Die Plattform der Feiglinge

Xing galt für mich immer als ein Businessplattform und als seriöses Netzwerk. Damit ist es nun vorbei. Denn Xing hat zugeschlagen und Kununu übernommen. Kununu ist ein Bewertungsplattform, wo Mitarbeiter ihr Unternehmen bewerten können.

Nun bin ich ja für freie Meinungsäußerung, die aber im Fall von Kununu zu massiven Missbrauch führt. Anders gesagt es ist eine Diffamierungsplattform wo gefrustete, ehemalige Mitarbeiter oder Feiglinge, die Kritik nicht offen äußern können die Hasskappe aufsetzen und ihren Arbeitgeber unsachlich bewerten. Das sehe nicht nur ich so, sondern auch befreundete Geschäftsleute.

Das Problem: Mann kann nicht zwischen seriösen und unseriösen Beurteilungen unterscheiden. Mögliches Beispiel: Ein Mitarbeiter wurde wegen mehrfachen unentschuldigtem Fehlen entlassen. Daraufhin hat er seinen Freundeskreis gebeten sein Unternehmen schlecht zu bewerten. Folge 1,3 von 5 Punkten. Eine schlechte Bewertung, die vielleicht Kunden oder dringend benötigte Fachkräfte abschrecken könnte. Besonders unfair: Es gibt viele Unternehmer, die gar keine Kenntnis über diesen Umstand erhalten. Sie wissen weder, dass eine solche Plattform existiert geschweige denn wie ihr Unternehmen dort in den Dreck gezogen wird. Somit können Sie auch nicht reagieren und auch nicht gegensteuern. Kritik macht doch nur Sinn, wenn man sich dazu auch äußern kann, und wenn sie den Richtigen erreicht

Es ist vermutlich vermessen die Stilllegung der Plattform zu fordern, die einen ähnlichen Charakter hat wie Ishare Gossip. Grundsätzlich ist die Idee ja nicht schlecht oder? Ich fordere die Verantwortlichen von Xing auf, hier zu handeln. Xing sollt nicht vergessen, das hier mitunter die eigenen Kunden geschädigt werden. Mögliche Maßnahmen wären:

1. Die Unternehmen zu befragen, ob sie es wünschen im Netz bewertet zu werden.
2. Wenn Bewertungen erfolgen ist das Unternehmen zu informieren.
3. Negative Bewertungen ohne Begründung sind zu löschen.
4. Über eine anonymisierte Mail kann die Firma mit dem Beurteiler Kontakt zwecks Klärung aufnehmen.
5. Ehemalige Mitarbeiter dürfen keine Beurteilung abgeben.

Das sind nur einige Punkt, über deren Umsetzung man sich bei Xing mal Gedanken machen muss. Vielleicht muss man als Unternehmer auch mal die rechtlichen Möglichkeiten prüfen. Verleumdung und üble Nachrede ist eine Straftat. Die Unterstützung einer solchen könnt mann dann Xing bzw. Kununu unterstellen und mit einer Unterlassungsverfügung belegen.

Uwe Abel

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Ein Kommentar zu “Die Plattform der Feiglinge”

  1. Ich würde mit kununu nicht so hart ins Gericht gehen. Allerdings mehr oder weniger anonyme Bewertungen und das von Personen, die ein Vorstellungsgespräch hatten, kann nicht der Sinn der Sache sein. Wenn Xing kununu vollständig integriert, vielleicht wäre eine Idee, dass nur Personen, die das bewertete Unternehmen in der Vitae haben, eine Bewertung abgeben können.

    Insgesamt sehe ich das aber ähnlich skeptisch wie Eva Zils von onlinerecruiting: Kann man einen Arbeitgeber bewerten wie ein standardisiertes Produkt? Zu häufig sind Komponenten (Vorgesetzter, Kollegen, Prozesse, Funktionsfähigkeit der Kaffeemaschine) doch gar nicht vergleichbar.

    lG
    Stephan

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