Kein Angebotsstreifen?

Die Hertzstraße macht Ihrem Namen alle Ehre. Jeder weiß das Hertz die Einheit für Frequenz ist Sie gibt die Anzahl sich wiederholender Vorgänge pro Sekunde in einem periodischen Signal an. Nun der schlechte Zustand der Straße führt zu einer belastenden Frequenz der Stoßdämpfer am Auto, von den Gesäßmuskeln der Fahrradfahrer ganz zu schweigen. Jeder der südlich vom Bahnhof dort lang fährt wird es bestätigen, dass es sich um eine Stoßdämpferprüfstrecke handelt.

Nun ist Besserung in Aussicht gestellt. Die Verwaltung wird die Straße instand setzen. Schön, das ist grundsätzlich zu begrüßen. Die Planungsunterlagen wurden ja schon vor einiger Zeit durch die SVV genehmigt und da fangen die Probleme an. Ursprünglich sollte die Hertzstr. ähnlich wie die Potsdamer Str. gestaltet werden. Beim Studium der Planungsunterlage fällt aber auf, das der Fahrrad Angebotsstreifen in Höhe Heinkelstraße endet und dann als gemeinsamer Geh- und Fahrradweg fortgeführt wird. Darüber war Guido Sutthoff (B90/Die Grünen) etwas verwundert und hakte deshalb beim Bürgermeister noch einmal nach. Herr Müller (SPD) begründete wie folgt: „…die Planung wäre schon vor langer Zeit beschlossen und ein Angebotsstreifen ist den Gewerbetreibenden nicht zu zumuten, das sie dann kein Parkplätze mehr hätten“.

Diese Erklärung ist nicht ausreichend und entspricht nicht so ganz den Tatsachen. Ich bin der Meinung, man kann durchaus den Bedarf noch anpassen. Eine Variante wäre zum Beispiel, das Einbahnstraßensystem aus der Potsdamer Str. fortzusetzen und als Tempo 30 auszuweisen. Aber auch ohne diese Regelung halte ich einen Angebotsstreifen für Fahrradfahrer für realisierbar. Das Argument mit den Parkplätzen zieht nicht. Wir reden hier von maximal 5 Parkplätzen, die wegfallen würden. Das ist den Gewerbetreibenden und den Autofahrern durchaus zuzumuten. In der Heinkelstraße sind ausreichend Parkplätze vorhanden. Die zwei Minuten Fußweg sind wirklich nicht zuviel verlangt. Außerdem haben die betroffenen Geschäfte verfügen über Parkplätze auf ihrem Gelände.

Handelt es sich also wieder mal um vorgeschobene Gründe? Die Erfahrung zeigt, dass die Variante mit einem Angebotsstreifen, die sicherste für Fahrradfahrer ist. Es ist nicht erforderlich, das Zu- und Abfahrt zum Bahnhof eine Schnellstraße wird. Ein gemeinsamer Fuß-Radweg bringt für alle Nachteile. Im Übrigen wurde der ADFC auch nicht angehört. Wieder mal eine vergeudet Chance eine Verkehrspolitik für alle zu Verkehrsteilnehmer zu machen; Schade!

Uwe Abel

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