Empty Road

Ihr Anliegen? Straßen, Straßen und Straßen

Alle haben ein Anliegen. Die Straßen, vor allem die sogenannten Anliegerstraßen. Straßen, die einem einzigen Zweck dienen; das die Anwohner zu ihrem Heim kommen und auch Versorger und Besucher sicher dort hinkommen. In Falkensee gibt es eine Menge solcher Straßen. Weil diese in einem schlechten Zustand sind, hat unsere Stadtverwaltung beschlossen diese im großen Stil zu sanieren und auszubauen. Man will die „ollen“ Sandbuckelpisten in schöne asphaltierte Straßen verwandeln. Fein nicht wahr? Das die Anwohner dabei 90% der Kosten tragen wird dabei nicht allzu deutlich erwähnt. In einem sogenannten Masterplan hat man fast alle Straßen katalogisiert und nach Dringlichkeit sortiert. Diese einzelnen Abschnitte oder „Körbe“ werden dann immer in Bausch und Bogen durch die Stadtverordnetenversammlung geprügelt. Zuletzt waren es 16! Straßen am Stück. Zu jeder Beschlussvorlage gibt es reichlich Unterlagen und Pläne und mitunter verschiedenen Varianten. Da ist man nach der Hälfte schon übersättigt und so manchem Abgeordneten raucht gar mächtig der Kopf.

Wie zu erwarten hat es nicht lange gedauert, dass die Bürger angesichts der auf sie zukommenden Kosten aufbegehren. Nicht jeder hat halt genug Geld auf der hohen Kante. Gerade ältere Anwohner und diejenigen, die bei der Wende nicht so gut weggekommen sind. Die spannende Frage, würde die Stadt, soviel Straßen sanieren, wenn sie die Kosten alleine aufbringen müsste? Wohl kaum, dafür wäre kein Geld da. Eine weitere Sorge ist natürlich, dass eine gut ausgebaute Straße, mehr Verkehr anlockt als den Anwohnern lieb ist, gerade dann wenn man damit eine verstopfte Hauptstraße umgehen kann. Das ist aber, denke ich mal eine Ausnahme. Es gibt aber tatsächlich Anwohner, die sind mit ihrer Stoßdämpfer – Teststrecke durchaus zufrieden. Es kommt halt darauf an, ob man am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Highways to Achsbruch wohnt. Ein Schelm der Arges dabei denkt.

Einerseits wollen die Anwohner nicht mehr Verkehr, anderseits wollen Sie die billigste Version, wenn möglich ohne Gehweg. Gerade hier liegt ein krasser Widerspruch. Auf Kosten ihrer eigenen Sicherheit und die der anderen wollen Sie also auf Gehwege verzichten. Gerade Straßen, die keine Geh- und oder Radwege haben werden oft zu schnell befahren und als privater Nürburgring interpretiert. Was ich wirklich ärgerlich finde ist, dass sich anscheinend kaum einer darüber Gedanken macht, ob nicht grundsätzlich Verkehrsberuhigende Maßnahmen mit eingeplant werden sollten. Wurde eigentlich schon mal darüber nachgedacht oder sogar schon entschieden, welche Geschwindigkeit dort in Zukunft gefahren werden darf?

Fakt ist, man verfährt nach Schema F. Alle Entwürfe sehen fast gleich aus. Keine neuen Konzepte, keine Innovationen. Anregungen daraus Fahrradstraße zu machen, die nur für den Anliegerverkehr zugelassen sind? Auf diese zugeben, sehr ketzerische Idee scheint bisher noch keiner gekommen zu sein. Wäre es denn wirklich so schlimm, wenn unser Verkehr entschleunigt und unser Stadt Fußgänger – und Fahrradfreundlicher werden würde?

 Uwe Abel

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