Goldfische im Straßenverkehr

Ich hätte es wissen müssen. Heute wollten wir mal wieder in die große Stadt. Also auf nach Berlin. Schnell noch auf Arbeit noch was erledigen, dann mit den Mädels shoppen bei Grober Unfug und Neo Tokio. Abschließen noch in den Japan Laden in Steglitz. Straffes Programm sollte aber gut zu schaffen sein, dachte ich.

Lieder war mir doch die recht bedeutsame Tatsache entfallen, dass die BVG streikte. Klartext: Es fuhr kein Bus, keine Straßenbahn und keine U-Bahn. Lediglich die S-Bahn versuchte Ihr Glück den Berliner und die Besucher der Stadt von A nach B zu bringen.

Die Folgen des Streikes wurden mir erst so richtig bewusst, als wir von der Torstraße in Mitte zurück nach Steglitz wollten. Normalerweise ist das am Samstag in 22 Minuten erledigt. Aber nicht heute. Da wurde mal etwas über eine Stunde draus. Gefühlt war jeder der sonst mit den Öffentlichen unterwegs war auf einmal im eigenen Auto unterwegs. Das war wohl das Hauptproblem. Die Gelegenheitsfahrer mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches (Hm. Eine Runde schwimm ich noch….. Hm eine Runde schwimm ich noch usw.), wurden zur regelrechten Gefahr. Mal kurz zusammengezählt. Auf einem kurzen Autobahnstück 3 mal rechts überholt worden, 4 mal die Vorfahrt genommen, mindestens 6 Mal geschnitten worden und und und. Die Kreuzungen wurde blockiert und an den meisten Autos war anscheinend der Blinker defekt. Aber vielleicht lag es auch nur daran, dass es einfach nur zuviel Verkehr war.

Gewinner gab es aber heut auch. Die Taxifahrer. Die waren ausgebucht. Oft sah ich am Straßenrand verzweifelte Menschen stehen, heftig gestikulierend um ein Taxi zu rufen. Dafür fuhren die Herren noch rücksichtsloser.

Tja das zehrt an den Nerven. Also zum Schluss noch schnell zu Mac Doof und dann nach Hause und ab auf die Magnetcouch. Nie wieder schwor ich mir fahre ich in die Stadt, wenn die Öffentlichen streiken

Interessant ist übrigens, dass die Streikopfer gar nicht so recht wissen, warum gestreikt wird. Klar es geht ums Geld aber um wie viel? Da schweigen sich die Tarifparteien drüber aus. Keine weiß wie weit die Streitparteien auseinander liegen. Da vermeidet man natürlich die eine oder andere Diskussion. Richtig ist dass aber nicht. Ich finde schon, das der Bürger ein Recht hat zu erfahren, welche Forderungen im Raum stehen und wieweit das Angebot des Arbeitgebers davon entfernt ist. Bleibt zu hoffen, dass sich die Tarifparteien einigen. Weitere Streiks würden in Berlin zu einer Verkehrskatastrophe führen.

Uwe Abel

Advertisements

3 Kommentare zu “Goldfische im Straßenverkehr”

    1. Ich trage es ja mit Humor 😉 Was soll man sonst auch machen. Der Berliner an sich, verlernt in bestimmten Situationen das Auto fahren. Besonders bei Extremwetterlagen, wie leichtem Regen oder Schneefall.

      Uwe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s