Sonnenuntergang II

Grünes Dilemma?

Grün zu sein ist nicht einfach. Wobei, ich finde mich eher im Teil der Partei wieder der sich als Bündnis 90 bezeichnet. Ich esse nicht Bio, lebe manchmal auch ungesund und fahre auch Auto. Was mich antreibt ist der Wunsch nach mehr Mitbestimmung und Transparenz. Im Moment sehe ich einige Dinge auch sehr kritisch. Die muss ich einfach mal loswerden.

Bei vielen Gesprächen stellt man trotzdem immer wieder fest, dass „Die Grünen“ sich in einem Dilemma befinden. Neuestes Beispiel: Windkraft in Schönwalde. Die dort ansässige Bürgerinitiative kritisierte, das mangelnde Engagement seitens der Grünen. Nicht mal ein Statement gab es. Nun von wem sollte es kommen? Im Moment gibt es dort ein Mitglied in der Gemeindevertretung. Vor einiger Zeit wollte der einzige Aktive Grüne noch das Handtuch werfen. Der Grund die ständigen Anfeindungen. Diese Aktion hat immerhin etwas erreicht, das sich zumindest die politischen Gegner etwas zurückhalten. Auch die Verantwortlichen Grünen im Kreis sichern jetzt mehr Unterstützung zu. Das ist auch gut so. Aber zurück zur Windkraft. Kann und darf man als Grüner gegen erneuerbare Energien, in diesem Falle Windkraft, sein. Ja! Wenn dabei z.B. der Naturschutz verletzt wird. So steht es auch in einer Erklärung der Grünen in Brandenburg. Das sich die Grüne nicht als Unterstützer angeboten haben ist auch nicht so richtig. Immerhin war zu einer Veranstaltung sogar Michael Jungclaus als Redner eingeladen. Die BI hatte uns Grüne einfach wieder ausgeladen. Begründung: Man wollte  unparteilich bleiben. Umso mehr freut uns, dass die Bürgerinitiative Erfolg hatte.

Trotzdem das Dilemma bleibt. Nicht die Technik ist schlecht nur was der Mensch daraus macht. Im Fall der Windkraft ist es die Profitgier der Investoren und Eigentümer der Grundstücke. Passt doch. Wenn man ein Grundstück hat, das zu nichts taugt, dann stellt man einfach mal ein paar Windräder hin. Ähnlich war es beim Gaskraftwerk in Wustermark, das ja erfolgreich verhindert wurde. Als Brückentechnologie allemal lieber als Braunkohleverstromung aber direkt vor der Haustür? Nee! Typische „Nimby“ Mentalität? Not in my backyard, also nicht in meinem Hintergarten. Windkraft ja aber bitte nicht in meiner Nähe. Kinderbetreuung? Ja muss sein, auf jeden Fall aber eine Sportkita gegenüber von meinem Garten? Niemals! Schwierig auf jeden Fall. Den wenn jeder mal in sich geht, wird er feststellen, das er auch viel will aber das dies nicht unbedingt in seiner unmittelbaren Nachbarschaft stattfinden muss.

Auf jeden Fall muss „Grün“ aber mehr auf die Bürger zu  gehen. Eine Presseerklärung reicht nicht. Bloß weil man nicht gleich willkommen ist, darf man nicht die beleidigte Leberwurst spielen und sagen „Phhh, dann eben nicht“. Hier ist mehr Taktgefühl und Diplomatie gefragt. Gerade in Schönwalde, wo der letze Keim der grünen Pflanze dringend gestützt und gewässert werden muss.  Die Gäste der auf der letzten KMV zu Gast waren um ihren Standpunkt zu erläutern, wurden ziemlich vor den Kopf gestoßen. Mit der Problematik hätte man aus meiner Sicht anders umgehen müssen. Das einfachste wäre gewesen einen gemeinsamen Termin zwecks Aussprache zu finden, als man gemerkt hat, das diese Diskussion den Rahmen sprengt. Der Initiative dann auch noch Vorwürfe zu machen, weil sie die Politik erst einmal außen vorlassen wollten ist ein großer Fehler. Ich hoffe man lernt daraus etwas für die Zukunft.

Uwe Abel

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