Bürger und Initiative? Nein Danke!

Falkensee   Wer eine Bürgerinitiative oder Interessengemeinschaft gründet stößt nicht immer nur auf Zustimmung. Es ist aber auch völlig normal, dass man für seine Einstellung nicht nur Zustimmung erntet. Manchmal eskaliert ein Konflikt aber auch, wie bei Stuttgart 21. Das Engagement schwierig ist bekommt zurzeit auch die IGZ in Falkensee zu spüren. Es gibt Stimmen, die die bisherige Vorgehensweise und Einstellungen kritisieren. Der IGZ ging es hauptsächlich um die neue Gestaltung des Areals der alten Stadthalle, wenn diese der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist. Einige Bürger wollen übrigens die alte Stadthalle immer noch erhalten. Im Rahmen der Diskussionen innerhalb der IGZ wurden auch die Auswirkungen und Möglichkeiten für die Bahnhofstraße diskutiert. Man sieht in der Gestaltung des Platzes die Chance, etwas wie ein Zentrum in der Bahnhofstraße zu etablieren. Dass einfach nur die Seegefelder Straße über den Platz geführt werden soll, möchte die IGZ nicht hinnehmen.

Projekte, die der Entwicklung der Bahnhofstraße entgegenstehen könnten werden kritisch beäugt und kritisiert. Dazu gehört auch das Einkaufscenter auf dem ehemaligen Trafogelände. Die IGZ fordert die Bürger auf Ihre Bedenken und Einwendungen zu teilen und dem B-Plan zu widersprechen. Das wiederum ruft den Unmut der Befürworter hervor. Sie werfen der IGZ vor nur ihre eigenen  Interessen zu vertreten und nicht für alle Bürger zu sprechen. Als Blockierer wird die IGZ bezeichnet. In einigen Gesprächen habe ich auch mitbekommen, das einige Falkenseer Bürgerinitiativenmüde sind. Zuviel Engagement ist lästig. Komisch, bei zwei bis drei Personen, die sich gegen einen Kindergarten in ihrer Nachbarschaft wehren mach man kein solches Geschrei und zeigt sogar Verständnis.

Im geplanten Center neben dem Realmarkt sollen nach unbestätigten Aussagen ein Media Markt und eine Fast Foodkette angesiedelt werden. Die ursprüngliche geplante Tankstelle ist wohl erst mal vom Tisch. Obwohl, vielleicht doch nicht ganz. An der Straße der Einheit in Höhe Polterstraße, ist eine Tankstelle geplant. Bisher ist das aber nur ein Gerücht.

Die Befürworter glauben, dass die Ansiedlung auch der Bahnhofstraße zu gute kommt und keine Gefährdung für die dort ansässigen Geschäfte darstellt. Auch die Verkehrsanbindung ist kein Problem. Alles Schick. Der Bringer für Falkensee. Der Aufschwung kommt. Na ja.

Sicherlich werden die Massen nach ihrem Mediamarkteinkauf noch in die Bahnhofstraße wandern um ein Eis zu essen oder bei den Biofreunden einkaufen. Das glaube ich kaum, da es keine vernünftige Anbindung gibt. Die soll dann noch für Fußgänger zusätzlich erschwert werden, in dem man einen Verkehrskreisel dazwischen haut. Überhaupt der Verkehr. Mit wie vielen Besuchern rechnet man überhaupt. Ist der Media Markt überhaupt ein Ankermieter? Schließlich geht es dem Unternehmen auch nicht wirklich gut. Der Streit in der Metrogruppe tut nicht gut. Dann doch lieber Saturn. Ach nee, der gehört ja auch zur Metrogruppe, aber ich bin ja nicht blöd und durch schaue die billige Scheinkonkurrenz der beiden Metrokonzernunternehmen. Konkurrenz belebt da Geschäft? Ja aber nur wenn die Kontrahenten gleich stark sind. Davon kann man beim Media Markt vs. Elektro- und Computerladen in der Bahnhofstraße. kaum reden. Die nächste Frage mit wie viel Kunden rechnet man im geplanten Einkaufscenter? Bisher gibt es dazu keine verlässlichen Angaben. Knapp 41.000 Einwohner aus Falkensee, ca. 10.000 aus Schönwalde, etwa 11.000 Brieselanger und vielleicht der eine oder andere Spandauer und 8700 Dallgower Einwohner liegen im Einzugsgebiet. Wie viel befinden sich im kauffähigen Alter und kaufen Technik im Media Mark? Andere Mediamärkte haben da ganze andere Zahlen zu erwarten.

Ich denke, bevor die Faktenlage nicht klar ist, sind Bedenken durchaus berechtigt. Bevor der B-Plan beschlossen wird müssen die offenen Fragen geklärt werden. Welche Geschäfte werden angesiedelt. Mit welchen Besucherzahlen rechnet man und wie wird das Verkehrsaufkommen bewältigt. Das es dabei auch um eigene Interessen der Mitglieder der IGZ geht kann ich nachvollziehen. Die Kritiker der IGZ sollten sich einfach mal in die Situation eines kleinen Elektrogeschäfts versetzten, dem ein Elektrogroßmarkt vor die Nase gesetzt wird oder die eines Anwohners, der auf einmal über 300 Autos mehr an seinem Grundstück vorbeifahren sieht, vom Lärm und Dreck auch am Samstag zu schweigen.

Uwe Abel

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