Falsche Einstellung Frau Müller

Gestern schon hatte mich die Panikmache zum Thema Baumaßnahmen Kantschule geärgert. Nun konnte ich auch endlich den Kommentar von Hiltrud Müller in der MAZ lesen. (Kommentar Frau Müller). Wie kann man so etwas nur schreiben? Wo bleibt die soziale Kompetenz. Für mich ist dieser Artikel ein Verstoß gegen das AGG und in seiner Form diskriminierend. Anscheinend hat sich Frau Müller auch nicht über alle Fakten informiert. Worum geht es in dem Artikel eigentlich

Sollte das gemeinsame Unterrichten von Behinderten und Nichtbehinderten bedeuten, dass ad hoc alle Häuser von Dach bis Keller barrierefrei ausgelegt werden müssen, muss sie passen: Sie kann es finanziell nicht stemmen.

Die Kantschule bietet alle Abschlüsse und wäre somit bestens geeignet für den Umbau. Alle Gebäude umzurüsten ist nicht möglich. Es kommt ja auch immer auf die Art und den Grad der Behinderung an. Frau Müller denkt anscheinen nur schwarz und weiß und in Schubladen.

Denn dazu gehört nicht allein ein Fahrstuhl, dazu gehört auch all das, was ein seh- oder hörgeschädigtes Kind an Hilfsmitteln braucht. Auf Vorrat flächendeckend installieren? Wer soll das bezahlen? Außerdem ist es erwiesen, dass die übergroße Zahl der behinderten Kinder, die an die Regelschule kommen, nicht im Rollstuhl sitzt, sondern lernbehindert oder verhaltensauffällig ist.

Um das einmal klar zustellen. Nicht für alle Hilfsmittel ist die Schule zuständig. Auch die Unfallkassen, Krankenkassen und andere Träger sind für die Bereitstellung technischer Hilfsmittel verantwortlich. Im Fall der Kantschule geht es erst mal um barrierefreie Zugänge und Räume. Selbst wenn nur ein Kind im Rollstuhl in Falkensee beschuhlt werden soll, muss wenigsten eine Schule barrierefrei gestaltet sein. Das Recht auf ein barrierefreies Leben ist inzwischen auch gesetzlich zugesichert.

Darum hat man sich bei den baulichen Fragen aufs Realistische geeinigt: Der Neubau des Gymnasiums wurde barrierefrei angelegt. An den anderen Schulen half schon im Einzelfall ein Treppenlift. Oder man legt Fachräume und Sekretariat ebenerdig, damit sie jeder erreichen kann. Wenn jetzt die Grünen mit Maximalforderungen zum unrechten Zeitpunkt ein Bauprojekt aufs Spiel setzen, das sehr öffentlich diskutiert worden ist und auf dessen Vollendung 900 Kantschüler warten, handeln sie verantwortungslos und man fragt sich: Haben sie all die Debatten verschlafen?

Stimmt der Neubau wurde barrierefrei angelegt. Jedenfalls zum Teil. Belange sehbehinderter wurden aber z.B. nicht berücksichtige. Eine Mogelpackung. Richtig wäre barrierefrei für Gehbehinderte. Das mit dem Treppenlift, wäre eine gute Alternative. Wenigstens ein konstruktiver Vorschlag. Nicht die Grünen sind Schuld an dem bevorstehenden Desaster, sondern alleinig die SPD und Herr Müller. Er hat nämlich die SVV und auch die Fraktion der Grünen über den Umfang der barrierefreien Umbaumaßnahmen im Unklaren gelassen und das ist noch milde ausgedrückt. Die Grünen schlafen nicht. Sie sind immer hellwach, kritisch und hinterfragen, sehr zum Unmut der regierenden SPD und dem Bürgermeister Heiko Müller.

Den Kommentar von Frau Müller empfinde ich schon fast als Beleidigung und im Rahmen einer neutralen Berichterstattung unmöglich. Sie habe einfach eine falsche Einstellung zu dem Thema oder einfach keine Ahnung wovon sie reden.

Uwe Abel

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Ein Kommentar zu “Falsche Einstellung Frau Müller”

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