Das Mädchen mit Regenbogen Augen

Yesterday – Es hätte nie soweit kommen dürfen. Das mein ich in vielerlei Hinsicht. Manche Ereignisse verfolgen einen. Vielleicht kann ich mich nicht an jedes Detail erinnern, trotzdem in den Windungen des Gedankenapparats kommen immer wieder Dinge hoch. Meistens sind diese Erinnerung mit Musik verbunden, Platten, die ich irgendwann mal gekauft habe und hin und wieder heraus krame und höre. Manchmal sind sie mit schönen Erinnerungen verknüpft, manchmal kommt Wehmut auf, der mitunter sehr schmerzt. Manchmal nehme ich die Platte auch wider runter oder mach die CD aus, wenn ich schlecht drauf bin. Glaubt mir, es sind eine ganze Menge an Erinnerungen.

Es war ein lauer Sommerabend, als ich mit meiner damaligen Frau Sabine unterwegs war. Meine Welt, auch die musikalisch war völlig in Ordnung, dachte ich. Hauptsächlich hörte ich den gängigen Mainstream. Also New Wave, etwas Punk, die sogenannte neue deutsche Welle und ich glaube auch etwas Breakdance-Musik. Klar, die klassischen Rocksachen waren mir geläufig und ich war ein absoluter Barclay James Harvest Fan (bin ich übrigens immer noch). Ich weiß gar nicht mehr, warum wir unterwegs waren. Ich denke wir waren im Kino und dann bei Loretta am Kudamm und in der Sperlingsgasse. Auf jeden Fall sind wir im Kudammkarree gelandet. Da gab es einen Plattenladen, der auch spät abends oder besser nachts offen hatte. Wir haben da beide dann gemeinsam gestöbert und wurden fündig. Ein echtes Schnäppchen würde man heute sagen. Ich habe mir, glaube ich die LP von Triumvirat – New Triumvirat Presents Pompeii gekauft. Meine Frau dagegen war begeistert von der LP Rainbow- Long Live Rock n´ Roll. Na schön dachte ich wenig begeistert, aber sie kannte die Scheibe schon.

Was folgte hat mein Leben verändert oder auch nicht. Einmal in musikalischer Hinsicht und auch in meiner Erinnerung an meine Frau Sabine (ich fürchte ich kriege gleich einen moralischen 😉 ). Schon der erste Song, also der Titel Song wurde zu meinem Motto und hat meinen Musikgeschmack nachhaltig beeinflusst. Lady of the Lake, ein druckvoller Rocksong. Natürlich wusste ich, das Ritchie Blackmore bei Deep Purple spielte, aber das war anders, viel besser. L.A. Connection fand ich auch ganz nett und dachte das war es dann auch mit den erstklassigen Songs. Als dann aber die ersten Töne von Gates of Babylon aus meinen Boxen quollen, wusste ich, das ich hier ein Meisterwerk auf den Plattenteller hatte. Einfach episch. „Sleep with the Devil and the Devil will take you away“. Eine religöse Anspielung. In der Bibel wird ja Babylon als Sinnbild für die Sünde genommen. Das dürfte damals den Obersten unserer Kirche, in der meine Frau und ich noch Mitglied waren nicht gefallen haben.

Ich war zur Zeit in dem Glauben, das auf den Meisten Lp´s mit maximal 2-3 Stücke richtig gefallen. Irrtum! By Kill the King habe ich die Füße und den Kopf nicht mehr still halten können. The Shed ist nicht nur wegen dem Intro von Blackmore ein Oberhammer. Sensetive to the Light ist für mich ein kleiner Hänger aber immer noch ein guter Song. Dadurch gewinnt natürlich auch der letzte Track „Rainbow Eyes“ an Bedeutung. eine epische Ballade mit Gänsehautcharacter. Erzählt wird eine klassische Geschichte von einer verlorene Liebe. Das Mädchen mit den Regenbogenaugen ist fort, erst seit gestern. Für ihn sind jetzt die Sommernächte kälter und alles Licht ist gestorben. Zur diese Zeit, stand meine Frau auch merkwürdigerweise auf die New Romantic Welle und schminkte Ihre Augen mit Regenbogenfarben. Ja so ist das nun. Jedes mal wenn die Platte läuft muss ich an die schöne Zeit denken. Ja und eine Spur Wehmut ist auch mit dabei, denn sie ist danach auch gegangen. Das Mädchen mit den Regenbogen Augen. Trotzdem oder gerade deswegen bleibt die Scheibe für mich ein Meilenstein der Rockgeschichte. Ritchie Blackmore mit einer genialen Gitarrenarbeit, Ronny James Dio unvergleichlicher Gesang und Cozy Powell mit seiner unvergleichlichen Doppel Bass Technik verleihen dem Werk ein nicht kopierbaren Powerrock.

So und hier zum mitheulen oder auch nicht Rainbaow mit Rainbow Eyes von 1978.

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