Vorsicht! Das killt Dich.

Tödlicher Witz, oder einfach nur ein schlechter Witz? Mitnichten! Während die eine oder andere Band aus meiner Jugendzeit frühzeitig den Tod gefunden hat, und leider auch der ein oder andere begnadet Musiker gab es auch Bands, die rechtzeitig eingesehen haben, das ihre Zeit vorbei war. Sie nahmen die reichlich verdiente Kohle und taten was, nämlich nichts mehr und das war auch gut so. 

Andre wiederum konnten nicht loslassen. Nach mehr oder weniger langen pausen versuchten sie ein Comeback. Mitunter sogar erfolgreich, aber meistens eher weniger. So touren einige 80iger Heroen in mehr oder weniger Originalbesetzung zu irgendwelchen Oldifestivals oder Revivalparties. Woran sind sie gescheitert? Ganz einfach, sie haben es nicht geschafft vertraut zu klingen und gleichzeitig etwas neues spannendes zu machen. Wenige, aber wirklich ganz wenige haben es geschafft. Eine Band ist für mich Killing Joke. Seit 2008 wieder in Originalbesetzung unterwegs hat die Post-Punk Band den schwierigen Spagat geschafft. Die Band um den mysteriösen und okkult veranlagten Sänger Jaz Coleman präsentiert ihr Album passen zum Mayakalender MMXII (2012). Bereits 1982 glaubte Coleman an eine bevorstehende Apokalypse. Für dieses Jahr plant Coleman auch nur noch ein letztes großes Event. Killing Joke treten im Herbst beim Festival mit dem Namen „A Party at the end of the Earth“ Das es mal wieder so weit ist geht eindeutig aus den Texten der Platte hervor. Damit den Aussagen auch Glauben geschenkt wird, findet man unter den Texten reichlich Links, passend zu den Texten. Da wäre unter anderem Warnung vor Solarstürmen ein Link zum occupy Camp in der Wallstreet, oder http://en.wikipedia.org/wiki/Day_of_the_Dead

Zweimal rotes Vinyl enthält das nett gestalte FOC für den Hörer bereit. Zehn Songs sind es, die uns vor unsern eigen Taten warnen und vor Augen hält wie wir dabei sind uns selber zu Grunde zu richten. Das macht Coleman wütend und das ist der Musik auch anzumerken. Er prangert auch die politischen Verhältnisse an und wie wir von den Regierungen unterdrückt und manipuliert werden. Erstaunlich nach 33. Jahren hat Killing Joke nicht abgebaut. Einfach nur <Beeep> Achtung zensiert!

Pole Shift: Hier geht es um die Verschiebung der Pole, bzw. um eine sprunghafte Veränderung und die Folgen. Der Song ist etwas sperrig, zum Anfang jedenfalls. Dann kommen Killing Joke in gewohnter Form in Fahrt.

Fema Camp: Da empfehle ich mal folgenden Link: http://wahrheitsblog.de/tag/fema-camps/ Irgendwie gruselig. De Song knallt dann auch richtig. Der Level der Düsternis steigert sich. Heftiges Kopfnicken ist angesagt. Hypnotisch treiben einen Die Gitarrenparts in den, was auch immer.

Rapture: Einfach brachial zum headbangen geeignet. Auf Deutsch Entrückung. Coleman singt. Befreie mich von allem Materialismus. Mach ich außer der Anlage und dieser Scheibe 😉 Das wäre doch mal eine Parteihymne.

Colony Collapse: Düster, Tanzbar, wenn man die Tanzfläche in einen Ort der Zerstörung verwandeln möchte. Das Bienensterben in Amerika Anfang der 2000 wird hier auf die menschliche Rasse übertragen

Corporate elect: Jetzt kling Coleman richtig wütend. Das ist für mich echter Punk mit klasse Industrial Beats.

In Cytheria: Das Stück ist große Klasse. Könnte ein Klassiker werden wie Love like Blood. Schnell melodiös nicht so brutal unterschwellige Elektronik simple Gesangsstruktur und ein hymnenhafter Refrain

Primobil: Minimalistisch produziert. Hat auch etwas von der frühen Tubeway Army. Erst lullt uns der leicht gelangweilte Gesang von Jaz Coleman ein und dann brüllt dieser wie ein Beserker los und schreit uns sein Wut darüber entgegen. Das wir nicht den Mut haben für eine besser Welt zu kämpfen, sondern nur über die Katastrophen weinen.

Glitch: Eine typische treibende Killing Joke Nummer. Sonnenstürme setzen uns Technik, der wir inzwischen ausgeliefert sind außer Gefecht. Der Untergang unser modernen Kommunikation. Glitch bedeutet einen kurzzeitige Falschaussage einer logischen Schaltung.

Trance: Etwas ekstatisch, dient wohl etwas zur Entspannung oder auch nicht. Noch weicher und weniger aggressiv könnte das fast ein Nummer von…. ach nee doch nicht. Mit der Nummer tanze ich mit euch zum Restaurant am Ende des Universums.

On all Hallows Eye: Auch einer der großen Momente dieser einzigartigen Scheibe. Stampft, die Stimme fast sanft, betörend, versöhnlich und dann wieder die Posaunen von Jericho in Form der Stimme von Jaz Coleman

Für mich eine der bisher besten Scheiben des Jahres 2012 und vermutlich die letzte. Normalerweise würden wir sicherlich noch mehr von Killing Joke hören, aber leider geht die Welt ja bald unter. Schade eigentlich. Ich prangere das an.  

Hörproben:

 

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