Das Recht auf Teilhabe ist nicht verhandelbar.

Das Thema klingt in seiner Gänze etwas sperrig:“ Wege zur einer aktiven Teilhabe am Leben – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer Störung des Zentralen Nervensystems. Altbewährtes und aktuelle Forschung verbinden. Veranstalter der zweitägigen Arbeitstagung war der Bundesverband Konduktive Förderung nach Petö e.V. 

Konduktive Förderung ist ein komplexes Fördersystem, das vom ungarischen Neurologen András Pető ursprünglich für Kinder und Jugendliche mit cerebralen Bewegungsstörungen und Erwachsene mit Parkinson-Syndrom unter der Bezeichnung „Konduktive Erziehung“ und „Konduktive Pädagogik“ entwickelt wurde. (Quelle Wikipedia)

Diese Therapieform hat es in Deutschland noch schwer, gefördert zu werden. Vor allem tun war das Thema relatives Neuland und so war ich sehr gespannt darauf was mich erwartete.

Es gab insgesamt 9 Vorträge oder Referate. Was kennzeichnet eine angeborene und eine erworbene Hirnschädigung. Wie kommt es zum Beispiel zu einer infantilen Cerebralparese. Da ist eine ganze Menge bei mir hängen geblieben. Sehr spannend war auch der Vortrag von D. Michael Zeller zum Thema Plastizität des Nervensystems. Mich hat hier der Fall eines jungen Mädchens sehr bewegt, die aufgrund einer frühkindlichen Schädigung unter schweren und häufigen epileptischen Anfällen litt. Die betroffene Stelle wurde chirurgisch entfernt. Das Mädchen führt seitdem ein fast normales Leben und leidet nur an einer leichten Hemiparese. In ihrem Vortrag über „Neue Erkenntnisse as der medizinischen Hirnforschung zeigte Frau Dr. Cordula Werner weiter Erfolge auf, die zum großen Teil auf der Konduktiven Förderung nach Petö beruhen. Beispiele, die Mut machen.

Prof. Willibald Weichert sprach über seine lebensgeschichtlichen Erfahrungen mit seinem Sohn. Dies war ein sehr bewegender der Beitrag ebenso wie der Vortrag von Frau Bettina Brühl der mit einem Film endet. Hier wurde gezeigt, wie eine eigenaktive Teilhabe erreicht werden kann. Es handelt sich zwar bei den Kindern um recht wenige Fälle handelt. Wir sprechen hier von 0,3% aller Neugeborenen. Im Jahre 2010 wurden in Deutschland 678.000 Kinder geboren. Wir reden hier also von ca. 2000 Fällen. Auch wenn der Schwerpunkt bei den Kindern lag so dürfen wir auch nicht die Erwachsenen vergessen. Auch für, z. B. Schlaganfallpatienten ist eine Konduktive Förderung sinnvoll. Verloren gegangenen Funktion können wieder erlangt werden. Das Gehirn ist nicht fest verdrahtet. Verloren gegangene Funktionen können wieder erlangt wird.

Sehr gut finde ich es wenn man im Rahmen einer Tagung selbst aktiv werden kann. Dazu gab es in den Arbeitsgruppen reichlich Gelegenheit. Die Ergebnisse waren sehr ähnlich. So wurde festgestellt, dass die bestehenden Gesetze ihre Wirkung nicht entfalten oder schlechtweg nicht umgesetzt werden. Von einer Gleichstellung der Betroffenen sind wir noch weit entfernt. Für Betroffenen ist di Selbsthilfe die einzige Möglichkeit ihre Ziele zu erreichen. Die Finanzierung ist das Hauptproblem. Es gibt zu viele Töpfe und zuviel Bürokratie. Die betroffenen Eltern müssen um die Finanzierung der Konduktiven Förderung kämpfen und bedienen sich oftmals des persönlichen Budgets.

Zum Abschluss gab es noch eine Diskussionsrunde. Es wurde ein AG eingerichtet, die einen Berliner Appell erarbeiten soll, der sich für die Umsetzung der Interessen einsetzt. Ich finde das ist auf jedenfalls unterstützenswert. Aufgrund der Problematik entstehen bei der Umsetzung Lücken, welche die Selbsthilfe schließen muss, damit die bereits erzielten Erfolge nicht verloren gehen. Ein Satz ist mir besonders wichtig und den sollten sich mal die Politik und die Sozialversicherungsträger hinter die Ohren schreiben:“ Teilhabe ist ein Menschenrecht. Menschenrechte dürfen keiner Budgetierung oder Haushaltszwängen unterliegen.  Daher sollte zuerst die Versorgung sicher gestellte werden. Er letztendlich die Kosten übernimmt kann eine Schiedsstelle entscheiden.

Uwe Abel

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