Etwas vom Teufel?

Was zur Hölle? Ein bisschen Teufel? Ach fahrt doch alle zur Hölle. Zodiac ist am Start mit einer höllisch guten Scheibe. Der Besuch bei meinem lokalen Dealer hat sich gelohnt. Ralf vom Musicland hat Zodiac – A Bit of Devil bereits für mich beiseite gelegt. Schon beim ersten Probehören hat mich die Scheibe an die Wand gedrückt.

Problem: In welche Schublade stecken wir diese Band? Das Cover lässt auf die späten 60iger oder frühen 70iger schicken. Eine Band aus den Tiefen des Londoner Undergrounds, die es wage ein nackte Frau aufs Cover zu bringen. Das Internet sagt Hardrock? Aus Deutschland? Mit Blueseinflüssen? Uärgs geht doch gar nicht. Doch geht! Der Einfluss von Led Zeppelin, Pink Floyd Thin Lizzy und auch ZZ Top ist recht deutlich und rau zu hören. AM ehesten passt wohl die Bezeichnung Bluesrock der 70iger als Label. Ein ungeschliffener Diamant, der schöner strahlt als ein polierter Edelstein.

Es gibt reichlich solide Gitarrenarbeit. Die Drums sind präzise und bilden mit dem Bass ein gesunde Basis. Der Gesang nicht aufdringlich aber konsequent passend zu der Musik. Natürlich darf die gute alte Schweineorgel nicht fehlen. Die Scheibe groovt! Punkt!

Eigentlich hasse ich ja Coverversionen, wäre da nicht die Version des Blue Jeans Blues von ZZ-Top als dritter Titel auf der Platte zu hören. Was für eine Urgewalt. Schon vorher haben A Bit of Devil und Carnival gezeigt, das hier keinen halben Sachen gemacht werden den Schluss der ersten Seite beschließt Assembly Line, ein Knaller. Die Stille nach dem Song ist irgendwie beängstigend.

Horror Vision? Keine! Der erste Titel der zweiten Seite heißt aber halt so. Der Beat macht´s, schon fast Stoner Rock mit Fuzz Gitarrensolo. Es lebe der Verzerrer. Thunder fängt mit einem leicht verspielten Country Intro an. Countrlastig und eher ruhig bleibt es auch. Ghostriders in the Sky. Dreckig, aber gut. Bei Diamands Shoes musste ich gleich an T.Rex, Thin Lizzy oder andere Glam Rock Heroren denke. Wild und irgendwie verstörend. Den Abschluss bildet dann Coming Home. Was fehlte war ein langes Stück. Das beste kommt zum Schluss und ich liebe diese Schweineorgel. Fast schon episch. Ich bekomme selbst beim Dritten hören noch eine Gänsehaut.

Fazit: Die Platte ist leider gefühlt zu kurz. Aber es besteht ja die Hoffnung, das die Jungs nach diesem Erfolg und was anderes ist es nicht, nachlegen. Wieder mal ein Werk, das etwas Retro ist und die Sehnsucht nach den alten Helden der 70iger stillt ohne dabei peinlich zu werden oder sich zu wiederholen. Neue Einflüsse werden geschickt verwoben. Straighter, ehrlicher guter Rock. Da dulde ich keinen Widerspruch.

Uwe Abel

Zum Beweis ein paar Hörproben:

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Ein Gedanke zu „Etwas vom Teufel?“

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