Ist die Maut schuld? LKW Verkehr wächst um 238%

Viele haben es befürchtet, aber es fehlte der Beweis und da der Prophet im eigenen Landennichts gilt, verhalten die Warnungen und Bedenken ungehört im Rathaussaal. Der Beweis liegt nun vor in Form einer Verkehrszählung vor. Das Ergebnis ist in meinen Augen erschreckend:

Vom 22. bis 29. April 2013 wurde im Bereich Nauener Straße und im Bereich Spandauer Straße der Verkehr gezählt und bezogen auf Transporter, Lkw und Lastzüge ausgewertet. Die Zahlen unterscheiden sich deutlich von den Ergebnissen der Zählungen vom 27. Juni bis 4. Juli 2012 vor Maut-Einführung. In der Nauener Straße ist bei Lkw eine Steigerung von 24,6 Prozent, bei den Lastzügen von rund 238 Prozent zu verzeichnen. In der Spandauer Straße stiegen die Lkw-Zahlen um 27, bei den Lastzügen um 125 Prozent. Gezählt wurde rund um die Uhr mit vier Messgeräten auf der Spandauer Straße (zwischen Kölner Straße und Kreisverkehr Spandauer Straße) und in der Nauener Straße (zwischen Friedrich-Engels-Allee und Hansastraße). (quelle MAZ)

Dabei bedurfte es eigentlich nicht dieser Zählung. Jeder der an den betroffenen Straßen wohnt, konnte die Zunahme des Verkehrs spüren und sehen. Ja, auch ich konnte den Verkehr live beobachten. Schon seit bekannt werden das für die Bundesstraßen in Brandenburg eine Maut erhoben wird, wurden Bedenken angemeldet. Der LKW-Verkehr wird die B5 meiden um von der Autobahn nach Berlin und umgekehrt zu gelangen, warnten nicht nur „Die Grünen“. Die logische Schlussfolgerung: Die LKW werden durch Falkensee fahren. Das wusste auch unser Bürgermeister. Handlungsbedarf hat er aber nicht gesehen. Wieder einmal wurde der gesunde Menschenverstand ausgeblendet und darauf verzichtet zu agieren. In Falkensee ist es halt so, dass man erst reagiert, wenn Protest und Druck entstehen, siehe Anliegerstraßenbau. Heiko Müller (SPD)wollte zuerst Fakten in Form von Zahlen. Die hat er nun vorliegen und ist doch etwas von der Deutlichkeit überrascht. Wir nicht! Der Bürgermeister sieht nun Handlungsbedarf; beim Bund und von Landesseite. Aber der Falkenseer Bürgermeister hat natürlich auch eine Lösung parat. Er steigt mal wieder auf das tot gerittene Pferd der Nordumfahrung. Auch die Spandauer Straße um deren Ausbau er sich bemüht rückt auf einmal wieder in den Vordergrund. Er glaubt die Zunahme des LKW Verkehrs  unterstreicht seine Forderungen.

Die Spandauer Straße noch ausbauen, damit noch mehr Verkehr darüber fließen kann? Da wehrt sich die BisF e.V. vehement dagegen und auch die Anwohner sind von der bisherigen Ausbauvariante nicht begeistert. Mal ehrlich Nordumfahrung? Selbst wenn sich jetzt alle einig wären diese zu bauen wäre ein Baubeginn aufgrund der fehlenden Mittel noch in weiter Ferne. Von einer Fertigstellung ganz zu schweigen. Vermutlich werden unsere Antigravitationsgleiter erst in ferner Zukunft darüber schweben. Autos gibt es dann vermutlich schon lange nicht mehr, genau wie fossile Brennstoffe.  Aber jetzt mal im Ernst. Übrigens wäre nicht auch die Nordumfahrung eine Mautpflichtige Straße. Der Herr Bürgermeister soll mal erklären wie die Nordumfahrung den LKW Verkehr aus Falkensee heraushalten soll. Welche Lösungen und Alternativen haben wir und gibt es für die Stadt eine rechtliche Grundlage um zu handeln? Eigentlich bräuchten wir ein schnelle Lösung.

Es muss was passieren. Nicht nur, das die Anwohner unter Lärm und Dreck zu leiden haben. Dabei sollte gerade das im Rahmen eines Lärmaktionsplans verhindert werden. Auch die Straßen werden durch die vielen LKW nicht besser. Gerade die Spandauer Straße wird immer schlechter.  Da ist es dann nur eine Frage der Zeit bis Autofahrer die neu ausgebauten Anliegerstraßen als Schleichwege nutzen. Erstens weil Sie von den vor ihnen schleichenden LKW genervt sind und zweitens vom schlechten Zustand der Straße genervt sind. Mit Baustellen, um die Schäden zu beseitigen, wird sich die Situation noch verschärfen. Es ist eine Frage der Zeit, wann die ersten Reparaturen notwendig werden

Die einfachste Lösung wäre sicherlich die Abschaffung der Maut. Ich könnte mir vorstellen, das andere Gemeinde das gleiche Problem haben. Die Forderung erscheint unrealistisch und nicht umsetzbar. Ebendso ist es unwahrscheinlich, dass die Maut auf alle Straßen ausgedehnt wird, zumindest nicht im Wahljahr. Gerd Gunkel (Grüne/Abü) hat hier in der MAZ einen sehr guten Kommentar geschrieben. Die einzig Möglichkeit, die bleibt: Den LKW Verkehr aus der Stadt aussperren. Auch das geht pauschal so nicht. Schließlich gibt es ja auch Anlieferverkehr. Komplizierte Regelungen, wie den Verkehr nur zu bestimmten Zeiten in die Stadt zu lassen helfen hier nicht weiter. Wer soll die Einhaltung kontrollieren?  Wie kann man die LKW dazu zwingen über die B5 zu fahren? Schilder reichen hier nicht. Hindernisse, Fahrbahnverengungen oder längere  Ampelphasen für diejenigen, die nicht über die B5 fahren? Jede Maßnahme wird aber auch zwangsläufig zu unangenehmen Nebenwirkungen führen. Der Verkehr belastet dann wieder andere. Da heißt es alles gegeneinander abwägen und prüfen, bevor man etwas unternimmt. Ich bin gespannte, was unser Bürgermeister und sein Stadtverordneten für die Falkenseer Bürger und gegen den zunehmenden Verkehr unternehmen wollen. Auf jeden Fall hätte man sich schon vor einem halben Jahr Gedanken machen können, wie man dem Problem Herr wird.

Uwe Abel

http://www.die-mark-online.de/heimat/falkensee/falkensee-artikel/dg/0/1/1170758/

http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Maut-treibt-Laster-durchs-Wohngebiet#comments

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2 Kommentare zu “Ist die Maut schuld? LKW Verkehr wächst um 238%”

  1. Die Frage ist ja auch: WANN werden Bürgermeister & Co. sich der Sache annehmen? Gibt es hierzu Informationen? Der „Lärm-Plan“ ist ja nun auch schon ein paar Jahre alt!!

  2. Generell sollte die Maut auf allen Straßen gelten. Und dort wo die Ortsumehungs-Infrastruktur gut ausgebaut ist, wie in Falkensee, muss es ein Durchfahrtsverbot für den überregionalen Verkehr geben. Also, nur wer in Falkensee selbst be- oder entladen will, darf in die Stadt.

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