DeWolff – Children of the Revolution!

Was zur Hölle! So oder ähnlich habe ich auf die ersten Töne des Albums von DeWolff, Orchids/Lupine reagiert. Das sind Teenager und dann noch Holland. „Gibt´s doch nicht! Doch bei…“ äh nein den Witz hatten wir hier schon mal. Also zurück auf den Boden der berühmten Tatsachen, die schaffen die Jungs hier mit ihrem neuen Album. Tennie Band goes psychedelischer Blues Rock der Sixties? Zweite Tatsache ist, das es gelingt eine Art von Musik zu machen die an vergangene Zeiten erinnert ohne zur billigen Kopie zu werden. Die Jungs rocken und eifern ihren Vorbildern nach und dazu gehören anscheinend u.a. auch Cream und Led Zeppelin. Aber auch ein Prise Velvet Underground und T.Rex findet sich hin und wieder in den Songstrukturen. Der hohe Gesang erinnert manchmal auch etwas an die chinesische Oper ohne aber zu nerven. An einer Stelle musste ich auch den Song von den Specials denken „What I like most about you…“. Klassisch auf jeden Fall die Schweineorgel, die sich oft ein Duell mit Gitarre und Schlagzeug liefert. Der gut alte Hamond würde jubilieren. Auch die Jungs von Deep Purple kriegen hier sicherlich Nostalgie Gefühle. Die vorliegende LP ist übrigens das Dritte Werk der Jungs.

Wie gesagt schon der Opener „Diamond“ zieht einen zurück in die Zeit der wilden Sixties und schleicht sich unbarmherzig in die Gehörgänge. Bei „Evil and the Midnight Sun“ bekommt man das erste Mal ein Deep Purple Deja Vu Gefühl, die frühen Purple wohlgemerkt.

Everything Everywhere beginnt langsam mit einer schwülen Ballhaus Atmosphäre, fast ein Stehblues. Der Song beleibt hypnotisch bis zum Ende.

„Who Are You or the Magnificence of Loving a Million Strangers“ hat einen Rhytmus der einen wegschwemmt. Schade, dass der Titel so kurz ist. Die Drumms sind genial und präzise, kann man, nein muss mal laut Hören.

Higher than the Sun erinnert im Intro etwas an Rainbow, mit flötender Orgel.

„Pick Your Bones Out Of The Water“ und „Seashell Woman“ erwecken dann plötzlich Uriah Heep zum Leben oder doch eher Rainbow? Stargazer?

The Pistol hat eindeutig etwas von den epischen Songs der Doors. Ein echter Genuss.

Es bleibt auf der Platte nicht die einzige Wiedergeburt. Mal hat die Musik etwas von Jefferson Airplane, Atomic Rooster oder Iron Butterfly und über allem schwebt immer ein Hauch der psychedelischen Spannung von den Doors. Je nach Tagesform fallen mir auch noch andere Bandes ein. Vermutlich verfügen die Eltern der Kids über eine ordentliche Plattensammlung. Es ist der Mix, die Art, die Interpretation, die einem beim Hören immer wieder neue Facetten enthüllt, ohne langweilig zu werden.

Kleines Extra: Auf der zweiten Seite befindet sich in der Auslaufrille ein „Hidden Track“ Nette Idee.

Wie kann man in so jungen Jahren nur so einen Retro-Psychodelic-Trip hinlegen? Wo soll des hinführen? Ich bin gespannt, was die noch auf die Beine stellen. Übrigens am 04.08.12 spielen die Jungs in Bad Doberan zur Zappanale. Auch Live sollen die jungen Herren eine Mördershow bieten.

Uwe Abel

Hörprobe

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