EIN Tributealbum: The Hollies

Sampler mochte ich früher nicht. Grund: Auf den Platten waren die Titel meist gekürt, sonst hätte man ja nicht 20 Titel drauf gekriegt. Mit dem Erscheinen der CD änderte sich dies. Das andere Thema sind Tribute Alben, auch da gibt es ein Menge Müll und nur wenig Klasse. Im ersten Fall sind es Krautrocksampler die es mir angetan haben. Mein Lieblingstributalbum ist Where the Pyramid meets the Eye, einTribute an Rocky Ericson und den Thirteen Floor Elevators. Aber vorwärts geht mein Blick, nach langer Zeit habe ich mal wieder vorgeschlagen und im Prinzip beides in einem erworben. Nach kurzem Zögern hatte ich mich durchgerungen. Hörprobe wieder weggestellt und dann doch gekauft, Ralf vom Musicland rollte schon mit den Augen.

 

Re-Evolution Fdm plays The Hollies. Punkt. Die Hollies, Band der Swinging Sixties von Größen der Post- Psychedelic Ära gecovert, geht das gut? Ja, zwar erkennt man manche Songs kaum wieder, aber die neuen Interpretationen haben es in sich. Das Cover ist lustig gestaltet. Klappt man es auf hat sich der Schmetterling satt gefressen und liegt stoned in der Ecke. Neben der LP enthält das ganze Paket auch noch eine Single. Die Bands? Us and them, The Re-Stoned, die mit Plasma eine Scheibe am Star haben, die auch noch rezensiert werden muss. Was die Russen da abliefern ist genial, The Bevis Frond, Sky Picnic und viele andere. Als erstes habe ich mir die Single auf den Teller gelegt und die Nadel bedächtig auf die Rille auf das blaue Vinyl abgesetzt und dann habe ich mir die LP rein gezogen, sozusagen als Hauptgang.

 

Don´t run and Hide von The Higher State ist noch sehr am Original dran, aber schon Dear Eloise ( King Penguin)ist schon alleine durch die Sitar etwas psychedelisch angehaucht. In der Auslaufrille hört man dann das Original von Jennifer Eccles  Die Version von The Electric Stars beginnt dann die B-Side, auch recht nahe am Original, dezente spacige Anleihen dann folgt Everything Sunday (Langor), aufgepeppt mit einem Hauch Alarn Parsaons und Fuzz Gitarre.

 

Den Hauptgang beginnen die Beautify Junkyards mit Butterfly. Schöne akustische Gitarre und sphärischer Gesang. Schon ziemlich abgehoben, schwebt lange im Raum. Sperriger Bandname „The seventh Ring of the Saturn“ – All the world is love, mit schöner schwerer Psycho-Orgel und leichter Sitar, erinnert an White Biceyle. Hätten sich die Hollies so angehört, wenn Sie wie die Beatles mal kurz in Indien gewesen wären? Der dritte Track ist von Jay Tausig. Elevated Observations müsste eigentlich was spaciges sein. Fängt etwas nun ja verspielt esoterisch an. Der Gesang ist hier eher im Vordergrund kommt dann eher so in die Richtung Roky Erikson. Nicht so ganz mein Fall.  Hi-Fiction Science überraschen mit Ihrer Version von King Midas in Reverse. Akustische Gitarre und Drums und feenhafter Gesang. Flower Power a la Jefferson Airplane. Die bereits erwähnten Re-Stoned liefern mit Then the Heartaches Begin eines der Highlights der ersten Seite ab. Wild und rockig. Moonweevil machen dann mit Busstop eine meine Lieblingsnummern zu einem neuen Hörerlebnis. Motorengeräusche Funksprüche und ein minimalistischer Beat, wabernde Synthietöne. Keybordakkorde alla Kraftwerk. Total schräg, und fast instrumental. Könnte auch aus dem Soundtrack von Raumschiff Orion stammen

 

The Gathering Grey eröffnet mit Postcard die zweite Seite. Wurde mit ein paar Geräuschen aufgepeppt, sehr psychedelisch zum Teil Schweineorgel im Hintergrund. Auralcandy wagen sich dann an Heading for a fall heran. Epischer, orchestraler Beginn mit Streichern. Barocke Synthieklänge, erinnert etwas an Vanilla Fudge. The Bevis Frond sind ja einer meiner Favoriten. Hard Hard Year beginnt mit akustischer Gitarre. Bleibt auch eher folkig, mal abgesehen von einem Gitarrensolo. Try it von Sky Picnic, typisch Sky Picnic, eine geniale Version. Spacerock trifft Jefferson Airplane. Sehr atmosphärisch, Water on the Brain von The Neutron Drivers ist dann wieder etwas rockiger und näher am Original dran. Wird aber richtig rockig ufert zu einer frühen Pink Floyd Nummer aus. Zum Abschluss gibt es noch mal Butterfly, diesmal von Us and them interpretiert. Ne, ist keine Nummer die auf das Pink Floyd Album Dark side of the Moon gepasst hätte. Eher Acid Folk. Würde auf Umma Gumma gehören oder Atom Heart Mother.

 

Ein Tributealbum mit kleinen Aussetzern, liebevoll gestaltet. Viele, aber nicht alle Hollies Fans werden daran gefallen finden. Spacerocker, Psychedelisch Fans werden es lieben. So würden sich die Hollies anhören, wenn sie zusammen mit Hawkwind oder Pink Floyd ihre Scheiben produziert hätten.

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