Smoke on the Ladefläche!

Meine Nachbarn haben beim 7:1 gegen Bröselsinien oder so ähnlich nicht nur ihren gesamten Böllervorrat verballert sondern auch ein beachtliches Echo in meinen Kühlschrank getrunken. Ergo, der Alk ist alle und das kurz vor dem Finale. Also musste Ersatz beschafft werden. Der Besuch im Keller zeigte mir dann die ganze Dramatik: Kein Bier, Bionade oder Selter. Alles Alle; Mist!

Also schnell das Leergut in den Kombi geworfen, kurz nachgerechnet und dann los, den Nachschub sicherstellen. Dank des recht umfangenreichen Leerguts würden sich die Ausgaben in Grenze halten, Leergut ist auch eine Form von Alterssicherung. Allerdings war der Kofferraum sehr voll, vielleicht hätte ich vorher Werkzeug und so weiter rausräumen sollen? Nö, keine Lust. Oh weh tanken muss ich auch noch. Das hat jetzt zwar nicht wirklich was mit der Geschichte zu tun aber irgendwie muss ich ja die Zeilen voll kriegen.

Ich fahr ja immer Schleichwege, in diesem Fall die Radelandstr. runter. Schöne laute Rockmucke und Fenster runter. An einer Baustellenampel musste ich stoppen. Zwei Sachen fielen mir gleichzeitig auf. Mein Duftbäumchen; komisch dachte ich, schon zwei Jahre alt und riecht immer noch intensiv nach Vanille und das obwohl Pinie auf dem Duftspender steht. Ja ja die modernen Aromastoffe. Außerdem viel mir das Hupkonzert, die Lichthupen und die wild gestikulierenden Personen in den Autos hinter mir auf. Auch die entgegenkommenden Autofahrer machten ein entsetztes Gesicht. War die Musik zu laut? Erst der erneute Blick in den Rückspiegel offenbarte mir, was ich im ersten Moment übersehen hatte. Der Kofferraum rauchte! Aber wie, da war Fog der Nebel des Grauens noch klar gegen. Klar wir Kloßbrühe.

Wieso, warum brennt mein Auto? Habe ich eigentlich einen Feuerlöscher? Ab welcher Temperatur explodiert der Tank und gibt es ein Leben nach dem Tod? Typische Fragen in solchen Situationen halt. Die Ampel wurde grün und ich konnte die Baustelle passieren, fuhr rechts ran und öffnete vorsichtig die Heckklappe. Ich bekam die volle Ladung ab und zwar Cockpitspray Duftrichtung, na erraten? Richtig Vanille! Ich hatte nämlich in meiner Eile eine leere Bierkiste genau auf den Sprühkopf des Cockpitsprays gestellt, was wiederum dazuführte, das sich der Doseninhalt an der Innenseite der Heckklappe entlud und das mit einem heftigem Sprühnebel. Etwas erleichtert war ich schon, wenn bloß dieser eklige Vanillegeruch gewesen wäre, der bei der Wärme überhaupt nicht angenehm war. Aber vielleicht hätte ich die Putzmittelkiste doch vorher ausräumen sollen.

Alles lüften half bisher Nichts, vermutlich wird die Karre noch bis zu ihrer Verschrottung weiter müffeln. Als ich nach Hause kam fragte die Meisterin des Haushalts, ob ich in der Drogerie alle Deos ausprobiert hätte, ich würde riechen wie eine Chemiefabrik in Bophal. So gescholten zog ich mich mit Motörhead in den Keller zurück um diese Kolumne zu schreiben. Vorher habe ich mich noch mit einem Sandstrahlgerät geduscht und meine Klamotten verbrannt. Sehe jetzt zwar etwas rot aus und habe einen leicht brennenden Schmerz am ganzen Körper, aber wenigstens rieche ich nicht mehr nach Cockpit Spray.

 

Uwe Abel

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