Uwe Abel findet das in Falkensee

der Umgang mit dem Thema Barrierefreiheit und Behinderten bedenklich ist.

Das heißt nicht das ich jedem Beteiligten unterstelle etwas gegen Behindert zu haben. Mich ärgert es, aber wie und in welcher Form über dieses sensible Thema diskutiert wird. Auch die Form der Berichterstattung und die damit verbunden Argumente finde ich fragwürdig.  Die Interpretation einiger Äußerung im Rahmen der SVV ist auch etwas einseitig.

Herr Müller zitiert an einer Stelle aus dem Protokoll einer vergangen Sitzung, bevor die Sanierung beschlossen wurde. Das Zitat bezog sich auf eine Aussage von Herrn Gunkel. Das Ziel der Wiedergabe diese aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat war lediglich die Grünen Fraktion zu diskreditieren und den Antrag lächerlich zu machen. Im Rahmen ein politischen Auseinandersetzung zwar legitim, aber bei dem sensiblem Thema unangebracht. Herr Gunkel antwortet darauf auch nicht um sachlich zu bleiben.

Fakt ist: Für den Sportplatz und den Hockeyplatz hat man sehr schnell und ohne lange Diskussion Mittel bereitgestellt. Bei dem Thema Barrierefreiheit war dies anscheinen im Vorfeld nicht möglich. Die Betonung liegt auf „im Vorfeld“. Die Aussagen von Herrn Müller wurden von den Grünen so interpretiert, dass der Anbau eines Fahrstuhles  später möglich sei. Der Bitte von Herrn Müller, ihm mehr vertrauen entgegen zu bringen hat Frau Nonnemacher entsprochen um festzustellen, dass ein Fahrstuhl weder im Vorfeld geplant war noch nachträglich realisierbar ist.  Am Gebäude C ist dies zwar nicht ausgeschlossen, aber bis das soweit ist  vergeht noch einige Zeit. Eine Planung hierzu existiert noch nicht.

Wen dem wirklich so ist, dass keine finanziellen Mittel vorhanden sind, dann muss man sich fragen, ob in Falkensee nicht falsche Prioritäten gesetzt werden.  Einige Anlieger wären sicherlich nicht unglücklich, wenn sich die Sanierung ihrer Straße um ein Jahr nach hinten verschieben würde. Herr Müller muss aber natürlich dafür sorgen, das die Baufirmen Arbeit haben, damit auch die Gewerbesteuer schön ins Stadtsäckel fließt. Wäre es übrigens wirklich so schlimm, wenn die Stadthalle etwas kleiner ausfiele oder ein halbes Jahr später fertig werden würde?. Wir reden hier von einem Projekt, das ca. 15 Millionen kostet. Dafür muss die Stadt auch Kredite aufnehmen. Nur mal als Info; ein Rollstuhlfahrstuhl in einer Außenversion mit 4 Haltestellen hätte je nach Ausführung zwischen 35.000,00 und 45.000 € gekostet. Im Vergleich zu den andern Mehrkosten an der Kantschule, wir reden hier von 1,15 Millionen wirklich nur ein kleiner Tropfen. Wohlgemerkt, wenn man dies im Vorfeld berücksichtigt hätte. Damit hätten wir zumindest die Gehbehinderten versorgt.

Bedenklich finde ich nach wie vor einige Argumente  von Frau Müller in der MAZ. Ja Rollifahrer sind hier eher die Minderheit im Vergleich zu andern Behinderten oder Kindern mit Lernschwächen.  Aber gerade bei den Angesprochen sind die Baulichen Gegebenheiten nicht das größte Problem. Hier fehlt es dann doch eher am geschulten Personal. Extraräume brauchen die Kinder nicht zwingend, sollen Sie doch dann in bestehende Klassen integriert werden. Rückzugsräume wären auch nicht das Problem

Ein Zitat“Für den Abgewiesenen mag das womöglich schmerzhafter sein als für den Rollifahrer die Erkenntnis, dass er Raum B 309 nie zu Gesicht kriegt „. Ich finde diesen Vergleich zwischen „Fußgängern“ und Rollstuhlnutzern mehr als unglücklich. Immerhin haben erst genannte  noch Optionen und können die Ablehnung einer von Schule kompensieren. Für manche Rollstuhlfahrer ist dies mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden und erschwert den Lebensalltag. Damit werden bereits benachteiligte Schüler noch mehr benachteiligt. Im Rahmen der der per Gesetz geforderten Gleichstellung Behinderte ein Unding. Wenn was zum Thema Barrierefreiheit gemacht werden muss, dann wird in Falkensee nur wirklich das getan was getan werden muss. Eigene Ideen Fehlanzeige. Andere Kommunen sind da viel weiter und fragen sich:“ Was können wir machen“ Zum Beispiel ein Wegeleitsystem zu installieren, das auch von Blinden und Sehbehinderten genutzt werden kann. Das neue Wegeleitsystem in Falkensee wird nicht für Blinde nutzbar sein. Schade das wir in der Hinsicht so rückständig sind.

Es würde mich freuen, wenn sich die Sichtweise der Verantwortlichen und auch der Presse etwas ändern würde und sie sich auch mal praktisch mit der Problematik eine Rollstuhlfahrers auseinandersetzen würden. Dazu gibt es demnächst auch Gelegenheit. Meine Partner und ich werden  Ende April/Anfang Mai eine spezielles Event in Spandau organisieren um den „Fußgängern“ den Rollstuhl und die damit verbundenen Problem  näher zu bringen. Vielleicht begleitet mich ja dann auch Frau Müller mit einem Rollstuhl durch die Spandauer Altstadt und sieht dann die Welt auch mal aus der Perspektive des Gehbehinderten.

Uwe Abel

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2 Kommentare zu “Uwe Abel findet das in Falkensee”

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