Nauen-0125

Ich steh im schönen ohne Wald?

Manche Ortsnamen im Havelland beziehen sich auf die dort vorhandene Natur. Schönwalde zum Beispiel. Wer den Namen hört denkt sofort an? Klar an ein malerisches Dorf gelegen in oder an einem schönen Wald. Wer nun aber die politischen Verhältnisse und die Projekte, die der dort ansässige Bürgermeister immer wieder vorantreibt weiß, das der schöne Wald nicht unbedingt Priorität hat.

Das neueste Projekt betrifft den Bebauungsplan „Strandbad Schönwalde“, genauer den dort liegenden Spotplatz.  Jetzt liegt die zweite Änderung des Planes aus, damit die Bürger dazu Einwendungen schreiben können. Die Auslegung erfolgte, so muss man sagen, mal wieder über die Feiertage. Bei der Fristberechung wurden die Weihnachtsfeiertage nicht berücksichtigt. Auch sind natürlich viele Schönwalder in den Weihnachtsferien. Auf die Problematik wurden der Bürgermeister und seine Verwaltung schon öfters hingewiesen. Das dies aber immer wieder ignoriert wird, lässt vermuten; entweder ist die Verwaltung sehr vergesslich oder es steckt ein Plan dahinter. Dass Herr Oehme und die CDU geführte Verwaltung gerne mal alle Tricks und Kniffe ansetzt um „ihre“ Projekte durch zubringen, wird von Teilen der Bevölkerung schon lange vermutet.

Aber zurück zum Sportplatz. Was ist denn jetzt eigentlich das Problem?  Wir sprachen vom Wald. Der soll nämlich weichen. Insgesamt 3.498 m² Wald sollen der Kettensäge zum Opfer fallen, darunter ca. 70 – 90 schützenswerte Bäume mit hohem Alter. Die Bäume sind laut Aussage der Anwohner sogar schon markiert. In den Unterlagen ist noch keine Ersatzpflanzung vermerkt. Die wäre auch ein schwacher Trost. Hinzu kommen noch andere Auswirkungen, wie z.B. 3.718m² wegfallende Grundwasserausbildung durch versiegelte Flächen. Warum dieser doch recht massive Eingriff. Im Planungsgebiet liegt unter anderem ein geschütztes Biotop!

Geplant sind unter anderem ein Kinderspielplatz, Vergrößerung des Kleinfeldplatzes für Jugendmannschaften inkl. Sicherheitszonen, Wohnungen für Personen, die der Gaststätte zugeordnet sind und eine Zuschauertribüne in einer Breite von 7 Metern. Spätestens beim letzen Punkt horcht man auf. Wie so brauchen die Provinzkicker eine Tribüne?  Diese Frage stellen sich viele Anwohner.

Nun der Schönwalder SV 53 spielt immerhin in der Landesliga Nord in Brandenburg und steht da auf einem guten 8.Platz. Trotzdem sei die Frage erlaubt, ob dieser Umbau wirklich notwendig ist. Laut Aussagen spielen beim Verein kaum noch Schönwalder Eigengewächse und insgesamt beklagen sie Schönwalder Vereine rückläufige Zahlen. Mit den öffentlichen Toiletten gibt es bereits Konflikte mit den Anwohnern, die darin münden, dass die neuen Toiletten wohl verschlossen bleiben. Bisher hat laut Auskunft der Anwohner der Sportplatz ausgereicht. Warum nun alles vergrößert werden muss versteht keiner schon gar nicht, warum dafür wertvoller Waldbestand geopfert werden muss. Auf Wiedersehen in Schönohnewalde.

Uwe Abel

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