la veritat?

Offener Diskussionsprozess gefordert.

Unsere regionale Presse braucht ewig um sinnvolle Stellungnahmen der politischen Opposition der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wenn Sie überhaupt die Texte druckt. Ich finde die folgende Erklärung der Grünen zum Thema Trafowerk/ Einkaufszentrum sehr wichtig und stelle sie daher auf meinen Blog:

Bauantrag Einkaufszentrum Trafowerk –

eine Stellungnahme von Bündnis 90/Die Grünen Falkensee

Unter den Mitgliedern des Ortsverbands der Grünen Falkensee ist man sich nicht einig über die Beurteilung des geplanten Groß-Einkaufszentrums an der Barkhausenstraße. Die Grünen diskutieren eben gern. Von Zustimmung mit gewissen Einschränkungen bis zu klarer Ablehnung reicht die Bandbreite der Meinungen. Jedenfalls sehen die Grünen noch Diskussionsbedarf. Die Auswirkungen auf die Stadt und die Entwicklung ihres Zentrums  müssen sorgfältig bedacht werden, denn was dort auch immer genehmigt und gebaut wird, ist auf Jahrzehnte angelegt.

Bürgermeister Müller hat sicherlich Recht, wenn er sagt, Falkensee werde nie eine Flanierstadt wie etwa Rothenburg ob der Tauber werden. Aber muss diese Stadt denn wirklich aussehen wie Wanne-Eickel, Soltau oder Anklam? Mit dem Akazienhof hat Falkensee bereits eine hässliche städtebauliche Sünde begangen. Die geht auf die Ära  Bigalke zurück und hatte viel mit dem Berliner Sozialdemokraten Momper zu tun, der sich hier nach dem Ende seiner politischen Karriere als Projektentwickler versucht hat.  Brauchen wir wirklich noch eine Einkaufswelt im Hundehütten-Baustil?

Der vom Bürgermeister angesprochene Investorendruck ist eigentlich etwas Gutes, zeigt er doch, dass die Stadt sehr wohl auch wirtschaftlich interessant ist. Problematisch wird es aber, wenn dem Investor ein Bürgermeister gegenübersteht, der kein Konzept für die Entwicklung seiner Stadt hat. Dann geht die Planlosigkeit einfach in die nächste Runde. Und das ist doch für Falkensee leider gerade kennzeichnend, dass das moderne Einfamilienhaus direkt neben dem Unternehmen für Baustellenabsicherung, der Wäscherei und der Kita steht. Die Politik müsste mit einem ordnenden Rahmen steuern. Das geschieht aber nicht. Stattdessen haben wir jetzt die Situation, dass der Bauantrag für die Einkaufsmall gestellt ist und möglicherweise genehmigt wird, und später dann beschließen wir irgendwann das Einzelhandelskonzept, das begonnen ist, aber nicht vorankommt. Wozu das dann noch? Wir werden dann deutlich mehr Verkaufsfläche am Markt haben, als von dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Einzelhandelsgutachten als für die Stadt verträglich benannt worden ist. Dann brauchen wir wirklich nichts mehr zu ordnen außer vielleicht den Abriss der Märkte, die sich nicht mehr rentieren und geschlossen werden. Das gibt es in anderen Städten, und in Falkensee stehen bereits Einkaufsflächen in der Bahnhofsstraße leer.

Wenn man nicht gegen die Einkaufsmall Trafowerk ist, was wäre zu fordern, damit nicht Schaden für die Stadtentwicklung, sondern Nutzen entsteht?  Aus dieser Fragestellung ist die Idee geboren, dort auch Wohnungen zu bauen. Wir haben es an anderen Projekten gesehen und Erfahrungen aus anderen Städten sagen es auch, dass Investoren durchaus bereit sind, im Planungsprozess auf städtebauliche Forderungen einzugehen, die an sie herangetragen werden. Natürlich ist es eine architektonische Herausforderung, das verkehrliche Gewusel und den Lärm eines großen Einkaufszentrums mit den Bedürfnissen des Wohnens unter einen Hut zu bringen. Das sind aber Probleme, die es in jeder Stadt gibt, und sie sind lösbar, wenn man es will. Absurd wirkt an dieser Stelle, wenn Herr Müller meint, Wohnungen bedeuteten unlösbare Parkplatzprobleme – im Gegensatz zu dem Einkaufszentrum wohlgemerkt!
Wohnungen an dieser Stelle hätten gerade verkehrlich große Vorteile. Wer dort wohnt, braucht weder zum Einkaufen ein Auto, noch muss er zum Bahnhof fahren und dort einen Parkplatz suchen. Das Objekt liegt in fußläufiger Entfernung zum Bahnhof. Dass so etwas geht, kann man in München Pasing sehen, auch via Internet.

Wie auch immer. Die Falkenseer Grünen raten zu einem sorgfältigen, ergebnisoffenen und kreativen Diskussionsprozess. Und wer weiß? Vielleicht  erweist es sich ja bald als geradezu identitätsstiftend, dass das Zentrum dieser Stadt aus zwei ehemaligen Angerdörfern besteht.

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