Draculas Tränen

Vlad in Tears. Vlad Dracul, der Pfähler, der als Vorbild für die Romanfigur Dracula diente ist der Namensgeber dieser italienischen Gothic Rock Band.

Die vier Jungs heißen alle Vlad. Ihre Realnamen bleiben unbekannt. Gestern nun stellten die Rocker ihr zweites Album im Hardrock Cafe in Berlin vor. Der Titel des Albums „Welcome to Vladyland“ Das erste Album hieß Underskin und war schon nicht von schlechten Eltern.

Das Schlechte zu erst. Das Hardrock Cafe ist als Location für diese Art Musik denkbar ungeeignet. Einige Gäste blieb wohl der Bissen des überteuerten Essens im Hals stecken, als die ersten brachialen Gitarrenriffs über uns herein brachen. Das Personal ging auch etwas unfreundlich mit den Gästen und Fans der Band um. Sitzplätze gab es nur für die Leute, die etwas essen wollten. Erst später als die Tische leer blieben wurde uns gnädigerweise gestattet unserer Gläser abzustellen. Ich gehe lieber in kleine Clubs, wo das Outfit nicht so wichtig ist und man als Mensch behandelt wird und nicht als Umsatzbringer.

Das tat aber der guten Laune keinen Abbruch. Fast pünktlich ging es um 21:10 los. Über eine Stunde wurde uns fast das ganze Album und einige Stücke aus dem Erstlingswerk präsentiert. Nettes Intro zum Anfang: Eine Leierkastenfrau mit etwas Rummelmusik. Übrigens auch ein Element mit dem die Band auch in dem einen oder andern Song spielt.

Vlad in Tears hat Spaß an ihre Musik. Mit viel Humor gestalten sie den Abend. Eine charismatische Erscheinung ist der Sänger mit seinem Vampirhaften Outfit.

Die Musik erinnert mitunter an etwas an die Finnen Him oder The Rasmus, allerdings machen Vlad in Tears Musik aus Überzeugung und nicht um einen Trend zu bedienen. Der Sound war beim ersten Title noch etwas matschig und der Gesang etwas zu leise. Das wurde aber schnell besser. Wie gesagt ein gelungener Abend.

Gothic Rock von hoher Qualität. Die Songs in radiotauglicher Länge. Stürmische, stellenweise recht harte Gitarren. Manchmal leichte elektronische Anleihen. Die Rhythmusfraktion macht ordentlich Druck. Elektrische Beats, Akkustikgitarren, ein dichter Soundteppich. Der Gesang erreicht mitunter ungeahnte Höhen und erinnert an Matthew Bellamy von Muse.

„At The End Of The World“ und „After All“ haben mit Ihrem Rhythmus durchaus Hitpotential. „Here Comes The Rain“ oder das puckernde „Mary“, die ein richtig tanzbar sind.. „Circus On The Moon“ und eingeschränkt auch „The Black Cat“ versprühen etwas Kabarettatmosphäre aber nur ein wenig

„A Song To Say Goodnight“ ist eine Ballade etwas schwülstig und schmalzig, gekonnt opulent arrangiert „Pretending“, würde anders instrumentiert doch sehr an einige Eighties Bands erinnern. „To Be Mine“ könnte sogar von AHA stammen, aber dafür sind die Rhythmus gebenden Gitarren dann doch zu dominant.
„Welcome To Vladyland“ bedient doch gekonnt einige Klischees des Genres. Wer Gothic will, soll auch Gothic Rock bekommen.

Mein beiden Mädels fanden Vlad in Tears auch genial und freuten sich darüber, das die Jungs sich auch gerne mit den beiden fotografieren ließen. Die CD wird wohl demnächst öfter im Haus zu hören sein. Meine Lieblingsstücke: „Cricus on the Moon“ , Here Comes the rain“ und „ A Song to say Goodbye“.

Hier eine Hörprobe aus dem ersten Album:

Uwe Abel

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