Es werde Maut! Eine utopische Nonsens-Satire

Am Anfang war die Autobahn. Doch die war teuer und die Instandhaltung verschlang zu viele andere Steuergelder. Da sprach der Verkehrsminister, es werde Maut und schon durften die Brummis für die Nutzung der Bundesdeutschen Autobahnen blechen. Da aber die Speditionen und LKW-Fahrer schon reichlich vom Baum der Erkenntnis genascht hatten und nun mal einfach nicht blöd sind, suchten sie nach Wegen, die Maut zu umgehen. Sie suchten und sie fanden ihn, den Ausweg in Form der Bundesstraßen. Den Herrn Verkehrsminister erzürnte dies und er beschloss daher diese Ausweichstrecken, die man auch Bundesstraßen nennt, ebenfalls mit einer Maut zu belegen. Er sprach es uns so geschah es. Aber der Mensch und Brummifahrer wollte dies nicht hinnehmen und sucht wiederum nach neuen Wegen. Diese führten dann durch kleine Orte, Städte und Dörfer, so auch im Havelland. Die Bewohner dieser Orte, wie z.B. Nauen und Falkensee wunderten sich über die Zunahme an LKW Verkehr in ihren beschaulichen Orten.

Schon vorher hatten die einen oder anderen weisen und klugen Bürger vor dem drohenden Ungemach gewarnt und ihre Stimme erhoben. Doch wie es sich für Propheten im eigenen Lande geziemt, wurden sie nicht erhört und verlacht. Erst jetzt bemerkten die Zweifler und Ungläubigen das Problem und bleiben fragend zurück. Der Herr strafte sie mit donnerndem LKW Verkehr, direkt an ihren Mustergärten vorbei.

Zu gleicher Zeit begab es sich, dass man seitens der Herrschenden überlegte auch die anderen Kühe, Verzeihung Autofahrer zu melken. Auch diese sollten nun ihren Obolus entrichten. Da das Wort Maut alleinig schon einen schlechten Klang hatte. Nannte man das ganze nun Citymaut. Die privaten Nutzer von Pkws, also das einfache Volk sollte nun für das Befahren der Innenstädte bezahlen. Nicht das sie schon reichlich in Form von KFZ Steuer und Benzinsteuer täten. Nein, in einigen Städten, so auch in Berlin gab es die so genannte Umweltzone, die den Feinstaub und ihren Transporteuren mit Hilfe von großen Schildern sagten: “Ihr müsst leider draußen belieben“ Was natürlich wild durch die Luft fliegende Teilchen sofort respektierten. Manche Autos durften ihre Insassen weiter in die Innenstadt bringen, gegen eine Gebühr natürlich. Zu erwähnen wäre hier auch noch die Tatsache, dass es zeitgleich mit dem öffentlichen Nahverkehr erhebliche Probleme gab.

Derweil fuhren aber die Lkws weiter durch Falkensee, was den maroden Straßen und den genervten Bewohnern gar nicht gut tat. Das Zauberwort lautete Verbannung. Aber einfache Verbotschilder reichten ja nicht. Wer soll den wohl den ungewollten Verkehr kontrollieren? Also erhoben die hohen Herren  einfach mal die geplante City Maut auch in den kleinen Städten und Orten und schon machten die Brummis um beschauliche Orte wie Falkensee einen großen Bogen oder berappten eine nicht unerhebliche Gebühr und füllten damit das Stadtsäckel.

Das hatte Entwicklungspotential, dachten sich die Dorfschulzen. Man denke nur an die so genannten Anliegerstraßen. Die Anlieger oder auch Anwohner waren derweil etwas verbittert, weil die Stadt ihre schönen  Anliegerstraßen erneuerte. Das ist doch aber gut, wird jetzt der geneigte Leser denken. Blöd war nur, dass die Anlieger die Straßen fast ganz alleine bezahlen mussten, obwohl sie das eigentlich gar nicht wollten. Denn nach dem Ausbau war es auch mit der Beschaulichkeit in diesen Straßen vorbei. Es wurde nicht mehr friedlich über die Sandpiste gezuckelt, sondern die Straße mit der maximal möglichen Geschwindigkeit durchfahren. Da gab es zwar keine Pille gegen, aber die regierenden beruhigten die Anwohner schnell mit einer Anliegerstraßenmaut, die dann die Nichtanwohner bezahlen mussten. Es sollte nicht die letzte sein. Bis zur nächsten Ölkrise.

U. Abel

 

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2 Kommentare zu “Es werde Maut! Eine utopische Nonsens-Satire”

  1. Im Juni kaufte ich eine 2-Monats-Vignette. Während meines Aufenthalts ging die Windschutzscheibe zu Bruch. Alle Unterlagen für den Vignettenersatz hatte ich, bekam aber keinen Érsatz, da nur für Jahresvignetten (Auskunft der Asfinag) Ersatz geleistet wird. Nun hatte ich ja nicht gezahlt, um ein Bildchen durch die Gegend zu fahren, sondern ich hatte mit der Bezahlung das Recht erworben, auf den mautpflichtigen Straßen zwei Monate lang zu fahren. Wodurch ging dieses Recht verloren? Missbrauch ist nicht möglich, da die abgelöste Vignette beim Ersatz vorgelegen hätte. Ich habe auch kein strafwürdiges Vergehen begangen, sondern bin nur Opfer der Asfinag, die mit der Begründung ablehnt, der Aufwand sei zu groß. Mein Eindruck: So kann man mit wenig Aufwand viel Geld machen. Legal? – Nach Auskunft div. Autoclubs eine Frage, die man dem Österreichischen Verwaltungsgerichtshof vorlegen sollte. Georg W. 30. Juli 2012Antwort Wien-konkret;Der Vignettenersatz ist in der Mautordnung geregelt.Die Mautordnung wurde durch den Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Finanzen erlassen, ist also amtlich.In der Mautordnung ist der Vignettenersatz im => Punkt 8 geregelt. Dort ist festgelegt, dass es bei Windschutzscheibenbruch nur einen Ersatz für Jahresvignetten gibt. Bei Monatsvignetten und 10-Tagesvignetten ist in der Mautordnung kein Ersatz vorgesehen, da laut ASFINAG der Abwicklungsaufwand viel zu hoch wäre.

    1. Wechselkennzeichen werden genauso ungerecht bahandelt. Als Besitzer eines Wechselkennzeichens muss man für jedes Fahrzeug eine Vignette kaufen, obwohl man immer nur mit einem Fahrzeug auf einer mautpflichtigen Straße fahren kann. Ist ebenfalls gesetzlich so geregelt. Ich suche derzeit Gleichgesinnte um gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen.

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