Spandau gegen Pro Deutschland

Berlin Spandau Was sich gestern im ansonsten eher beschaulichen Spandau abgespielt hat war eine großartige Demonstration von Bürgerengagement gegen Rechts. Die Bürgerbewegung Pro Deutschland hatte eingeladen und über 200 Besucher sind gekommen. Allerdings handelte es sich hierbei nicht um 200 Gäste, die den rechtspopulistischen Ausführungen der Partei zuhören wollten. Gemeint sind die 200 Gegendemonstranten, die vor dem Seniorenclub im Südpark lautstark kundtaten, was sie von Pro Deutschland halten. Nämlich Gar nichts. Die wenigen Teilnehmer von Pro Deutschland waren dann auch sichtlich irritiert über soviel Gegenwind und das ist auch gut so. Aus meiner Sicht der einzige Weg mit diesem „versteckten“ Nationalsozialismus umzugehen. Verbote nutzen hier wenig. Vielmehr muss man die feinen Damen und Herren an die Öffentlichkeit zerren und Ihre populistischen Themen sezieren und widerlegen.

Eine Sprecherin der Linken sprach von Leviten lesen, den Tag „vergruseln“, dass Pro Deutschland sich kein Sekunde hier wohl fühlt. Weiter forderte die Rednerin die Abschaffung von Pro Deutschland (ab 0:40). Schon mal eine gute Strategie. Die Beamten der Polizei sorgten für eine Aufteilung der Demonstranten, so standen „Die Linke“ etwas entfernt von der Mahnwache.

Eine Sprecherin der Senioren und der im Seniorenpark angesiedelten Gruppen prangerte an, dass die Räumlichkeiten des Seniorenzentrums für Pro Deutschland zu Verfügung gestellt worden sein. Sie fand es unerträglich. Während sich die Demonstranten schon warm demonstrierten, standen zwei Mitglieder von Pro Deutschland recht nervös hinter dem Zaun und erwarteten die Gäste. Am Veranstaltungsgebäude ist übrigens folgendes Schild zu finden.

Unter „Nazis raus“ rufen, trudelten dann die ersten Mitglieder der Partei ein. Vorweg gesagt es waren nicht viele. Die Demonstranten waren in der Überzahl. Ein Mitglied der Partei machte dann auch noch Fotos von den Demonstranten. Soll er ruhig, wir haben ja schließlich auch Bilder von den Damen und Herren. Die Bilder in dem Video belegen, das sich die Herrschaften sichtlich unwohl fühlten, auch wenn einige sich ein müdes Lächeln ab rangen.

Ein Redner wies dann auch darauf hin, dass die Mitglieder von Pro Deutschland sich zwar äußerlich von den üblichen Nazis unterscheiden würden, aber nicht in ihrem Gedankengut. Am Ende des Videos ist ein Szene zu sehen, in der offensichtlich ein Mitglied dazu angestachelt wurde den Demonstranten seinen Ausweis entgegen zu halten und zu rufen:“ Nein ich bin kein Deutscher!“ Es hat ja auch nie einer behauptet, das Rechtsextremismus ein rein deutsches Problem ist.

Fazit: Das folgende Video ist ein Zeitdokument, das es sich anzusehen lohnt. Ein Dokument und Beleg für das Engagement der Spandauer gegen Rechtsextremismus. Schön, dass alle politischen Parteien bei der Demonstration anwesend waren.

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7 Kommentare zu “Spandau gegen Pro Deutschland”

  1. Nicht nur die SPD hatte zeitgleich zur Demo eine wichtige parteiinterne Veranstaltung sondern auch die Grünen, so dass jeweils nur einige deren Vertreter ohne Flaggengala oder Transparente auf der Seite der Demonstranten standen. Selbst einige Vertreter der CDU wurden im Hintergrund gesichtet.
    Ohne sie jetzt alle einzeln aufzuzählen kann ich bestätigen, dass von nahezu allen im Runden Tisch Spandau für Demokratie und Toleranz vertretenen Organisationen wenigstens einige mir persönlich bekannte Vertreter an der Demonstration gegen Pro Deutschland teilgenommen haben.

    Ernst John

  2. Einige Richtigstellungen:
    „Während sich die Demonstranten schon warm demonstrierten, standen zwei Mitglieder von Pro Deutschland recht nervös hinter dem Zaun und erwarteten die Gäste.“ Bei diesen beiden Personen handelte es sich um Mitarbeiter des Bezirksamtes Spandau. Drei Mitarbeiter des BA Spandau verfolgten im Auftrag des BA Spandaus die Mitgliederversammlung. Den Mitarbeitern selbst war dies anscheinend selbst mehr als peinlich

    „Am Veranstaltungsgebäude ist übrigens folgendes Schild zu finden.“Das Schild hing auch innerhlab der Einrichtung. Das dort geschriebene wird von ProDeutschland und seinem Umfeld unterstützt. Es ist jedoch bedenklich das der Seniorenclub seine regelmäßigen Besucher jeden Meter auf diese Selbstverständlichkeit hinweisen muss.

    „Ein Mitglied der Partei machte dann auch noch Fotos von den Demonstranten.“
    Ich bin kein Mitglied von ProDeutschland. Dies hätte Herr Abel jederzeit durch Fragen erfahren können. Ebendso den Zweck und warum ich vor Weitergabe an Dritte z.B. ProDeutschland auch politische Gegner verpixel. Offenheit und Transparenz ist für ProDeutschland und sein Umfeld mehr als nur eine Selbstverständlichkeit, es ist uns eine demokratische Verpflichtung

    „Fazit: Das folgende Video ist ein Zeitdokument, das es sich anzusehen lohnt. Ein Dokument und Beleg für das Engagement der Spandauer gegen Rechtsextremismus. Schön, dass alle politischen Parteien bei der Demonstration anwesend waren.“
    Seltsam nur, dass nur die Piraten und die Linkspartei Flagge zeigten. Anscheinend war den anderen Parteien die Zusammenarbeit mit Linksextremisten mehr als nur peinlich. Erkennbar Anwesend waren nur Linkspartei, Piraten, evangelischer Kirchenkreis und die Antifa unter den Gegnern von ProDeutschland.

    Entschuldigung für den Doppelpost – leider ging beim ersten Beitrag einiges verloren

    1. Gut dann waren es die MA hinter dem Zaun. Aber auch einige Besucher der Veranstaltung waren etwas verunsichert. Nicht nur Sie haben Fotos gemacht. Es wurden von mehreren Personen Fotos gemacht. Das Fotos veröffentlicht wurden und das verpixelt habe ich ja auch nicht kritisiert. Ihre Interpretation des Schildes kann ich nicht nachvollziehen. Ein Statement, das nicht oft genug ausgesprochen werden kann. Auch die Interpretation zu angeblichen Abstinenz ist an den Haaren herbei gezogen. Vielleicht ist die CDU nur etwas bescheidener und diskreter.

      Uwe Abel

  3. ProDeutschland fühlt sich recht wohl in Spandau und wird auch weiterhin dort Versammlungen abhalten. So wie es unser demokratisches Recht ist, welches vom Grundgesetz geschützt ist. Und auch von mehreren Gerichten bestätigt wurde. Falls der Autor und andere das Grundgesetz nicht kennen – es ist sehr lesenswert. Und dort stehen solche Dinge wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit drin – ohne Einschränkung der politischen Erwünschtheit.

    Nazi ist ein interessantes Wort – denn in diesem Wort steckt der Begriff Sozialismus. Die einzigsten Sozialisten die ich sah waren auf der Seite der Gegendemonstranten. Und die einzigsten an diesem Tag die im Stil der Nazis Personen mit einer anderen Meinung einschüchtern und ihre Rechte verweigern wollen, waren an diesem auch auf dieser Seite zu finden.

    Noch etwas zu den Fotos bzw Fotografen – anders als die Fotografen der Gegenseite gab und gibt der Fotograf (Ich) von ProDeutschland keine unverpixelten Fotos (insbesondere voon politischen Gegnern) an jemanden (inkl. ProDeutschland) weiter. Dagegen brüstet sich u.a. das Spandauer „Bündniss gegen Rechts“ auf seiner Webseite damit mindestens 38Besucher der Veranstaltung in bester Qualität zu haben und diese Fotos gerne unzensiert an Freunde und Unterstützer abzugeben. anscheinend scheint dieses Bündniss kein Problem damit zu haben, dass solche Fotos gerne benutzt um Personen zu identifizieren und anschließend zu bedrohen und einzuschüchtern und dies auch einzukalkulieren

    Die Fotos von ProDeutschland gibt es auf:
    http://www.pro-berlin.net/?p=4307 im Komentarteil steht dann auch der Link zu einem Facebookalbum mit weiteren Fotos.

    Mein persönliches Lieblingsbild ist übrigens eine Person mit der Fahne der Linkspartei und „Hammer und Sichel“ (Symbol für Komunistischen Terror und Millionen von Opfern) auf dem T-Shirt und im Hintergrund einige Piraten. Dieses Foto sagt mehr als jedes andere Foto an diesem Tag alles über die Gegner von ProDeutschland aus. Bei ProDeutschland ist kein Platz für Extremisten – bei den Gegner von ProDeutschland sind Extremisten gerne willkommen

    Stephan aus Friedrichshain

  4. Scheiß Demokratie. Immer diese lästige Konkurrenz. Wo war denn die CDU? Mal ganz ehrlich, eigentlich besteht die CDU doch auch nur aus Rechtsextremisten.
    Eine einzige Partei reicht doch völlig aus. Wie in China oder in damals der DDR. So könnte man durchaus die Illusion von Demokratie für einige Jahre erhalten. Hat sich gut bewährt.

    1. Also Gerd findet Demokratie Sch…. Die CDU war nicht da? Die CDU besteht nur aus Rechtsextremisten? Aha, mich würde ja mal interessieren wie der Herr Toya seine Aussagen belegen will. Ist doch nur heiße Luft.

      Ich empfehle dann mal Herrn Toya die Auswanderung. Wie wäre es mit China?

      Uwe Abel

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