Falscher Umgang?

Der Fall um die Ruderin Drygalla wirft einige Fragen auf und feuert mal wieder di Diskussion um den Umgang mit dem Rechtsextremismus in unserem Land an. Die Dame mit dem typisch deutschen Nachnamen ist also mit jemanden zusammen, der eine rechte Gesinnung hat und auch noch eine recht hohe Position in der NPD bekleidet. Ich möchte vermeiden hier für die NPD und den Rechtsextremismus zu werben aber ich finde den Umgang mit diesem Fall einfach falsch.

Kann man solch einen Menschen lieben? Anscheinend! Ich persönlich könnte es nicht ertragen, wenn mein Partner rechte Ansichten vertritt.. Daher liegt die Vermutung nahe, dass Frau Drygalla zumindest mit einigen Ansichten sympathisierto der diese sogar teilt. Nur eine falsche oder blöde Meinung zu haben ist ja noch nicht verboten. Man darf eine Meinung über den Umgang mit ausländischen Straftätern haben, man kann die Strafen für Mensch, die sich an Kindern vergehen für zu lasch halten und sich wünschen, dass die D-Mark wiederkommt. Das sind z.B. Punkte, wo ich an der Politik auch Kritik übe, aber deswegen bin ich noch lange kein Nazi. Eine Demokratie muss das leider aushalten. Rechtsextremes Gedankengut kann man nur mit demokratischen Mitteln bekämpfen, nicht mit Verboten und Ausgrenzung.

Die Politik muss sich mehr mit den Ursachen auseinander setzen und sich fragen, was treibt die Menschen in die Arme der braunen Ratfänger. Ein Verbot der Partei bringt nichts und treibt dies nur in den Untergrund. Das finde ich viel gefährlicher.

Aber zurück zu der Ruderin. Es mag einem wie eine moderne Hexenjagd vorkommen. Selbst wenn Sie sympathisiert, so hat sie doch, laut Aussagen der Mannschaftskollegen dies nie in irgendeiner Form nach außen getragen. Angeblich wusste niemand was davon, obwohl ja allgemein bekannt war, dass sie wegen der Beziehung ihren Dienst bei der Polizei quittieren musste. Eigenartig ist auch mal wieder, dass dieses Thema gerade jetzt an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Hier hat wohl jemand den Zeitpunkt abgewartet um sich mit der vermeintlichen Sensation profilieren wollen. Jedenfalls ist die Ausgrenzung in dieser Form aus meiner Sicht der falsche Weg.

Wie heißt es doch im GG Art. 3 (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. ………Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Das gilt solange wie diese Aktivitäten nicht die Rechte andere verletzen oder gegen die Verfassung verstoßen. Dürfen wir uns als anmaßen jemanden zu verurteilen, der jemanden liebt, der solche zweifelhaften Ansichten vertritt? Ist zum Beispiel die Forderung nach härten Strafen für Personen, dies sich an Kindern vergehen verfassungsfeindlich? Nein, sicherlich nicht, wenn auch wie gesagt eine mehr als fragwürdige Denkweise. Nicht umsonst werden ja Zweifel angemeldet ob ein Verbot der NPD Aussicht auf Erfolg haben wird. Solang das nicht geklärt wird, sind Aktionen wie um Frau Drygalla für die Demokratie eher. Schädlich und nützt den Rechtsextremen eher als Argumentationshilfe.

 

Uwe Abel

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