Basstölpel auf Pink Floyd Trip.

Sula Bassana, was für ein befremdlicher Name. Um es kurz zu machen das heißt Basstölpel. Hinter diesem Namen steht ein Mann, ein Berliner. Dave Schmidt in der psychedelischen Musikszene kein Unbekannter mehr, hat hier mit Dreamer sein erstes offizielles Solowerk hingelegt. Okay das war schon 2002, aber manche Perlen entdeckt man erst später. Wieso Basstölpel. Okay, Dave spielt Bass, aber anscheinend nicht nur. Auch andere Instrumente beherrscht er. Von wegen Tölpel, alle Instrumente selbst gespielt.

Die Wiederauflage kommt als Gimmick Klappcover daher. Sehr schön gemacht. Die Platte selbst ist Clear Vinyl. Die Musik? Psychedelischer Space rockt, teilweise sehr Floyd lastig. Genau richtig, bin ich doch immer auf der Suche nach würdigen Nachfolgern, die meine Sehnsucht nach solchen Klängen befriedigen und das bitte ohne langweilig oder peinlich zu werden. Dreamer von Sula Bassana ist da schon fast perfekt. Darum habe ich nach dem ersten Durchlauf den Regler für Lautstärke auf 12:00 gedreht und die Scheibe noch mal gehört. Bei der Lautstärke hat mich auch das Bummern der Nachbarn an meiner Tür nicht mehr gestört. Sorry Leute.

Dreamer ist eher ein rockige Nummer, die sehr gut in die End-Sechziger passen würde. Schöner Gitarren Part , der die schwere Orgel ablöst. Das Riff hat etwas Orientalisches.

Dealer MC Dope, auch eine recht rockige Nummer mit einer Fuzz Gitarren, die sich durch das Trommelgewirr drängt um dann die Oberhand zu gewinnen. Und den Drumpart in eine homogene Masse  mit der Gitarre zu vereinen. Dazu Mantraartiger Gesang, der im Hintergrund bleibt. Spacig auf jeden Fall und das Space Ship landet am Ende und geht nahtlos über in….

My blue Guitar, definitiv Floyd beeinflusst und auf der ersten LP Seite der Knaller. Alleine die am Anfang dominierend Gitarre entführt einen in den Floydschen Kosmos. Episch und elegisch. Eigentlich wünscht man sich der Track würde nie enden.

Nervenlähmung kommt düster daher und ist eher ein experimenteller Space Song. Könnte auch von Can stammen.

Ananda: Zischender und dumpf wabernde Synthiesound mit einem leicht undisziplinierten an Walgesang erinnernden Klanggebilde. Hypnotisch. Schöne lange Nummer zum wegträumen, bis dann ein Gitarrensolo einen in die Realität zurückholt.

Baby Blue Shuffle in D Major, ursprünglich eine Komposition von Pink Floyd ( 67/69). Es handelt sich hier bei um eine Variante von Narrows Way von der Umma Gumma LP. Ein Part ist auch auf dem Soundtrack von Zabriskie Point zu finden unter dem Titel Unknown Song. Die Version von Sula Bassana ist aber qualitativ besser. Intro wie eine rückwärts gespielte Melodie. Danach durchaus rhythmisch mit einem erstklassigem spaceigen Sound.

Eine abwechslungsreiche Mischung zwischen Pink Floyd (Ummagumma) und Hawkwind, mit einer Prise Avantgarde Rock a la Can. Es macht einfach Spaß die Scheibe immer wieder zu hören.

Uwe Abel

Hörproben:

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