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Mickie und seine Einhörner

Michael Duwe? Wer zur Hölle ist das? Ein Berliner schon mal. Ende der 60iger begann er seine Karriere als Musiker. Zuerst mit einer Rolle im Musical Hair. Dann nahm er mit Ash Ra Temple und Timothy Leary an den Aufnahmen zu 7UP teil. Es folgten weitere musikalische Projekte, wie z.B. mit Metropolis usw. Klingt wenig aufregend. Obwohl das Leben von Mickie D. war nicht immer einfach. Er wurde in Griechenland mit Haschisch verhaftet, das er aus der Türkei mitgebracht hatte und kam dort für ein paar Jahre ins Gefängnis. Gerade, als er die Platte am Start hatte, über die ich heute schreibe.

Der Mann ist mitverantwortlich für einen Meilenstein deutscher Rockmusik. Als Mickie D veröffentlichte er 1979 auf den neu gegründeten IC Label von Klaus Schulze (Tangerine Dream) sein Album Unicorn. Es war die erste Veröffentlichung auf dem Label. Die Liste der Gastmusiker ist ein Who is Who der deutschen Pop Rock Szene. Manfred Opitz (u.a. Lilli Berlin und Grips Theater), Michael Shrieve der in der Band von Santana gespielt hat und mit Automatic Man auch an einer weiteren raren Rockscheibe beteiligt war. Helmut Hattler und Jan Fride von Kraan. Jaki Liebzeit von Can. Der verstorben Eff Jot. Krüger der Ideal mit gründete. George Kranz (Else Nabu, Zeitgeist, Ulla Meineke) und die Sängerin und Schauspielerin Mona Mur. Woah und die Platte?

Elektrorock würde ich sagen. Irgendwie einmalig und doch mit hohem Wieder erkennungswert. Es ist weder Mickie D. noch jemand anderem wieder so ein musikalische Meisterstreich gelungen. Die Themen stammen aus der Fantasy und Märchenwelt. Feen, Hexen und Einhörner, aus Gründen.

Als erstes weht uns ein Synthesizer Wind entgegen, zerrissen von einem grusligen Akkord. Dann der Beat, die Drums und ein sägende Gitarre, die in ein hypnotisches Klanggebilde verschmelzen. Endet mit einem Schlagzeug Synthie Duelle. In Times of the Unicorn Mystischer Text: ….dragons wants virgins life… ther was a time on mother earth when unicorns would cross your path. Wirklich fesselnd.

The Witch, Hexen dürfen natürlich nicht fehlen Düstere Stimme, der Mann hat eine Bandbreite unglaublich. Schneller Song schon fast Wave Pop. Dann eine ganz andere Stimmlage Aberus Kadaberus der Hexenmeister. Tief im finsteren Wald schreit die Gitarre nach einem Hexen Sabbat. Geiles Soli von Mickie

Ob Mickie ein Sonntagskind ist? Who knows. Sundayborn Child ist wieder eine ganz andere Richtung. Princess of Darkness, Fairy of Night, bei der er anscheinend drei wünsche frei hat. Mickie hat aber nur einen er möchte mit der Princess in die Kiste. Wieder verschiedene Stimmlagen in den schon etwas folkig angehauchten Melodien. Erinnert mich an Brother Tush von Barclay James Harvest.

The Searcher, Gitarrenlastiger Song. Rockt ziemlich. Das Solo könnte auch gut in einen Song von Manfred Mans Earthband. Das Keyboard haut  gelegentlich im richtigen Moment dazwischen.

Little Red Riding Hood, jaja die Geschichte von Rotkäppchen, im Original von Sam the Sham and the Pharaos. Tolle Interpretation. Man wähnt sich im Wald und fürchtet sich vor dem bösen Wolf. Die Melodie wirkt unschuldig und bedrohlich zu gleich. Popiger Beat und ein funkige Gitarre.

Black Riders, wieder mehr Electronic betont. Erinnert sehr an Tangerine Dream, aber etwas schneller. Verzerrte Stimme. Wieder mit einem verspielten Gitarrensolo. Die Reiter reiten schneller.

West of Moon Nur verzerrte Stimme und dann so was ähnliches wie Akkordiontöne. You are welcome, ein Break. Jetzt wird es folkig akkustisch mit einem Falsettgesang.

A.Elbereth Synthie und Gitarre verschmelzen und entwickeln ein Klanglandschaft, die einen zum träumen einlädt. Der Gesang schiebt sich erzählerisch leicht in den Vordergrund. Der folgende Instrumentalpart hat etwas erhebendes Episches. Üppig instrumentalisiert.

Warum nur? Hat der zwangsweise verlängert Urlaubsaufenthalt zum Karriereknick geführt. Das Nachfolgealbum No Regrets konnte in keiner Weise anknüpfen. Schade eigentlich.

Uwe Abel

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