Geht der B-Plan F-86 baden?

Wenn es in Falkensee um politische Diskussionen geht, beschäftigt man sich oft mit einem Bebauungsplan. Die nächste Diskussion dürfte sich um den B-Plan 86; Lise Meitner Gymnasium entwickeln.

Der Vorentwurf  enthält einige Änderungen. Die Stadt Falkensee unterteilt das Gebiet neu und ändere Baugrenzen und die GRZ neu. Das Schulgelände wird erweitert, eine Hofstelle und ein Wohngebiet sollen entstehen, wo jetzt noch eine Grünfläche ist. Wie gesagt, das alles ist noch in der Planung. Uns liegt nun eine Gutachterliche Stellungnahme vor, die von den Anwohnern in Auftrag gegeben worden ist. Erstell wurde diese von einem Architekten in der Nachbarschaft. Das wird sicherlich die Frage aufwerfen, wie neutral dieses Gutachten ist oder ob es sich um ein Gefälligkeitsgutachten handelt. Die Zielrichtung scheint aber klar zu sein und richtete sich gegen die geplante Bebauung.

So soll also die Schule vor allem im Sportplatz Bereich erweitert werden. Vorrangig für den Schulsport, heißt es. Wie jetzt aber der Gutachter darauf kommt, dass es im Umkehrschluss auch Vereinssport geben soll habe ich noch nicht ergründen können. Sportveranstaltungen bedeuten für den Gutacher, Lautsprecherdurchsagen und somit eine Belastung für die  Anwohner. Als Beispiel führt er die Kantschule an, wo es nicht unerhebliche Konflikte gibt. Ja an der Kant trainieren ein Fußballverein und ein Hockeyverein. Mehr aber auch nicht. Konflikte im größeren Ausmaße sind nicht bekannt.

Auch die Hofstelle findet im Gutachten keine positive Würdigung. Der geplante Hofladen würde dort unwirtschaftlich sein. Die Anfahrt könnte die Anwohner stören und angeblich wäre der Boden belastet, zumindest müsse dies geprüft werden. Anscheinend sind auch ein Spielplatz und ein Streichelzoo geplant. Vermutlich wird dieser auch als Störung für die Anwohner empfunden.

An der Ruppiner / Rheinsberger Str. solle eine 4-Geschossige Wohnbebauung in einer maximalen Länge von 50 m und 12 m Höhe entstehen.  Der Gutachter stellt in Frage ob es sich um eine typische Bebauung handelt und spricht von eklatanten Fehlern aus stadtplanerischer Sicht. Auch würde die Bebauung den für die Vernetzung der Waldgebiete wichtigen Grünstreifen zerstören. Im Gutachten davon gesprochen, eine neue Wohnbebauung mit circa 130 Mietern in kurzer Entfernung zu einer neuen Sportanlage inkl. Parkplatz zu Problemen führe würde. Hauptsächlich geht es dabei um Lärm. Zitat.“ In solch einer geringen Entfernung ist allenfalls die Ansiedlung einer Schule oder Freizeiteinrichtung möglich und sinnvoll“.

Also, die Anwohner wollen keine Hofstelle, keinen neuen Sportplatz an der Schule und auch nicht den dringend benötigten Wohnraum? Na ja, man sollt da schon weiter lesen. Kommen wir also zu den Alternativen und die sehen so aus. Verzicht auf die Wohnbebauung! Dafür wird auf dem Gelände des ehemaligen Heizkraftwerkes ein Schwimmbad errichtet. Als Vorbild dient ein Projekt aus Lippe/Bad Lünen. Dort wurde aus einem Heizkraftwerk, das erste Passivhausschwimmbad Deutschlands. Der Gutachter ist ein Experte für diese Thema, ist er doch selbst auch Passivhausexperte.

Es wird noch konkreter: Jährlich können damit 194.000 € gegenüber einem herkömmlichen Schwimmbad gespart werden. Er spricht des weitern von Synergieeffekten mit dem Hofladen, das dieser vom Verkehr profitiert und die Anwohner nicht durch Lärmemissionen belästigt werden.

Wichtig ist es diese Alternative in Diskussion um den B-Plan mit einzubinden und die Bürger direkt mit zu beteiligen. Der Wunsch nach einem Schwimmbad ist vorhanden und wenn es wirklich diese Alternative gibt, sollte sie nicht unbeachtet bleiben. Wir wollen dabei aber nicht vergessen, das auch Wohnungen für 130 neue Bewohner Falkensee und der Schulsport ebenso wichtig sind.

Uwe Abel

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Ein Gedanke zu „Geht der B-Plan F-86 baden?“

  1. Lieber Uwe,
    der B-Plan F 86 ist nach meiner Meinung in der Tat noch nicht ausgereift und muss dringend verändert werden.
    Unter anderem wird Eigentümern von Waldstücken einfach eine öffentliche Grünfläche (ehemalige Deponie) übergestülpt.
    Aber es handelt sich ja um die frühzeitige Bürgerbeteiligung, daher sammelt die Stadtverwaltung erst einmal alles, was zu einer Verbesserung/Angleichung an Interessen dienen könnte.

    U. Appenzeller

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