Website
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