Requiem für Johnny Winter

Ironie? Tragik? Die Veröffentlichung seines letzten Werkes konnte er mehr auf dieser Erde verfolgen. Angekündigt ja, aber die Früchte ernten nun Andere. So erschien nun das Letzte Album von Johnny Winter Posthum. Auch der Titel birgt eine gewisse Ironie „Step Back“ auf Deutsch zurücktreten. Sicherlich anders gemeint tritt Johnny Winter von seinem Job als genialer Blues Musiker zurück und gleich auch vom irdischen Leben.

Die Liste der Gastmusiker auf diesem Album liest sich wie ein Auszug aus der Top Twenty der Blues und Gitarrengötter. So wird dieses Album ungewollt, aber durchaus verdient zu einem epischen Requiem. Ben Harper, Billy Gibbons, Brian Setzer, Erik Clapton, Leslie West, Dr. John usw. Dem entsprechend hoch waren die Erwartungen als ich die LP aus rotem Vinyl auf den Plattendreher legte. Die Platte ist chuckberrybloodred.

Unchain my heart, ein softer Einstieg mit viel Bläser und Frauenchor. Könnte auch im nächsten Blues Brother Film auftauchen. Dann geht es ab. Jetzt wird’s dreckig Bluesrock mit Ben Harper, geniales Soli bei Can´t Hold out. Bei Don´t want no women hört man sofort Claptons virtuoses Gitarren Spiel heraus. Dazu Johnny´s Stimme, perfekt.

Who do you love. Johnny völlig alleine geile Riffs und Slides. Mein Lieblinsstück mit Pianosolo. Die erste Seite der LP neigt sich dem Ende, vorletztes Stück; instrumental, Okie Dokie Stomp, it´s Boogie Time. Unverkennbar, hier ist Brian Setzer von den Stray Cats mit am Werk. Den Schlusspunkt bildet Where can you be, auch hier zu erkennen wer mit am Werk ist. Ja, hört sich nach ZZ Top an. Gibbons, der Langbärtige gibt alles.
Zwei Götter Winter und Joe Bonamassa. Ich erstarre. Sweet Sixteen ist so slow und voller Dampf, das mir der Alk in der Ader gefriert. Johnny gesanglich auf dem Höhepunkt. So kann man nur spielen und singen, wenn man fast 70 Jahren den Blues gelebt und gelitten hat.

Auch Dobro kann er, geniale Old School Blues Nummer Death Leader. Auch Joe Perry von Aerosmith lässt sich nicht lumpen Mojo Hand ist eines der schönsten Stücke. Diese Soli….woah  Erpelpelle, Blue Monday mit Dr. John, ein würdiges Ende.

Der Schwanengesang des Johny Winter ist ein würdiger. Ich hoffe die gierigen Hände des Business lassen Johnny in Frieden ruhen und kramen nicht wieder alles raus, was sie noch so finden. Für Step Back gilt: Wer Bluesexperte sein will muss die Scheibe im Schrank haben.

Uwe Abel

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