Ich bin doch nicht Bild, äh Blöd!

Um das mal klar zu stellen, wer Bild lesen möchte, soll das einfach machen. Ich möchte hier nicht die Leser diffamieren. Ich kann Bild nicht leiden. Der Wahrheitsgehalte des Blattes ist nicht sehr hoch. Es wird ungenau recherchiert und die Mittel zur Informationsschaffung sind wohl mitunter auch etwas fragwürdig.

Es war für mich selbstverständlich, dass bei mir keine Bild in den Briefkasten kommt. Rechtzeitig hatte ich der kostenlosen Zustellung widersprochen, in der Hoffnung nicht mehr behelligt zu werden. Hat nicht ganz geklappt.

Nein die Bild wurde nicht eingeworfen. Dafür kam heute per Infopost ein roter Umschlag mit einem Brief. Der rote Umschlag für den A4 Brief und der Brief, der nicht mal gefaltet war. Das Briefpapier ist recht dick. Offensichtlich hat sich Axel Springer die Aktion etwas kosten lassen.

Irgendwie ganz schon peinlich, die Aktion der Bild. Spiegelt doch dieser Brief alles wider, was man an der Bild kritisiert m hin bis zur Arroganz der Redaktion und des Verlages. Bild hat sichergestellt, das keine Zeitung in meinen Briefkasten landet. Steht ja auch groß an unserm Briefkasten: „Bild hat hier Hausverbot“. Meine Daten werden also nach der Aktion gelöscht. Hier folgt dann der eigentliche Witz: „..sofern sie nicht ohnehin wegen eines bestehenden Abonnement-Vertrages bei uns vorhanden sind und deshalb gespeichert bleiben müssen.“   Ja Nee ist klar, ich habe Bild abonniert und rege mich über ein Gratisexemplar auf.

Der letzte Absatz weißt dann daraufhin, dass angeblich Widersprüche übermittelt wurden, die unzutreffende Absenderangaben enthielten. Wenn ich betroffen wäre und mich über eine Gratisbild gefreut hätte, würde eine kurze Mitteilung ausreichen und Schwupps schon habe ich ein Gratisexemplar.

Oh man das ist dekadent. Was sich die Herren einfallen lassen um anscheinend jeden ein Exemplar  zu vermitteln. Günther Wallraff hat schon recht: „Ich sehe sie – ja, ich sehe sie so ein bisschen in der Rolle eines gemeingefährlichen Triebtäters, wo das Potenzial immer noch vorhanden ist, auch wenn er lange Zeit unauffällig bleibt, aber er kann jederzeit wieder zuschlagen.“ Das ganze Interview hier : http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1792578/ 

Mich würde ja mal interessieren, wie viel Zeitungen tatsächlich verteilt worden sind und wie viele Widersprüche es gab. Haben sich wirklich Leute die Mühe gemacht für andere Widersprüche zu formulieren, wie es Bild formuliert? Im April waren es bereit 150.000 Absagen. Viele werden sich aber nicht die Mühe gemacht haben und nutzen die Zeitung für das Katzenklo oder haben sie einfach in die Papiertonne geworfen. Abstimmung durch Handeln, auch gut.


Was mache ich jetzt mit dem Brief? Einrahmen? als Beleg für peinliche Stimmungsmache und den Versuch mir noch eine Bild zu verpassen oder als Beleg für Ignoranz und Arroganz eines Blattes, das mit den Ängsten der Mensch spielt und im übertragenen Sinne über Leichen geht. Ich bastele doch lieber einen Papierflieger draus und werfe ihn in den Briefkasten vom Axel-Springer Haus.

 

Uwe Abel

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2 Kommentare zu „Ich bin doch nicht Bild, äh Blöd!“

  1. Bin ganz Deiner Meinung, Uwe. Bei mir kam es noch schlimmer: Obwohl ich es abgelehnt hatte, erhielt ich heute ein Bild-Exemplar, habe es mit der Kneifzange angefasst und in die kostenlose Papiertonne entsorgt, Blut war glücklicherweise nicht herausgeflossen *smile*.

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