Wer will noch Multi-Kulti?

Herr Buschkowsky ist Bezirksbürgermeister von Neuköln und hat was gemacht? Richtig! Ein Buch geschrieben. Im Gegensatz zu andern Politikern oder Politikergattinen heult er sich nicht aus oder beweihräuchert sich selbst, sonder spricht Klartext.

Wer Klartext spricht, der findet nicht nur Freunde. Der polarisiert und ruft diejenigen auf den Plan, die die Wahrheit nur schwer verkraften können oder wollen. Das ist aber auch ein Bestandteil unserer Demokratie.

Herr Buschkowsky sagt: “Multikulti ist gescheitert.“ Ist das so? Ja.! Zumindest erst einmal. Scheitern bedeutet ja nicht, dass das Thema endgültig vom Tisch ist. Aber warum ist Multikulti gescheitert? Ein Grund ist sicherlich, dass jeder eine andere Vorstellung von Integration und Multikulti hat. Wir erwarten, dass sich unsere Mitbürger halt voll integrieren und unsere Sitten und Gebräuche annehmen. Diejenigen, die Teil unserer Gesellschaft werden wollen sind mitunter nicht bereit auf dies zu verzichten. Ein schwieriges Thema, das auch leider von rechtspopulistischen Parteien genutzt wird Zitat: “Integration ist auch eine Bringschuld“. Fakt ist, es gibt natürlich schon Integrationsunwillige. Aber welchen Prozentsatz sie ausmachen, weis wohl keiner.

Das Problem ist schon entstanden, als die ersten Gastarbeiter kamen. Arbeiten sollten sie, ja möglichst überall da, wo Not am Mann war. Aber wohnen? In Berlin? Bitte nicht in Zehlendorf, Wilmersdorf usw. Da gibt es ja noch ein paar sanierungsbedürftige Altbauten, da können die ja wohnen. Kurse in der Abendschule um Deutsch zu lernen um sind im Gastgeberland zurecht zu finden? Sicher, aber wer hatte dazu noch die Gelegenheit, wenn er Schicht arbeiten muss?

Ich bleibe dabei unser Gesellschaft hat es versäumt, eine solide Grundlage für eine multikulturelle Gesellschaft zu schaffen, aus einem einfachen Grund: Die meisten wollen keine multikulturelle Gesellschaft in dem Umfang, wie sie sich abzuzeichnen beginnt. Wir leben immer noch in einer Phase des nationalen Egoismus, aber nicht nur wir.

Um das Projekt Multikulti in Berlin und in Deutschland zu realisiere müssen ein paar entscheidende Änderungen vorgenommen werden.  Als erstes muss die Ghettosierung aufgeweichte werden. Es kann nicht sein, das man in manchen Stadtteile das Gefühl hat man wäre in „Little Ankara“. Das hat zwar seinen Charme ist aber einer multikulturellen Gesellschaft abträglich. Integration heißt halt nicht, abschieben in ungeliebte Gegenden.

Um Teil der multikulturellen Gesellschaft zu sein, müssen aber auch diejenigen, die hier Leben wollen an ein paar Spielregeln halten. Ich denke da nur an die USA. Ohne gewisse Sprachkenntnisse, Wissen über Geschichte und Gesetze ist eine endgültige Aufnahme in die Gesellschaft nicht möglich. Das sollte in Deutschland auch so gehandhabt werden, nicht um die Leute zu schikanieren oder um sie zur Aufgabe ihrer Identität zu zwingen. Nein es geht vielmehr darum eine Chancengleichheit zu schaffen. Den darauf beruhen hauptsächlich die Probleme, die Herr Buschkowsky beschreibt. Wir müssen die Veränderungen aber auch ernsthaft wollen damit wir beweisen, das wir Mutli-Kulti auch wollen.

Uwe Abel

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Ein Kommentar zu “Wer will noch Multi-Kulti?”

  1. Die Lösung der Sozialen Frage

    Die erste Voraussetzung für absolute soziale Gerechtigkeit ist, dass alle Wirtschaftsteilnehmer zuallererst eigennützig handeln.

    Die zweite Voraussetzung ist eine makroökonomische Grundordnung, in der es automatisch das Beste für alle bedeutet, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt.

    Aus der eingeschränkten Perspektive einer noch fehlerhaften Grundordnung, in der die zweite Voraussetzung nicht erfüllt ist, wird die erste Voraussetzung nicht verstanden.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/09/von-den-drei-verwandlungen.html

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