Claquerure und schlechte Argumente.

Die Berlin Lounge hatte ein politisches Schwergewicht eingeladen, jedenfalls, was die Pressepräsenz anbelangt. Argumentativ entpuppte er sich meiner Meinung nach als politisches Leichtgewicht. Der Rede ist von Herr Bernd Lucke (AFD).

In zwanzig Minuten versuchte er der illustren Runde zu erklären, dass der Euro Europa spaltet. So saß man also in der Bristol Bar des Kempinskis und versuchter etwas Sinnvolles in den Ausführungen zu erkennen. Das er wohl was Wichtiges gesagt hatte erkannte man nur daran das die mitgebrachten engagierten Claqueure Beifall spendeten. In der nachfolgenden Diskussion war es Herrn Dr. Schlick leicht gefallen die Argumente des Herrn Lucke zu zerlegen. Eigentlich kann das jeder, der etwas mitdenken kann und sich informiert. Ein paar Beispiele.

Vor dem Euro ging es allen gut. Danach wurden die Reichen reicher und die Armen ärmer. Das ist schlichtweg falsch. Irland und Spanien erlebten einen Aufschwung. Erst die Bankenkrise führte zum Abschwung. Das hätte eine europäische Regulierungsbehörde verhindern können. In den USA hat eine zentrale Behörde verhindern können, dass Steuerzahler und Sparer belastet werden.

Herr Lucke will die Massenwanderung von Arbeitskräften verhindern. Dabei werden in Deutschland dringend Arbeitskräfte benötigt. Herr Lucke meinte er möchte es z.B. den Spaniern zumuten ihre Familie zu verlassen um in Deutschland zu arbeiten. Dabei ist dies ein schon fast normaler evolutionärer Prozess. Der Mensch ist immer dahin gegangen wo Arbeit ist und wo er eine Perspektive und Zukunft hat. Ansonsten würde es z.B. die USA gar nicht geben. Auch den Brandenburger fällt es sicherlich nicht  leicht in Bayern zu arbeiten. Die aber diesen Schritt getan haben sind meistens zufrieden. Denn Brandenburg verhält sich zu Bayern wie Spanien zu Deutschland, jedenfalls in dieser Hinsicht.

Das nationale Denken des Herrn Lucke und seiner AFD ist überholt. Würde man dieser Logik folgen, das nationale Identitäten wichtiger sein, als ein vereintes Europa. Dann würde es Deutschland nicht geben, sondern einen Flickenteppich aus Preußen, das Königreich Bayern Hessen und zig Herzogtümern.

Das eigentliche Problem ist aber, dass die AFD die so genannten Südländer aus dem Euro raus haben will. Entweder mit einem „Südeuro“ oder mit der Rückkehr zu Landeswährung. Die Folgen wären volkswirtschaftlich fatal. Wie das gehen soll kann Herr Lucke nicht im Detail erklären. Welche Wechselkurse sollen angesetzt werden. Von wegen Schuldenabbau.  Griechenland und Co. Müssten ihre Schulden immer noch in Euro bezahlen. Das heißt die Schulden würden exorbitant steigen. Immerhin, vermutlich können wir Deutschen uns dann wieder billig Autos im Ausland kaufen. Dafür dürfte dann für die Südländer ein Deutsches Auto kaum noch erschwinglich sein. Das gilt auch für andere Produkte. Das dürfte für viele Unternehmen einen Umsatzrückgang bedeuten. Selbst wenn die Unternehmen die Preise senken wären die Folgen fatal. Viele Menschen würden ihre Arbeitsplätze verlieren. Der Anfang einer Krise?! Hinzu käme das deutschen Vermögen im Ausland an Wert verlieren würde.

Wie gesagt die Folgen sind nicht absehbar. Das Europa noch nicht da ist wo es hingehört ist diskutierbar. Mehr Transparenz, mehr Mitbestimmung und vieles mehr muss noch verbessert werden. Nur ein Europa, das den Weg weiterfolgt, den es eingeschlagen hat beleibt gegenüber den USA und Asien wettbewerbsfähig.

Uwe Abel

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