Kein Heim (mehr) in Falkensee

Auf Mark online ist folgender Artikel zu finden:  LINK  Da habe ich mal meine Gedanken zu aufgeschrieben.

Semmelhaack baut nun doch kein Seniorenheim in Falkensee und das ist auch gut so. Die Idee mit den Seniorengerechten Wohnungen ist aber auch wirklich besser. Wie heißt es so schön „Neue Behandlungszentren bekämpfen die wirkliche Ursachen nie“ Klartext: Wir brauchen keine neuen, ja was eigentlich? Seniorenheim, Altenheim, Pflegeheim oder sogar Seniorenresidenz.

Schöne Namen für ein mitunter sehr trauriges Kapitel im Buch des Lebens. Es gibt sicher schöne Einrichtungen und am Personal das dort arbeite liegt es sicher auch nicht. Ich hab den höchsten Respekt vor jedem der in diesem Beruf arbeitet. Die Berufsbezeichnung Krankenpfleger/in ist immer noch verbreitet. Eigentlich heiß es aber Gesundheits- Krankenpfleger/in. Hört sich besser an. Mal ehrlich was wünschen wir uns für unseren Lebensabend? Aus der gewohnten Umgebung gerissen zu werden um dann in einem kleinen Zimmer, eventuell mit einem Zimmernachbarn den man nicht leiden kann, langsam vor sich hin zu dämmern? Was passiert mit dem persönlichen Besitz, der da nicht mehr rein passt. Wo bleibt die Individualität? Es ist schon wahr, einen alten Baum verpflanzt man nicht.

Wir müssen damit rechnen, dass wir im Jahr 2030 ca. 1 Million mehr an pflegebedürftigen Menschen haben. Beim derzeitigen Stand der Dinge gleichzeitig mit einem Mangel an Pflegefachkräften. Diese sind jetzt schon rar. Fakt ist; Maßnahmen die jetzt ergriffen werden greifen erst nach 2030. Was passiert bis dahin? Neue „Heime“ sind auf jeden Fall nicht die Lösung, weil das Personal fehlt.

Wichtiger wäre es die Pflege zu Hause zu stärken. Dazu benötigt man Wohnraum der Seniorengerecht angepasst ist und natürlich Menschen die diese eins zu eins Pflege sicherstellen. Ab einem bestimmten Grad der gesundheitlichen Einschränkungen wird man auch dort nicht auf Fachkräfte verzichten können. Ziel muss es sein die Angehörigen zu stärken. Hierzu gibt es eine interessante Initiative Daheim statt Heim e.V. ,die ich gerne unterstütze. Ein guter Ansatz.

Hier ist aber die Politik gefordert, auch die Voraussetzungen zu schaffen. Früher war es noch einfacher. Bevor sich die Struktur der Gesellschaft aufgrund der wirtschaftlich Entwicklung verändert hat. Ich kann mich noch gut erinnern: wir wohnten in einer etwas ausgebauten „Laube“. Meine Eltern, mein Bruder und ich. Vater ging arbeiten und meine Mutter war Hausfrau. Große Sprünge konnten wir nicht machen. In Urlaub fahren war nicht. Als meine Oma mütterlicherseits an Demenz erkrankte wurde sei bei uns zu Hause aufgenommen und bis zu ihrem Tod gepflegt. Als die Pflege schwerer wurde, bekam meine Mutter Unterstützung von einer Gemeindeschwester. Heute sieht es anders aus. Die Kinder leben nicht immer in der Nähe. Beide sind arbeiten, weil es müssen ja zwei Autos sein und ein Urlaub in den Schwarzwald reicht auch nicht. Man will ja schließlich die Welt sehen. Bei den Anforderungen, die uns das Berufsleben stellt lässt sich kaum noch realisieren, jemanden zu Haus zu pflegen.

Gerade bringt der Gesetzgeber einige Dinge auf den Weg um die Situation zu ändern. Es wird viel geredet aber noch zu wenig getan. Das Thema ist zu komplex um eine komplette Lösung in ein paar Zeilen zu präsentieren.

Es wäre aber schon mal ein Anfang, wenn man die pflegenden Personen mehr unterstützen würde. Dazu gehört eine besser Begleitung und Betreuung bei der Krankenhausentlassung aber auch die Bereitstellung von Hilfsmitteln. Gerade beim letzten Punkt hakt es im Moment richtig. So werden zum Beispiel Pflegebetten erst nach Genehmigung durch den MDK bewilligt, was den Prozess unnötig verzögert. Andere Hilfsmittel, wie z.B. Treppensteiger werden gar nicht mehr genehmigt. Angeblich ist die Krankenkasse dafür nicht zuständig. Grundsätzlich ist die Hilfsmittelversorgung mitunter recht problematisch. Das ist umso unverständlicher, da die Ausgaben für Hilfsmittel im Vergleich zu andern Ausgaben minimal sind. Von 100 Euro die eine Kasse ausgibt entfallen gerade mal 10 ct auf Hilfsmittel, bzw. Pflegehilfsmittel.

Uwe Abel

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Ein Gedanke zu „Kein Heim (mehr) in Falkensee“

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