Müssen wir vor Investoren auf die Knie gehen?

Der Neubau der Firma Semmelhaack sorgt weiter für Unruhe. Nachdem nun ein Pressetermin mit der MAZ und Abgeordneten der Grünen/ABü erfolgt ist, kommt anscheinend Bewegung in die Geschichte.

Der Artikel ist nach meinen Informationen noch nicht erschienen, aber dafür erschien ein anderer. Nämlich der Herr Bürgermeister auf der Baustelle. Vermutlich wurde er von einem Anruf der MAZ, die sicherlich noch weiter recherchieren wollte, aufgerüttelt.  Inzwischen ist auch klar, eine Abwägung und ein Beschluss durch die Stadtverordneten ist noch nicht erfolgt. Ein Versäumnis der Verwaltung. Allerdings berührt der vorzeitige und vermutlich rechtmäßige Baubeginn nicht die Problematik der Anwohner.

Nun liegt den Anwohnern, die sich über Wegerechte, einen fehlenden sichern Schulweg und die Missachtung des Naturschutzes ärgern eine Antwort des Bürgermeisters vor. Wie so oft fällt die Antwort nicht im Sinne der Bürger Falkensees aus.

Rein rechtlich ist anscheinend alles korrekt und der Bauherr kann auf seinem Grundstück anscheinend fast alles machen, wie er will. Der Bürgermeister hat Verständnis und bedauert die Unannehmlichkeiten. Was mich immer wieder stört sind Formulierungen die darauf hindeuten, dass wir jedem Investor die Füße küssen müssen. Mal ehrlich, Semmelhaack baut doch hier nicht aus Nächstenliebe. Die wollen Profit machen. Gerade im Speckgürtel wie in Falkensee lässt sich aufgrund der Nachfrage mit den Mieten och richtig Geld verdienen.

Auf Ihrer Website wirbt Semmelhaack mit sozialem Engagement. Vor allem für Kinder und Jugendsport engagiert man sich. Sehr schön, aber auch hier partizipiert Semmelhaack von der Werbung. Das Engagement ist nicht immer umstritten gewesen, wie ein Artikel im Tagesspiegel aus dem Jahr 2011 zeigt. Wenn man sozial eingestellt ist, warum berücksichtigt man dann ich die Anliegen der Nachbarn. Semmelhaack ist nicht mal bereit das Wegerecht für einen kleinen Gehweg zu Spandauer Straße abzutreten, bzw. den Grundstücksteil abzutreten. Wir reden hier von knapp 20m².

Auch hätte die Baustelle sicherlich anders eingerichtet werden können um Umwege und schlechtere Schulwege zu vermeiden. Das hätte die Verwaltung z.B. in einem städtebaulichen Vertrag festlegen können. Ich denke ich Zukunft muss die Stadtverwaltung bei Ihren Entscheidungen mehr an die Belange der Falkenseer denken und sich ein Bild über mögliche Benachteiligungen und Einschränkungen machen.

Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und vermutlich wird sich an dem Zustand erst mal nichts ändern. Auch mit der Rücksichtnahme auf das angrenzende Naturschutzgebiet dürfte es wohl auch nichts werden.  Nicht nur ich und dei Anwohner würden es begrüßen, wenn sich unser Bürgermeister nicht nur für die Interesse der Investoren einsetzen würde, sondern mehr um die Belange der Bürger Falkensees kümmern würde.

Uwe Abel

Advertisements

Ein Kommentar zu “Müssen wir vor Investoren auf die Knie gehen?”

  1. „Der Anteil des Unbewussten in unseren Handlungen ist ungeheuer und der Anteil der Vernunft sehr klein.“

    Gustave Le Bon (Begründer der Massenpsychologie)

    Ein privater Unternehmer, der sich mit einem Investitionskredit verschuldet, kann, wenn er innovativ ist und die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz in der Volkswirtschaft noch nicht allzu weit fortgeschritten ist, seinen Kredit mit der Zeit tilgen und schließlich selbst zum Zinsgewinner werden, d. h., einen Teil oder sogar den größten Teil seines Einkommens als Kapitaleinkommen auf Kosten der Mehrarbeit anderer beziehen.

    Ein ganzer Staat, der sich gegenüber seinen reicheren Bürgern (Großsparer, die sich für „große Investoren“ halten) verschuldet, kann, solange Zinsgeld verwendet wird und es ein privates Bodeneigentumsrecht gibt, seine Verschuldung mit friedlichen Mitteln niemals tilgen, sondern muss sich prinzipiell immer weiter verschulden, um die Liquiditätsfalle, d. h. den Zusammenbruch des Geldkreislaufs und damit der gesamten Arbeitsteilung, hinauszuzögern.

    Die einzige Möglichkeit für einen „Reset“ war bisher der Krieg, um durch eine umfassende Sachkapitalzerstörung mit anschließender Währungsreform (eine „Währungsreform“ ohne vorhergehende Sachkapitalzerstörung führt nicht aus der Krise) den Zinsfuß anzuheben, damit wieder neues Zinsgeld in neue Sachkapitalien investiert werden kann. Darum ist in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) der Krieg der „Vater aller Dinge“.

    Der 2. Weltkrieg tötete etwa 55 Millionen Menschen, was im Vergleich zur damaligen Weltbevölkerung noch nicht einer Dezimierung entsprach,…

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dezimation

    …die – bzw. die Angst davor – wohl mindestens erforderlich ist, um kollektive Verblödung durch Vernunft zu ersetzen, denn das ökonomische Wissen, das den Krieg verhindert hätte, war schon 1916 vorhanden. Doch in der „hohen Politik“, die im zivilisatorischen Mittelalter stets an der Spitze der Verblödung steht, war das Wissen noch nicht angekommen.

    Die „hohe Politik“ hat bis heute nichts begriffen. Sie weiß aber zumindest, dass der Krieg nur solange der Vater aller Dinge sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab! Was sie sich nicht vorstellen kann, ist, dass die kurz bevorstehende, globale Liquiditätsfalle auch ohne Atomkrieg die Menschheit nicht nur dezimieren, sondern zu über 90% auslöschen und den Rest zurück in die Steinzeit befördern wird, sollte es nicht gelingen, zur Vernunft zu kommen.

    Ursache aller Unvernunft ist eine uralte Programmierung des kollektiv Unbewussten, die den Kulturmenschen überhaupt erst „wahnsinnig genug“ für das Unternehmen „Arbeitsteilung mit Konstruktionsfehlern“ machte. Voraussetzung für den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation ist daher die Überwindung der Religion:

    http://www.deweles.de/intro.html

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s