Games People Play – Planspiele

Leute spielen, weil es Spaß macht. Das Leben ist manchmal kein Spiel, es gibt keinen Resetknopf. Mann kann nicht von vorne anfangen. Man kann aber beim Spielen von Simulationen für das Leben lernen. Darum habe ich heute auch bei einem besonderen Spiel mit gemacht.

Eingeladen hatte die Grün-Bürgerbewegte Kommunalpolitik Brandenburg. Es ging um das Kommunalpolitische Planspiel: Kommune gestalten – aber wie? Ziel des Spieles: Interessierte Bürger auf ein Amt in der Kommunalpolitik vorbereiten. Also interessant für zukünftige Gemeindevertreter, Stadtverordnete usw.

Um 10:00 Uhr ging es los. Ca 25 Wissenshungrige hatten sich in der evangelischen Kirchengemeinde Falkensee-Seegefeld eingefunden. Begrüßt wurden wir von Benjamin Raschke (Landesvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen Brandenburg), Jörg Gleisenstein (Kommunalreferent der Landtagsfraktion und Stadtverordneter in Frankfurt/Oder), Ansgar Gusy (Geschäftsführer GBK) und Martin Eiselt (Gastgeber und Sprecher der Falkenseer Ortsverbandes). Dann gab es etwas politische Bildung in Form eines kleinen Vortrages, wie Kommunalpolitik funktioniert. Nach den Basics gab es die Einführung in das Planspiel. Schon jetzt waren alle recht locker und hatten offensichtlich viel Spaß.

Jetzt wurden also Fraktionen gebildet. Es gab eine Grüne/UW, eine SPD/Linke und eine CDU/WIR Fraktion. Die Vorsitzende war parteilos, ihre Rolle übernahm Petra Budke und die Bürgermeisterin wurde von Ursula Nonnemacher übernommen, die völlig in Ihrer Rolle aufging. Die Fraktionen zogen sich zurück und begannen mit der Arbeit. Als SPD/Linke hatten wir die Aufgabe einen Antrag vorzubereiten um die Bibliothek zu erhalten. Die sollte wegen der maroden Haushaltslage in der fiktiven Gemeinde Altenhagen geschlossen werden. Mit Hilfe der Mentorin Petra Budke wurde erst mal ein Fraktionssprecher gewählt. Danach wurde diskutiert und ein Antrag formuliert. Wir hatten gute Argumente fanden wir dann war Mittagspause. Vorher erhielten wir noch die Tagesordnung zur fiktiven SVV. So wussten wir welche Anträge von den andern Fraktionen zu erwarten waren. Die Mittagspause nutze ich um mal meinen Freund von der Grünen Fraktion zu fragen, wie sie zu unserem Antrag stünden.

Nach der Mittagspause diskutieren wir die Anträge der andern Fraktion, verteilten die Redebeiträge und überlegten uns eine Strategie und hatten dann noch eine Überraschung vorbereitet. Dann kam der große Moment der Raum wurde zum Plenarsaal und die SVV der Gemeinde Altenhagen sollte beginnen.

Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit gefolgt von der Bestätigung der Tagesordnung. Beim zweiten Punkt stellte ich einen Änderungsantrag. Mir waren die Redezeit und die Anzahl der Redebeitrage zu knapp bemessen. Zwar hatte die Vorsitzende schon darauf hingewiesen, dass ja eine wichtige Fußballübertragung stattfindet und wir daher nicht zu lange tagen wollten. Der Antrag unserer Fraktion wurde abgelehnt. Typisch CDU Fußball ist wichtiger als der Haushalt. Natürlich stimmten wir der Tagesordnung nicht zu. Auch der Antrag die andern Anträge der Opposition wegen eines Formfehlers abzulehnen hatte keinen erfolg. Auf den Anträgen fehlte die Unterschrift. Die Einwohnerfragestunde fiel mangels Einwohner aus. Danach folgten die Informationen es Bürgermeisters, die nicht auf der Tagesordnung standen. Mist da haben wir nicht aufgepasst. War aber auch zu lustig, wie Frau Nonnemacher die mir bekannten Bürgermeister karikierte.

Der Antrag der CDU, die Bäume zu fällen, die eine Gefährdung des Straßenverkehrs darstellten wurde nicht angenommen. Offensichtlich waren die der Grünen/SPD/Linken besser. Oder auch nicht. In diesem Punkt hatten wir aber die Mehrheit. Der zweite Antrag war unser Bibliotheksantrag. Die gut vorgetragenen Argumente reichten aber nur aus um den Antrag in den Ausschuss zu überweisen. Im Nachhinein muss ich sagen, das die Begründung und die Alternativen nicht genügen ausgearbeitet waren. Dafür war aber auch die Zeit zu kurz. Ähnlich erging es auch dem Antrag der Grünen zum Parkraum Bewirtschaftung, gute Argumente dafür, aber bei der Finanzierung blieb vieles unklar. Hier merkt man auch, wie schnell man in einen Konflikt geraten kann. Als „Grüner“ möchte man natürlich keine versiegelten Flächen, Rasengittersteine sind allerdings für Rollstuhlfahrer ungeeignet.

Ich muss sagen die Diskussionen wurden recht realistisch geführt. Auch die Auftritte von Frau Nonnemacher waren sehr realistisch. Als ständiger Besucher der SVV glaube ich, mir darüber ein Urteil bilden zu können. Aber an wenn hat Ursula mich bloß erinnert?

Abschließend gab es noch etwas Manöverkritik von Ansgar Gusy. Hauptsächlich haben wir uns zuviel mit Formalia beschäftigt und zu wenig unser Argumente in die Diskussion eingebracht. Insgesamt hatten wir alle richtigen Spaß und ich glaube, dass viele sich auf eine Aufgabe in der Stadtverordnetenversammlung oder im Kreistag freuen. Auch desjenigen die sich noch unsicher waren, haben sicherlich Lust auf eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Personalpolitik bekommen.

Uwe Abel

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