Berliner Kurier – Gipfel der Geschmacklosigkeit.

„Der Begriff Mohr ist eine seit dem Mittelalter verwendete deutschsprachige Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe, zum Beispiel historisch in Bezug auf Kuschiter und Mauren  oder später allgemeiner für Schwarzafrikaner. Er wird nur noch selten gebraucht und heute – wegen seiner kolonialen und teilweise rassistischen Verwendung – häufig als negativ empfunden“.

Genau deswegen wird der Begriff ja nicht mehr verwendet, sollte mal meinen. Man sagt ja nicht mal mehr Mohrenkopf oder so.

Der Berliner Kurier nun hat zum 50zigsten Geburtstag lustige Fußballmannschaften zusammengestellt. Unter anderem auch eine „Farbige Mannschaft. Da tauchen lustige Namen wie Weiß, Schwarz, Weißbrodt, Braun, Roth und Goldbeak. Eigenartig finde ich, dass man auch den Begriff „Mohr“ in der Mannschaft findet.  Mohr= Farbe Schwarz? Also für mich ist das keine Farbe sondern ein alter Begriff, dem ein gewisse Symbolik für die Unterdrückung und Sklaverei der Afrikaner anhaftet.

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Ich finde das ist eine ziemlich peinliche Entgleisung. Im günstigsten Fall ist das eine Geschmacklosigkeit und Entgleisung. Im schlimmsten Fall ein Rückfall in die Zeit, als Deutschland und andere, Afrikaner unterdrückt haben und für mich Rassismus. Übrigens nicht die einzigen Entgleisungen der Presse. Wer ds nochmal der bei der Einwechslungen eines afrikanischen Spielers meint: „Jetzt kommt Farbe ins Spiel“ Darüber kann ich nicht mehr lachen.

Uwe Abel

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3 Kommentare zu “Berliner Kurier – Gipfel der Geschmacklosigkeit.”

    1. ja der Name ist harmlos. Der Spieler heißt so. Aber was hat dieser Name bei einer Mannschaft zu suchen, in der alle Spieler einen Farbnamen haben. Es wurden nur Namen mit einem Farbbegriff genommen. Seit wann ist Mohr eine Farbe. Wenn heute Leute von einem Mohr sprechen, denken alle an eine Farbigen.

      Uwe

      1. Hallo Uwe!
        Da hast Du natürlich recht. Ich nahm an, Du würdest annehmen, es wäre ein Fantasiename …
        Andererseits muss man sich nur den Titel der Zeitung anschauen „Berliner KURIER – Berlins ehrliche Boulevard-Zeitung im Netz. News und Berichte über Verbrechen, Fußball und das pulsierende Hauptstadtleben“.
        Es geht um eine sehr schlichte Reduzierung der Berichterstattung auf Verbrechen und Fußball – in genau dieser Reihenfolge. Der tägliche Polizeiticker liefert genügend Futter für ein Berlinbild, welches nur aus „Mord und Todschlag“ besteht.
        Auf dieser schlichten Schiene fahren noch ganz andere. An die niedersten Instinkte appelieren und auf Stammtischniveau agieren und schon schient die Aufmerksam der „schweigenden Mehrheit“ sicher. Da passt dann auch eine „farbige“ Fußballmanschaft. Wir haben alle gelacht …
        😦

        Grüße,
        Ralf

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