Phänomen: Plunklock

Irgendwie fühlte ich mich gestern irgendwie fehl am Platz, So wie vermutlich der eine oder andere beim Großen Zapfenstreich von Wulff. Aber nur kurz. Erst mal von Anfang an.

Gestern Pettenkofer Straße, zweiter Hinterhof. Altes Fabrikgebäude II Stock. Das K-17. Ein Raum mit einer Fläche von ca. 150 m² + Bühne. Anwesende etwas Personal und ca. 60 Fans. Dazu kamen ich und noch einige andere Mit-Vierziger, die den Altersdurchschnitt versauten und sich wie gesagt etwas deplaziert fühlten. Das gefühlte Durchschnittsalter: ca. 16 ½.

Der Anlass des Besuches. Ich begleitete meine beiden Töchter und deren Freundin zum Plunklock Konzert. Nein nicht Punkrock und auch nicht Prunkrock oder so. Rock aus Japan. Eine Visual Kei Band: PLUNKLOCK.

Bevor es losging, gab es noch ein kurze Werbung des Veranstalters und ein paar Verhaltensregeln für die Autogrammstunde. Hand geben war okay, aber ansonsten war kein Umarmen oder so gewünscht. Es wurde gebeten richtig Stimmung zumachen. In Helsinki waren es 160 Fans und bei uns in Berlin erheblich weniger.

Als erstes betrat dann der Drummer „Pinky“ die Bühne. Offensichtlich auch der Liebling der vorwiegend weiblichen Fans aber immerhin überpünktlich. Was dann folgte, nachdem alle Bandmitglieder die Bühne betreten hatten, als letzter kam Halo, der Sänger lässt sich mitunter schwer beschreiben.

Die nächsten 80 Minuten boten die Jungs eine Mördershow. Ihre Kostüme erinnern etwas an meine seligen Glamrock Zeiten. Die Musik eine Mischung aus Punkrock, Speed Metal und anderen Stilelementen des Metal. Manchmal erinnert da ganze etwas an Linkin Park, dann wieder etwas an Apollo 440 mit Power Metall. Zwischendurch erinnert mich der eine oder andere Part an Euro Pop a la O-Zone Dragostea din tei, der sich gerade mit Metallica verheiratet hat. Heftig, aber gut.

Die Jungs beherrschen ihr „Handwerk“. Meine Mädels hüpfen, headbangten und hatten offensichtlich Spaß, genau wie alle anderen inklusive der Band auch. Für gute Laune sorgt auch Pinky der Drummer, mit seinen clownesken Einlagen. Der Sänger Halo, hatte sein Publikum im magischen Griff. Auch die berühmte Geste mit dem abgespreizten Zeige und dem kleinen Finger ist ihm nicht fremd. Plunklock rockte den Raum. Das volle Programm wurde geboten. Mitsingen im Wechsel mit dem Publikum sorgte für Gänsehaut pur. Dann war Schluss! Nicht ganz. Die Fans mussten zwar lange bitten, aber dann gab es noch eine Zugabe. Noch einmal ca. 20 Minuten volle Power, wo Band und Publikum noch einmal alles geben.

Danach gab es die versprochene Autogrammstunde.

Fazit: Glückliche Mädels voll ausgestattet mit Autogrammen und der „Alte Mann fand es auch nicht schlecht. Die Jungs von Plunklock tingeln durch die Clubs Europas und erarbeiten sich Ihren Erfolg schwer. Das ist mir sympathisch. Die J-Rock und Visual Kei Szene könnte noch zu einem Phänomen in der westlichen Welt werden. Plunklock trägt zu dieser musikalischen Sensation einen großen Teil bei.

 

Uwe Abel

About these ads

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s